https://www.faz.net/-gtm-9wiy2

Hertha BSC Berlin : Abschied von Klinsmann als „Chance“ für Nouri

  • Aktualisiert am

Bewährungschance: Alexander Nouri ist bei der Hertha Nachfolger von Klinsmann. Bild: dpa

Seit 21 Partien wartet Alexander Nouri auf einen Sieg als Cheftrainer im Profifußball. Als Nachfolger von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC steht der frühere Assistent im Abstiegskampf direkt vor einer großen Bewährungsprobe.

          2 Min.

          Jürgen Klinsmann schaltete auf den sozialen Netzwerken schon wieder in den Kalifornien-Modus, sein Nachfolger steht bei Hertha BSC direkt vor einer wegweisenden Bewährungsprobe. Nach 21 Spielen ohne Sieg als Cheftrainer im Profifußball will Alexander Nouri mit Orientierung am prominenten Vorgänger seine persönliche Pleiten-Serie beenden und die unverhoffte Chance im Abstiegskampf nutzen. „Grundsätzlich bin ich erstmal sehr dankbar, dass ich die Gelegenheit bekommen habe“, sagte der vorherige Assistent des ehemaligen Bundestrainers demütig vor der Partie beim SC Paderborn am Samstag (15.30 Uhr/F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und Sky).

          Dass Nouri nach seinem erfolglosen Trainer-Ende bei Werder Bremen und dem gescheiterten Kurzzeit-Engagement beim FC Ingolstadt überhaupt auf der großen Bühne stehen darf, hat er auch seinem Vorgänger zu verdanken. Klinsmann, der am Freitagmorgen auf seiner Facebookseite wieder das Bild eines Hubschraubers vor einem kalifornischen Restaurant anstatt seines Fotos im Hertha-Pulli präsentierte, hatte Nouri Ende November als Assistenten zum Hauptstadtklub mitgebracht.

          Für das Abstiegsduell mit dem Schlusslicht will sich der 40-Jährige dabei auch an seinem Vorgänger orientieren. „Am Ende denke ich, dass jeder eine andere Art hat, Dinge zu transportieren und Dinge zu vermitteln“, sagte Nouri. „Alles über den Haufen zu werfen, macht auch keinen Sinn, wir sind auf einem guten Weg fußballerisch. Diesen Weg wollen wir fortsetzen.“ Zuletzt hatte der Fußball defensiver Prägung allerdings auch in der Liga nicht mehr zum Erfolg geführt.

          „Volle Unterstützung“ von Preetz

          Angesichts des völlig überraschenden Rücktritts von Klinsmann am Dienstag blieb Hertha kaum eine andere Möglichkeit, als Nouri und dem weiteren Assistenten Markus Feldhoff das Vertrauen zu geben. Es sei ihre Chance, „an die erste Stelle zu treten und mit uns gemeinsam in die Aufgaben zu gehen“, betonte Michael Preetz. Der Manager hatte beiden zuvor „die volle Unterstützung“ ausgesprochen, die Mannschaft „auf die nächsten Wochen“ im Abstiegskampf vorzubereiten.

          Preetz wollte nicht endgültig ausschließen, dass Nouri auch über den Sommer hinaus Chefcoach bleibt: „Es ist gar nichts ausgeschlossen, wir sprechen über Fußball.“ Diese Variante gilt bei der Suche nach einem Cheftrainer allerdings als äußerst unwahrscheinlich.

          Bei der Präsentation hatte Klinsmann seinen Assistenten noch „als sehr wissbegierigen, neugierigen, jungen Trainer“ vorgestellt und von „Energie, Art und Weise der Kommunikation, Tuchfühlung“ geschwärmt. Der Weltmeister von 1990 hatte Nouri bei dessen fußballerischer Bildungsreise an die US-Westküste kennengelernt. In seiner Zeit an der Weser war Nouri neben der Erfolglosigkeit aber auch zum Verhängnis geworden, dass die auf Verteidigung geeichte Philosophie nicht zum Vereinsbild passte. Bei Ingolstadt übernahm er dann den damaligen Zweitligaklub und holte in acht Partien nur drei Punkte.

          Mit 21 sieglosen Spielen in Serie als Cheftrainer in beiden Ligen liegt Nouri dem „Kicker“ zufolge auf Rang drei der Negativliste. Sollte auch bei Hertha der Erfolg in den wegweisenden Partien in Paderborn, gegen den 1. FC Köln und bei Fortuna Düsseldorf ausbleiben, würde es überraschen, wenn er die Gelegenheit bekäme, den Rekord von Bernd Hollerbach mit 24 Partien zu übertreffen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Krisenmanagement : Was man aus der Katastrophe lernen kann

          Nach der Flut mehren sich Stimmen, die fragen, wie man in Zukunft mit Katastrophen umgehen sollte. Es brauche moderne Tieflader, Bagger und Hubschrauber, sagt ein Krisenmanager. Das Kernthema bleibt aber das Training.

          Chinas Weg zur Weltmacht : „Der Osten steigt auf, der Westen steigt ab“

          Die größte Armee, die meisten Supercomputer: China drängt auf einen Platz an der Sonne und will zur Supermacht werden – doch viele fürchten sich vor dem mächtigen Aufsteiger. Für wen wird das am Ende gefährlich?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.