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Die Eintracht füllt die Lücken : Mit Mut zum Risiko

  • -Aktualisiert am

Prompt erfolgreich: Frankfurts Neuzugang Bas Dost beim Spiel gegen Düsseldorf Bild: dpa

Mit Ante Rebic haben Eintracht Frankfurt und die Bundesliga einen weiteren außergewöhnlichen Stürmer verloren. Das Konzept, das der Klub mit seinen Wechseln verfolgt, birgt indes Risiken. Ob es auch zukunftstauglich ist, muss sich noch zeigen.

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          Als sich Luka Jovic in Frankfurt verabschiedete, um in Madrid ein neues Kapitel in seiner Fußballkarriere aufzuschlagen, war das für die Eintracht finanziell ein Glücksfall. Sportlich dagegen alles andere als ein Grund zum Jubeln. Die Bundesliga verlor mit dem Youngster einen außergewöhnlichen Stürmer. Wobei sich gerade in Düsseldorf das Bedauern über seinen Weggang in Grenzen hielt.

          Bundesliga

          Die Fortuna reagierte erleichtert, dass ihnen der Serbe in dieser Saison „nicht wieder fünf Stück einschenken kann“, wie sie seinerzeit twitterte. Mit seiner Handvoll Tore schoss Jovic am 19. Oktober 2018 die Rheinländer im Alleingang ab. Die weiteren Treffer gingen aufs Konto von Sébastien Haller. Zusammen sorgten die Top-Scorer für einen der vielen Erfolge im goldenen Herbst, der den Weg in eine sorgenfreie Spielzeit ebnete.

          So weit sind sie bei der Eintracht im Spätsommer 2019 noch nicht. Mit dem Abschied von Ante Rebic geht der Umbruch weiter. Die Büffelherde, die in der vorigen Spielzeit 57 Tore schoss (von insgesamt 91), gibt es nicht mehr. Wucht und Willen, die Rebic an guten Tagen verkörperte, werden dem Team fehlen. Der Kroate bereicherte das Angriffsspiel der Eintracht um eine wilde Komponente. Dass er es zuletzt mit seinen Ego-Trips übertrieb, schwächte seine Position bei den Kollegen, die ihm ansonsten einiges durchgehen ließen – weil sie wussten, was er zu leisten imstande ist. Rebic im Tausch mit Silva nach Mailand ziehen zu lassen ist eine mutige Entscheidung. So gesehen, passt sie zum bisherigen Personalkonzept Fredi Bobics. Schon bald wird sich zeigen, wie zukunftstauglich es ist.

          Mit gutem Gefühl in die Pause

          Es ist nun auch an Bas Dost, einen Teil der Lücke zu füllen, die das Spitzen-Trio hinterließ. Der Niederländer, dem ein vielversprechendes Debüt gelang, gehört nicht zur Sorte Profis, für die hohe Erwartungen eine Belastung darstellen. Sowohl in seiner Heimat als auch später in Wolfsburg und Lissabon wurde er den Ansprüchen an seine Person gerecht. Dost kommt bei seiner Integration zugute, dass dem Verein wegen der Länderspiel-Termine kein Pflichtspieleinsatz bevorsteht und er als Nichtnationalspieler mehr Möglichkeiten erhält, Abläufe und Strukturen auf und neben dem Platz in Frankfurt kennenzulernen.

          Der Erfolg gegen Düsseldorf sorgt für die angenehme Begleiterscheinung, dass sich die Eintracht mit einem guten Gefühl in die Pause verabschiedete. Danach geht es Schlag auf Schlag weiter. Bis Weihnachten sind es 21 Partien, die auf dem Programm stehen, beim Erreichen des Pokal-Achtelfinales noch eine mehr. Zahlreiche englische Wochen gilt es zu bewältigen. Die waren in der vergangenen Hinrunde, als es keine Verletzten zu beklagen gab, für die Eintracht Lust statt Last.

          Nun hat Hütter noch mehr Auswahl. Ein Versprechen haben der Trainer und die Seinen mit dem Sieg gegen die Fortuna, der sich an die Sternstunde gegen Straßburg und die Aufregung um Rebic anschloss, eingelöst: sich um spektakulären Fußball zu bemühen. Und nach drei Spieltagen befinden sie sich, ohne es exakt so proklamiert zu haben, in Sichtweite der Spitzenklubs. Es hätte unangenehmer losgehen können.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

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