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Albert Streit im Interview : „Ich habe die Eintracht immer als Zwischenstation gesehen“

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Albert Streit: „Ich habe das erzählt, weil es die Wahrheit ist” Bild: ddp

Albert Streit spricht im F.A.Z.-Interview über seinen Wechsel von Frankfurt zu Schalke 04 in der Winterpause, seine Flugangst, die Bedeutung des Geldes im Fußball und seinen traurigen Abschied von der Eintracht.

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          Albert Streit spricht im F.A.Z.-Interview über seinen Wechsel von Frankfurt zu Schalke 04 in der Winterpause, seine Flugangst, die Bedeutung des Geldes im Fußball und seinen traurigen Abschied von der Eintracht.

          Herr Streit, wie waren für Sie die ersten Wochen bei Schalke 04?

          Anstrengend. Wir waren im Trainingslager, ich hatte ein individuelles Programm, so dass ich nach meiner Meniskusverletzung langsam wieder an die Mannschaft herangeführt werde. Wenn ich auch konditionell wieder gut drauf bin, kann ich vielleicht in zwei oder drei Wochen wieder spielen.

          „Ich werde meinen Mund aufmachen. So ist mein Naturell”

          Bei den Spielen in der Champions League gegen Porto sind Sie also vermutlich dabei.

          Das hoffe ich sehr. Spiele in der Champions League sind mit das Größte für einen Fußballspieler.

          Dabei leiden Sie unter Flugangst. Wie sind denn damit solche Reisen wie etwa nach Portugal zu vereinbaren?

          Die medizinische Abteilung hat hier genug Tabletten, damit ich beim Fliegen ein bisschen ruhiger bin. Natürlich bleibt das Fliegen für mich ein großes Problem. Aber ich bin schon so oft geflogen und habe es immer wieder geschafft. Das wird auch künftig so sein. Ich werde auf keinen Fall irgendwohin mit dem Auto fahren. Darauf habe ich wirklich keine Lust.

          Sie haben immer betont, dass Sie im Verlauf Ihrer Karriere für einen Spitzenverein spielen wollen. Ist Albert Streit nun dort angekommen, wo er immer sein wollte?

          Ja, natürlich. Schalke 04 ist im vergangenen Jahr Zweiter in der Meisterschaft geworden. Das sagt doch alles.

          Einige sind an einem derartigen Wechsel gescheitert. Mimoun Azaouagh beispielsweise, der in der Winterpause von Schalke nach Bochum gewechselt ist. Haben Sie Angst, dass Ihnen das auch passieren könnte?

          Ich habe keine Angst, ansonsten wäre ich diesen Schritt nicht gegangen.

          Gibt es denn zumindest Respekt?

          Respekt habe ich immer. Das wird auch jetzt wieder so sein. Wer irgendwo neu hinzukommt, der muss sich erst einmal positionieren. Erst wenn man Leistung gebracht hat, kann man den Mund aufmachen.

          Sie haben sich nicht von den Fans in Frankfurt verabschieden können. Ist das der Abschied, wie Sie ihn sich vorgestellt haben?

          Natürlich bin ich traurig, dass ich mich nicht auf dem Platz verabschieden konnte. Aber dazu kann ich nichts. Die Verletzung ist eben passiert. Man kann sich nicht immer alles aussuchen im Leben.

          Wie ist derzeit Ihr Verhältnis zu Heribert Bruchhagen?

          Dazu will ich nichts mehr sagen.

          Und zu Friedhelm Funkel?

          Zu ihm habe ich weiter ein gutes Verhältnis.

          Als was bleibt Ihnen die Zeit in Frankfurt denn in Erinnerung?

          Insgesamt war ich siebeneinhalb Jahre bei der Eintracht. Ich habe diesen Verein immer als eine Zwischenstation gesehen. Und für mich ist alles nach Plan gelaufen. Ich hatte zuletzt noch mal eine gute Saison, habe meine Leistung gezeigt und mir deshalb auch in meinem Vertrag eine Ausstiegsklausel einbauen lassen. Ich habe immer daran geglaubt, dass irgendwann mal so ein Verein wie Schalke an mir interessiert sein könnte.

          Was ist denn nun alles anders beim neuen Verein als noch bei der Frankfurter Eintracht?

          Die Perspektiven sind natürlich viel besser, wir wollen in der Spitze mitspielen. Aber auch die Bedingungen sind anders, alles ist noch ein bisschen professioneller als bei der Eintracht. Schalke hat finanziell einfach andere Möglichkeiten als die Eintracht.

          Das Geld war ja neben der sportlichen Perspektive für Sie offenbar der Hauptgrund, nach Schalke zu wechseln. So viel Offenheit ist selten im Profifußball.

          Ich habe das erzählt, weil es die Wahrheit ist. Wer sagt, dass es im Fußball nicht um das Finanzielle geht, der sagt mit Sicherheit nicht die ganze Wahrheit.

          In Gelsenkirchen haben Sie auch Jermaine Jones wieder getroffen. Wie hat er Sie denn begrüßt?

          Ganz normal. Wir kennen uns ja schon seit der Jugend. Natürlich freuen wir uns, wieder miteinander zu spielen.

          Vor ein paar Wochen hat er gesagt, dass Sie sich ein wenig umstellen müssten, wenn Sie für Schalke und nicht mehr für die Eintracht spielen. Möglicherweise ein wenig ruhiger werden müssen.

          Er hat vor allem gemeint, dass ich mich umstellen muss, weil ich nicht mehr allein zuständig bin für die Freistöße und so. Aber Jermaine Jones ist nicht mein Trainer. Ich bleibe bei meiner Sichtweise. Wenn ich auf dem Platz Gas gebe und meine Leistung bringe, dann werde ich - wenn irgendetwas sein sollte - meinen Mund aufmachen. So ist mein Naturell. Aber erst einmal muss ich richtig gesund werden.

          Sind Sie bei der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz dabei?

          Das glaube ich nicht. Es hat bislang nicht geklappt, warum sollte es jetzt anders sein?

          Die Fragen stellte Michael Wittershagen.

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