https://www.faz.net/-gtm-7jxn7

Ärger um Fußball-Sponsor : „Eine zutiefst antisemitische Haltung“

  • Aktualisiert am

Der FSV Frankfurt kämpft derzeit um jeden Sponsor Bild: dpa

Die Fluglinie „Saudia“ ist Sponsor beim FSV Frankfurt. Nun sieht sich der Fußball-Zweitligaklub scharfer Kritik ausgesetzt. Zum Grundsatz des Unternehmens zählt es, dass es keine israelischen Staatsbürger transportiert.

          1 Min.

          Nachdem der Fußball-Zweitligaverein FSV Frankfurt eine Partnerschaft mit der saudi-arabischen Fluglinie „Saudia“ bekannt gegeben hat, wird der Klub dafür scharf kritisiert. Denn zum Grundsatz die Sponsors zählt es, dass er keine israelischen Staatsbürger transportiert.

          „Deutschland ist zurecht stolz darauf, eine Demokratie zu sein. Das heißt, die Menschenrechte zu respektieren, die in Saudi-Arabien mit Füßen getreten werden. Der FSV verkauft diese Grundsätze für billiges Sponsorengeld“, sagte Michel Friedman, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Weiterhin betonte er: „Und Frankfurt ist stolz darauf, eine weltoffene Gesellschaft zu sein. Der Sponsor vom FSV drückt mit seinem Boykott, Israelis Flugtickets zu verweigern, eine zutiefst antisemitische und politisch hochproblematische Haltung aus. Saudi-Arabien ist eine Diktatur, Israel eine Demokratie im westlichen Sinne – ist das alles dem FSV gleichgültig?“

          Frau Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern sowie ehemalige Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses, sagt: „Sportvereine in Deutschland sollten generell darauf achten, mit welchen Partner sie zusammenarbeiten. Sport steht für Fairness, Weltoffenheit und Toleranz im Kampf gegen Ausgrenzung.“ Der FSV Frankfurt sucht derzeit mit Hochdruck nach neuen Geldgebern. Aus Vereinskreisen heißt es, dass man froh über jeden Sponsor sei.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Borussia Dortmund außer sich : „Für Nächte wie diese lebt man“

          Abermals ist Erling Haaland der Held des BVB. Doch selbst nach seinen zwei Treffern gegen Paris ist der Norweger nicht vollends zufrieden. PSG-Trainer Thomas Tuchel hat für die Niederlage derweil eine erstaunliche Erklärung.
          Anne Will und ihre Gäste: Sahra Wagenknecht (Die Linke), Alice Weidel (AfD), Wolfgang Kubicki (FDP), Peter Altmaier (CDU), Melanie Amann (Leiterin des „Spiegel“-Hauptstadtbüros) und Kevin Kühnert (SPD)

          AfD in Talkshows : Krokodil oder Großmutter?

          Wer rechte Parolen zum Verstummen bringen will, muss nicht aufhören, mit Rechten zu reden. Die Gespräche müssen sich verbessern – doch die AfD fährt ihre eigene Strategie.
          Grüner Frohsinn: Katharina Fegebank und die Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt

          Wahl in Hamburg : Doch keine grüne Hoffnung?

          Katharina Fegebank möchte Erste Bürgermeisterin Hamburgs werden. Lange sahen die Umfragen gut für sie aus. Wie konnte es passieren, dass sie wohl nur zweite Siegerin werden wird?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.