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Start ins Jahr 2018 : Was ist eigentlich noch spannend an der Bundesliga?

  • -Aktualisiert am

Immer wieder feiern die Bayern: Ändert sich das im Jahr 2018? Bild: dpa

22 Tage Winterpause müssen reichen. Nun beginnt die Rückrunde in der Fußball-Bundesliga mit den Bayern in Leverkusen. Sechs wichtige Fragen stellen sich zuvor. FAZ.NET beantwortet sie.

          Nach nur 22 Tagen Winterpause geht es an diesem Freitag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga, im ZDF und bei Eurosport) mit dem Spiel der Bayern in Leverkusen weiter. Zuvor beantwortet FAZ.NET die wichtigsten Fragen zum Start ins Fußball-Jahr 2018.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Was ist eigentlich noch spannend an der Bundesliga?

          An der Spitze: gar nichts! Und das nun schon seit fünf Jahren. Nach dem Ende der Hinserie beträgt der Vorsprung des FC Bayern diesmal elf Punkte. Das entspricht exakt dem arithmetischen Mittel der bayerischen Überlegenheit in dieser Zeit. 2016 waren es 13 Punkte. 2015 zwölf. 2014 elf. 2013 zehn. Und 2012 neun. Auch wenn ein Klub mal für ein paar Wochen mithalten kann oder die Bayern sogar zeitweilig überflügelt, wie diesmal Dortmund, kommt niemand gegen die Substanz des Rekordmeisters an. Und so machen die Bayern, wie es aussieht, auch das halbe Titeldutzend ganz locker voll. Und ganz nebenbei haben sie sich aktuell mit Sandro Wagner und für den Sommer vermutlich schon mit Leon Goretzka verstärkt – und die Konkurrenz geschwächt.

          Der Abstand zwischen Platz eins und Platz zwei (Schalke) ist so groß wie zwischen Rang drei (Dortmund) und Rang 15 (Mainz). Mit anderen Worten: Hinter den Uneinholbaren aus München fehlt trotz des BVB und RB Leipzig in der Liga eine klare Hierarchie mit einer Spitzenmannschaft, die dieser Rolle dauerhaft gerecht wird. Und das nicht erst seit dieser Saison. Die ausgeschiedenen deutschen Teilnehmer der Europa League (Hoffenheim, Hertha, Köln) finden sich auf Rang sieben, zehn und am Tabellenende wieder. Dieses typische Wechselspiel und der ewige Abstiegskampf des HSV sorgen daher seit einigen Jahren für die größte Spannung. Ein Zeichen für Qualität der Liga ist das nicht, im Gegenteil. Viele Mannschaften haben große Schwierigkeiten, das Spiel aktiv und kreativ zu gestalten. Nicht nur die Tabellenplätze, auch die Spielweisen in der Bundesliga sind oft austauschbar geworden. Die spannendste Frage ist daher: Wann ändert sich das endlich? (Michael Horeni)

          Steht das letzte halbe Jahr in der Trainerkarriere von Jupp Heynckes bevor?

          Jupp Heynckes ist ein Mann mit Grundsätzen und Vorsätzen, an die er sich meistens hält. Der aus dem Ruhestand reaktivierte Fußball-Pädagoge vom Niederrhein neigte deshalb nicht zum Taktieren, als er sein viertes Mandat beim deutschen Dauermeister FC Bayern München mit dem Saisonfinale für beendet erklärte. Heynckes hat seit seinem Dienstbeginn am 9. Oktober die Basistugenden seiner Mannschaft kontinuierlich um ein paar Prozentpunkte verbessert und den Zusammenhalt im Kader ständig verstärkt. Eine Autorität wie er, der die Bayern 2013 zum Triple-Triumph (Meister, DFB-Pokalsieger und Champions-League-Gewinner) führte, kommt an in einem Team, dessen Spieler auf Spitzenniveau gefordert werden wollen. Dass sein Engagement Siege in Serie produziert, ist ein Grund, warum Präsident Uli Hoeneß den Nachfolger von Carlo Ancelotti am liebsten für eine weitere Spielzeit behielte.

          Noch aber widersteht der Trainer dem Liebeswerben, das auch damit begründet ist, dass andere für den Meister in Frage kommende Fußball-Lehrer wie Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig) oder Niko Kovac (Eintracht Frankfurt) frühestens 2019 zu haben wären. Der vom Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge goutierte Thomas Tuchel scheint im Moment nicht mehr erste Wahl zu sein, weil der „deutsche Guardiola“ als schwieriger Charakter gilt. Der 72 Jahre alte Heynckes dagegen, ein Paradebeispiel für die Leistungsfähigkeit älterer Menschen, besitzt eine zeitlose menschliche Klasse und fachliche Autorität. Mag sein, dass er im Sommer noch nicht auf seinen Bauernhof nahe Mönchengladbach zurückkehrt. (Roland Zorn)

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