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Kommentar : 80.000 Fans zum Abschied

Herzzerreißend: Dede nimmt an diesem Wochenende Abschied in Dortmund. Bild: AFP

Die Transfersummen, die gerade im Fußball ausgeschüttet werden, lösen Kopfschütteln aus. Es gibt aber noch eine andere Währung. Die zeigt sich nun bei einem ganz besonderen Spiel in Dortmund.

          „Echte Liebe“ heißt der Slogan des Vereins, den sich sehr clevere Marketingleute vor ein paar Jahren ausgedacht haben. Klingt schön romantisch, und wie das zusammenpasst mit einem Klub, der börsennotiert ist und ganz sicher nicht am Ende der Kommerzialisierungskette steht, hat sich schon so mancher Anhänger gefragt. Echte Liebe aber kann man nicht als Motto anordnen, vermutlich kann man sie nicht einmal hinterfragen, sie ist einfach da, und beim Fußballfan sogar auf besonders nachhaltige Weise: In der Regel verschwindet sie nie, was auch immer passiert.

          Bei all dem Kopfschütteln über die Summen, die gerade im Fußball ausgeschüttet werden, gibt es noch eine andere Währung - die emotionale Bindung, und der, um den es an diesem Wochenende in Dortmund geht, nennt sie unbezahlbar. Dede hat 13 Jahre für Borussia Dortmund gespielt, und er ist gewiss recht ordentlich dafür entlohnt worden.

          Er hat 399 Pflichtspiele für den BVB bestritten, er ist zweimal Meister geworden, er hat mit dem Verein die schweren Tage durchgemacht, als die Insolvenz drohte, und er hat die wundersame Zeit miterlebt, als der Klub wieder auflebte. Er war der Publikumsliebling, und als er 2011 kurz vor Schluss des Bundesligaspiels gegen Eintracht Frankfurt eingewechselt wurde und zum letzten Male das gelbschwarze BVB-Trikot trug, bebte das Stadion.

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          Das ist vier Jahre her, seitdem ist die Borussia hoch geflogen, ist noch einmal Meister und Pokalsieger geworden, hat ein Champions-League-Finale erreicht und wurde für viele auch wegen seiner Fans zum mitreißendsten Verein in Europa. Spieler kamen und gingen, Rekordtransfers in beide Richtungen wurden getätigt, alles wurde schriller und größer, und trotzdem ist einer nie in Vergessenheit geraten. Dede, der Linksverteidiger, der nicht viel von Deutschland wusste, als es ihn damals mit 20 Jahren nach Dortmund verschlug.

          Gerne erzählen sie beim BVB unter vielen Anekdoten die Geschichte, als er mit dem Taxi zum Training kam, weil er beim Anblick der vereisten Scheibe seines Autos geglaubt hatte, sie sei zersprungen. Die Borussia werde immer in seinem Herzen bleiben, sagt Dede, und der Fan hat offenbar gerade in diesen Tagen ein feines Gespür dafür, wer das nur sagt und wer das auch meint: Es kommen 80.000 Fans zu seinem Abschiedsspiel - Europarekord und ganz sicher echte Liebe, nicht nur ein Slogan.

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