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Münchner Torwart : Der Bayern-Plan mit Nübel droht zu scheitern

  • Aktualisiert am

Torwart Alexander Nübel erhält in München nicht die erhoffte Spielzeit. Bild: Picture-Alliance

Um seinen Wechsel von Schalke nach München gab es viel Wirbel. Nun ist es still um Torwart Alexander Nübel. Er spielt kaum. Sein Berater denkt an einen temporären Abschied. Hansi Flick reagiert kühl.

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          In seinem ersten Jahr bei Bayern München sollte Alexander Nübel erst mal nur lernen. Im zweiten aber hätte der Torhüter angreifen und sich als Nachfolger von Manuel Neuer positionieren dürfen. Das war der Plan, nicht zuletzt so ausgeheckt von den Kaderplanern beim deutschen Fußball-Rekordmeister. Doch der Angriff wird wohl abgeblasen werden, weil Nübel nicht auf die ihm fest zugesagten zehn Einsätze kommt.

          Bundesliga

          „Diese Situation ist unbefriedigend“, sagte Nübels Berater Stefan Backs im „Kicker“ vor dem Topspiel am Samstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) gegen Borussia Dortmund. „Wenn Alex nicht mehr zum Spielen kommt“, ergänzte er, müsse man „im Sommer über eine Ausleihe nachdenken.“ Das Kuriose: Nach dem emotional sehr aufgeladenen Wechsel von Schalke 04 zum FC Bayern im vergangenen Sommer hatten Nübel und Backs angeregt, den Torhüter gleich für die ersten zwei der fünf Vertragsjahre bis Mitte 2025 zu verleihen – die Bayern aber wollten das Talent lieber bei sich behalten.

          Zum Gedankenspiel einer Ausleihe positionierte sich Bayern-Trainer Hansi Flick nicht öffentlich. „Das sind Dinge, die wir intern besprechen“, sagte der Münchner Trainer am Freitag. Nübel habe das Recht, die Dinge so zu sehen, aber er „hat auch gewusst, auf was er sich einlässt. Meine Aufgabe als Trainer ist es, dass ich die Spieler spielen lasse, die aktuell unseres Erachtens die beste Mannschaft sind“, sagte Flick. „Klare Nummer 1 ist Manuel Neuer.“

          Nicht noch ein Jahr ohne Spielpraxis

          Vor allem der jetzige Sportvorstand Hasan Salihamidzic hatte den Transfer des nun 24 Jahre alten Nübel vorangetrieben und diesem Einsätze zugesichert. Kapitän Neuer aber wollte auf kein Spiel verzichten, freiwillig schon gar nicht, zudem fand er nach der Verpflichtung des potentiellen Nachfolgers zurück zu einer Welttorhüter-Form. Für Trainer Hansi Flick gab es daher keinen Grund, die Zusagen von Salihamidzic an Nübel einzuhalten. Was dem Sportvorstand erwartungsgemäß missfällt.

          Bislang kam Nübel nur im DFB-Pokal gegen Düren (3:0) sowie in der Champions League bei Atlético Madrid (1:1) zum Einsatz. In der Schlussphase der Bundesliga oder in den Entscheidungsspielen der Königsklasse wird er wohl zuschauen müssen.  Zuletzt hatte Nübel eine Bänderverletzung, nun ist er wieder fit. Zehn Einsätze in dieser Saison sind eine Illusion, und weil Neuer (34) noch bis Mitte 2023 Vertrag hat, wird es wohl auch so bleiben. Doch Nübel wie der FC Bayern sind sich einig: Noch ein Jahr ohne Spielpraxis wäre kontraproduktiv.

          Die von Niko Kovac trainierte AS Monaco soll an einem Leihgeschäft interessiert sein, für den FC Bayern hieße dies: Er muss sich zumindest für die kommende Saison eine neue Nummer zwei suchen. Der Vertrag des als Torwart Nummer drei eingeplanten Ron-Thorben Hoffmann (21) läuft am Ende der Saison aus. Der einst hoch geschätzte Christian Früchtl (21) sollte beim 1. FC Nürnberg Spielpraxis sammeln, kommt aber nicht mal beim Zweitligaverein über die Rolle des Ersatzmanns hinaus.

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