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Abschied von Strutz : Kaluza neuer Präsident von Mainz 05

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„Ich werde euch zuhören, ich werde euch ernstnehmen“: Johannes Kaluza. Bild: dpa

Der Mainzer Unternehmer setzt sich bei der Mitgliederversammlung gegen den bisherigen Vizepräsidenten Jürgen Doetz durch. Der Wahlerfolg ist auch ein Sieg der Ultras.

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          Johannes Kaluza ist neuer Vorsitzender des FSV Mainz 05. Der Mainzer Unternehmer setzte sich am Sonntagmittag bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung im zweiten Wahlgang gegen den bisherigen Vizepräsidenten Jürgen Doetz mit 498:458 Stimmen durch. Kaum hatte Wahlleiter Gerd Krämmer Ergebnis verkündet, da dröhnte aus dem rechten Block der Halle 45 lauter Fangesang. Die Ultras feierten einen Sieg: Die Fangruppierung hatte sich vorab intern darauf verständigt, den 62 Jahre alten Kaluza zu unterstützen. Schon im ersten Wahlgang hatte ihr Mann mit 381 Stimmen vorne gelegen, Doetz war auf 304 Stimmen gekommen, Frank Röhr, dritter Kandidat, schied mit 295 Stimmen aus.

          Kaluza hatte sich zuvor als der Mann „mit den frischen Ideen“ präsentiert, der gegen den „überschäumenden Kommerz im Fußballsport“ zu Felde ziehen will. Und: „Ich stehe für Klartext“ – das habe er beim Auswärtsspiel gegen den FC Bayern in der Vip-Lounge auch Hubert Burda sehr deutlich vor Augen geführt. Der Verleger sei mit den Worten „Wer ist heute unser Opfer?“ in den Raum gerauscht. Daraufhin habe er losgelegt: „Wir, der FSV Mainz 05. Und ohne uns wäre heute nichts los.“ Als er vor 20 Jahren die Mainzer Essigfirma „Speyer&Grund“ übernommen habe, „waren wir ein Nischenprodukt. Heute sind wir der Marktführer in Deutschland, weil wir den Verbraucher gefragt haben, was wichtig ist“. So werde er es auch an der Spitze des FSV Mainz 05 halten, um die Fans und Mitglieder zurückzuholen. „Ich werde euch zuhören, ich werde euch ernstnehmen.“

          Für Harald Strutz hieß es nach 29 Jahren Abschied nehmen.
          Für Harald Strutz hieß es nach 29 Jahren Abschied nehmen. : Bild: dpa

          Der neue Mann an der Spitze müsse nicht nur Hüter der Satzung und Sprachrohr der Mitglieder sein, sondern auch als Vorstandsvorsitzender eines mittelständischen Unternehmens fungieren. Er verfüge über die entsprechende Erfahrung. „Wer Busfahrer werden will, muss auch einen Führerschein haben.“ Kaluza sagte, Bundesliga-Heimspiele müssten wieder Festtage werden, zum Beispiel durch mehr Live-Events oder Zeitlupen im Stadion, ganz sicher aber nicht mit „Ringelpiez mit Helene Fischer“. Auch „öffentliches Mitmachtraining“ mit der Ersten Mannschaft steht auf der Agenda des neuen Vorsitzenden – das diene der körperlichen Ertüchtigung und einer größeren Nähe zwischen Mitgliedern und Klub.

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