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Reaktionen auf Interview : AfD wirft Fischer „haltlose Unterstellung“ vor

  • Aktualisiert am

Erwartbare Kritik: Eintracht-Präsident Peter Fischer und die AfD Bild: Wonge Bergmann

Der Präsident von Eintracht Frankfurt hat die AfD in einem F.A.Z.-Interview hart attackiert. Zwei hessische Partei-Funktionäre reagieren prompt – und bringen den Verein damit in eine heikle Lage.

          Peter Fischer, Präsident des Fußball-Bundesligaklubs Eintracht Frankfurt, ist von den Landessprechern der AfD Hessen, Robert Lambrou und Klaus Herrmann, für seine Äußerungen in der F.A.Z. hart kritisiert worden. Sie wiesen Fischers Äußerung zurück, es gebe in der AfD rassistische und menschenverachtende Tendenzen sowie Antisemitismus. „Wer in haltloser Art und Weise der AfD Antisemitismus unterstellt, begibt sich ins demokratische Abseits“, sagte Lambrou in einer am Donnerstag verschickten Mitteilung.

          Beide AfD-Sprecher erklärten, Fischer instrumentalisiere den Fußball und Eintracht Frankfurt als Sportverein für seine eigenen politischen Ansichten. Lambrou und Herrmann gaben an, wegen der Äußerungen Fischers einen Mitgliedsantrag bei der Eintracht gestellt zu haben. Auch die frühere CDU-Politikerin und bekennende AfD-Wählerin Erika Steinbach kritisierte den Eintracht-Präsidenten.

          Fischer hatte in dem Interview Stellung gegen die AfD bezogen: „Es verträgt sich nicht mit unserer Satzung, AfD zu wählen. Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt.“ Seine Haltung erklärte Fischer mit dem Selbstverständnis seines Vereins: „Wir als Eintracht Frankfurt sind als Gegner der Antisemiten bekannt und von unserer Geschichte geprägt, die jedem bekannt sein sollte, der sich mit uns identifizieren möchte.“

          Er sei „nicht naiv und sich sicher“, dass es auch unter Eintracht-Mitgliedern AfD-Wähler gebe. „Aber ich werde sehr deutlich machen, was wir davon halten und dass der Verein für andere Werte und Ziele steht“, sagte Fischer, der seit 2000 Präsident ist. Der Sport müsse seine Stimme erheben gegen gesellschaftliche Fehlentwicklungen, wenn es angebracht und notwendig sei. Als Eintracht Frankfurt, als einer der größten und bedeutendsten Vereine in Deutschland, müsse man bereit sein, „klare Kante zu zeigen und Position zu beziehen“.

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