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Borussia Mönchengladbach : André Schubert übernimmt interimsweise

  • Aktualisiert am

Übergangslösung: U23-Trainer André Schubert steht am Mittwoch an der Seitenlinie Bild: Picture-Alliance

Borussia Mönchengladbach entscheidet sich für eine Übergangslösung: U23-Trainer André Schubert tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Lucien Favre an. Einen neuen Trainer wird der Klub wohl nicht mehr in der „Englischen Woche“ verpflichten.

          „Sehr traurig“. „Sautraurig“. „Tief traurig“. Max Eberl gab am Montag Einblicke in seine persönliche Verfassung, nachdem sein Klub Borussia Mönchengladbach am Sonntag vom Rücktritt seines Trainers Lucien Favre so kräftig wie überhaupt nur möglich durchgeschüttelt worden war. Mit allen Überredungskünsten, die sie, wie der Sportdirektor bestätigte, in der viereinhalbjährigen Trainerzeit von Favre schon „das ein oder andere Mal“ hatten anwenden müssen, war von Seiten der Borussia am Sonntag versucht worden, den Schweizer zum Weitermachen zu überreden.

          Vergebens. Als die Borussia-Verantwortlichen an Nachmittag noch hoffen durften, reichte Favre seine Rücktrittserklärung an zwei deutsche Presseagenturen. Wie nahe das Eberl gegangen ist, wurde am Montag auf der eiligst einberufenen Pressekonferenz deutlich, in der nicht nur bekannt wurde, dass der bisherige U23-Trainer André Schubert in Zusammenarbeit mit den Assistenztrainern vorübergehend die Profimannschaft übernehmen wird. Vor allem aber stellte Eberl heraus, wie sehr in dieses abrupte Schlussstück der Zusammenarbeit mitnimmt: „Ich bin sehr traurig, dass diese unfassbare tolle Zeit so zu Ende gegangen ist. Ich habe einen unglaublich guten Trainer kennenlernen dürfen.“

          Kein böses Wort

          Wie Eberl mit der für ihn äußerst prekären Situation umging, verdiente großen Respekt. Der Sportdirektor skizzierte das Bild eines Trainers, der sich hundertprozentig mit seinem Job identifizierte, der angesichts der Niederlagenserie aber von der Sorge getrieben war, dass er keine Lösung finden würde. „Wir haben versucht, ihm diese Sorgen zu nehmen, und seine Gedanken waren ja auch total menschlich. So ein Negativlauf kratzt bei allen an der Psyche, und bei jedem anders“, sagte Eberl.

          Kein böses Wort fiel von jenem Mann, der als Sportdirektor der erste Ansprechpartner des Trainers war, der ihm jede nur denkbare Jobgarantie gegeben hatte und der felsenfest überzeugt war, dass Favre auch in dieser Situation noch der richtige Fußballlehrer gewesen war.

          Die Gründe für den Absturz der Borussia, der besten Rückrundenmannschaft der vergangenen Saison, auf den letzten Platz nach fünf Niederlagen nacheinander seit dem Start der aktuellen Spielzeit, lägen auf der Hand, bekräftigte Eberl. Der Kader, den der Sportdirektor gemeinsam mit dem Trainer nach dem Abgang der Nationalspieler Max Kruse (VfL Wolfsburg) und Christoph Kramer (Bayer Leverkusen) auf die Beine gestellt habe, stünde aufgrund von Verletzungen, Erkrankungen und Sperren derzeit schließlich nicht komplett zur Verfügung. „Wir haben ihm gesagt, er könne seine Arbeit hier nun sogar veredeln in dieser ersten schweren Phase, seit er bei der Borussia tätig ist“, sagte Eberl. Die Antwort aber lässt auf einen tief auch an sich zweifelnden Trainer schießen: „Ich schaffe es nicht mehr.“

          Schaffen muss es aber die Borussia, und deshalb wollte Eberl auch gar nicht erst den Eindruck entstehen lassen, der Klub verfalle nun in Schockstarre. „André Schubert wird mit einer anderen Ansprache an die Mannschaft treten und andere Reize setzen.“ Die müssen möglichst schnell wirken – am Mittwoch steht das Heimspiel gegen den FC Augsburg an, danach geht es am Samstag zum bislang ebenfalls punktlosen VfB Stuttgart.

          Auch deshalb war Favre von verschiedenen Seiten ein unpassender Moment für seinen Rücktritt vorgeworfen worden – und Eberl stellte sich ein letztes Mal vor seinen nun ehemaligen ersten Mitarbeiter „Die Zeitpunkt ist nie passend, die Situation ist, wie sie ist. Uns war uns immer bewusst, dass wir vor eine schweren Aufgabe stehen, wenn Favre gehen würde. Der Trainer hat perfekt zu diesem Klub gepasst.“ Es wird nicht leicht, den richtigen Nachfolger zu finden.

          Mann in Not: Sportdirektor Max Eberl Bilderstrecke

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