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Ajax-Spieler Nouri im Koma : Hoffen nach dem Drama beim Bremer Testspiel

  • Aktualisiert am

Abdelhak Nouri ist niederländischer U-21-Nationalspieler. Bild: dpa

Der Schock nach dem Kollaps eines Amsterdamer Spielers sitzt auch bei Gegner Bremen noch tief. Die Werder-Profis bekommen psychologische Hilfe. Inzwischen gibt es immerhin eine gute Nachricht.

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          Nach dem dramatischen Zwischenfall im abgebrochenen Testspiel saß der Schock bei den Fußball-Profis von Werder Bremen und Ajax Amsterdam tief. Zwar ist der zusammengebrochene Ajax-Profi Abdelhak Nouri inzwischen außer Lebensgefahr, viele Fragen sind aber nach wie vor ungeklärt. „Wir hoffen, dass alles gut wird. Wir halten alle Spieler auf dem Laufenden“, sagte Ajax-Coach Marcel Keizer nach der Rückkehr des Teams in der Nacht auf Sonntag nach Amsterdam. Am Montag nun gaben die Ärzten bekannt, dass Nouri von seinem Zusammenbruch keine bleibenden Herzschäden erlitten hat. Neurologische Untersuchungen nach möglichen Hirnschäden sollen noch folgen.

          Für die Ajax-Profis war am Sonntag komplett frei, ein für Montag geplantes öffentliches Training und ein weiteres Testspiel am Dienstag gegen ein Amateurteam wurden abgesagt. Angesichts der Sorge um den Klubkameraden fühle sich die Mannschaft nicht dazu in der Lage, teilte der niederländische Rekordmeister am Sonntagabend mit. Auch bei Werder ging es im Trainingslager zunächst nur bedingt weiter. „Das hat alle natürlich sehr mitgenommen. Das hat einem einmal mehr vor Augen geführt, wie schnell alles anders sein kann“, sagte Kapitän Zlatko Junuzovic am Sonntagmittag. Zuvor hatte lediglich eine Einheit auf dem Fahrrad auf dem Programm gestanden, am Nachmittag war ganz frei.

          „Ich denke, dass man die Mannschaft erstmal in Ruhe lassen sollte. Wir werden versuchen, das aufzuarbeiten“, sagte Werders Sportchef Frank Baumann. Er bot den Profis Gespräche mit dem Psychologen Andreas Marlovits an. „Vor allem auch die Gespräche zwischen den Spielern helfen sehr“, berichtete Junuzovic. Am Abend zuvor hatten beide Teams dramatische Stunden erlebt. Der nicht mit Werder-Coach Alexander Nouri verwandte 20 Jahre alte Ajax-Spieler Abdelhak Nouri war nach etwa 70 Minuten beim Stand von 2:1 für Werder zusammengesackt und leblos am Boden liegen geblieben.

          „Es gab ein Herz-Kreislauf-Versagen“, erklärte Baumann. Sofort versuchten Ärzte, Nouri mit Herzdruckmassagen zu reanimieren. Der Youngster wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Innsbruck geflogen und in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt. In diesem befand sich Nouri auch am Sonntag noch. Immerhin bestand aber keine Lebensgefahr mehr. Seine Situation sei am Abend „sehr stabil“ gewesen, teilte der Klub mit. Inzwischen brauche Nouri weniger Medikamente. „Es war schön, diese positive Nachricht zu bekommen“, sagte Junuzovic.

          Am Abend zuvor waren auch die Bremer noch deutlich besorgter. „Heute haben wir wirklich einen tragischen Moment erlebt. Das Leben und der Fußball können so schön sein, es kann aber auch so grausam sein“, sagte Baumann. „Wir sind auch geschockt und müssen das erstmal verarbeiten.“ Dies war auch in den den fahlen Gesichtern der Bremer Spieler zu erkennen. Immer wieder telefonierten auch sie mit ihren Familien. „Unsere Gedanken und allerbesten Wünsche sind bei Nouri, seinen Angehörigen, den Spielern, Fans und bei Ajax Amsterdam“, sagte Baumann.

          Auch von Konkurrenzvereinen wie Feyenoord Rotterdam und PSV Eindhoven sowie vom niederländischen Fußballverband KNVB gab es sogleich Solidaritätsbekundungen. Der frühere Trainer Frank de Boer schrieb: „Bleibe stark. Du hast der Welt noch so viel zu zeigen.“ Der niederländische U-21-Nationalspieler Nouri war nach der Pause im Zillertal eingewechselt worden. Für Ajax kam auch der ehemalige Schalker Profi Klaas-Jan Huntelaar in der zweiten Halbzeit zum Einsatz und verpasste mit einem Lupfer an die Latte den Ausgleich. Mateo Cassierra hatte den niederländischen Rekordmeister nach 21 Minuten in Führung geschossen. Johannes Eggestein (46.) und Florian Kainz per Foulelfmeter schossen die Bremer Tore im letztlich unwichtigen Testspiel.

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