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6:2 gegen Hamburg : Dortmund wie entfesselt

  • -Aktualisiert am

Weiche Landung: Aubameyang trifft und fliegt Bild: REUTERS

Beim 6:2-Sieg über den HSV zeigt Dortmund Angriffsfußball der besonderen Art und freut sich über 15 Punkte aus fünf Spielen. BVB-Coach Klopp kritisiert vor dem Spiel Bundestrainer Löw.

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          Die Dortmunder Borussen hatten in den vergangenen Jahren manchen Rekord aufgestellt. Beim 6:2 über den Hamburger SV kam nun noch einer dazu. Der BVB kann zum ersten Mal in der Bundesliga auf eine Bilanz von fünfzehn Punkten aus den ersten fünf Spielen blicken. In der ersten Halbzeit stark, in der zweiten Halbzeit phasenweise wie entfesselt, verteidigten die Dortmunder die Tabellenspitze.

          Für den BVB trafen Pierre-Emerick Aubameyang (19./65.Minute), Henrich Mchitarjan (22.), Robert Lewandowski (73./81) und Marco Reus (74.). Auf der Gegenseite hatten die Tore von Zhi-Gin Andreas Lam (26.) und Heiko Westermann (49.) kurz den Anschein erweckt, der HSV könnte die einseitige Partie im Ergebnis ausgeglichen gestalten.

          In der vergangenen Saison hatte BVB beide Bundesligaspiele gegen Hamburg verloren. Das sollte sich nicht wiederholen. Die Borussia übernahm früh die Initiative und zwang den Gegner dazu, sich fast die gesamte erste Halbzeit über ganz auf die Abwehrarbeit zu konzentrieren.

          In einer insgesamt angriffslustigen Elf zeigte sich auch Mats Hummels von Beginn an voller Tatendrang. Zuletzt in Frankfurt hatte er eine schwächere Leistung gezeigt und war zur Halbzeit ausgewechselt worden.

          Die Dortmunder Offensive hatte am Samstagabend viel Freude

          Dennoch genießt Hummels weiter das Vertrauen des Dortmunder Trainers. „Wir sollten locker bleiben, so schlecht ist seine Verfassung nicht“, sagte Jürgen Klopp am Samstag vor dem Anpfiff dem Privatsender „Sky“.

          Bei dieser Gelegenheit ließ er auch Kritik am Bundestrainer anklingen. „Ich glaube nicht, dass Jogi Löw ein Problem mit Borussia Dortmund hat. Aber es ist auch Tatsache: Wenn Fehler Namen kriegen, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass es ein Spieler von Borussia Dortmund ist“, sagte Klopp. „Ich habe mich damals bei Marcel Schmelzer ein wenig gewundert und jetzt bei Mats. Solche Dinge müssen dann auch mal aufgeklärt werden.“

          Westermanns Ausgleich war ein seltener Hamburger Lichtblick

          Wie jeder andere müsse sich allerdings auch Hummels „dem Kampf um die Stammplätze stellen“. In der Abwehr lange kaum gefordert, ging er gegen den HSV selbstbewusst mit nach vorn und hätte fast sogar als Torschütze auf sich aufmerksam gemacht, traf aber nur die Latte.

          So musste die Mehrheit unter den 80.000 Zuschauern sich noch ein wenig gedulden, bis sie einen Doppelschlag der Heimelf bejubeln durfte. Zunächst war HSV-Torwart Rene Adler den Dortmundern dabei behilflich, ihre Überlegenheit auch im Ergebnis auszudrücken; er ließ einen Schuss von Aubameyang passieren, der den polnischen Nationalspieler Jakub Blaszczykowski vertrat.

          Da kann Djourou nur staunen, was Lewandowski mit dem Ball anstellt

          Drei Minuten später traf auch der zweite millionenschwere Neuzugang der Borussen. Henrich Mchitarjan veredelte eine brillante Kombination mit dem 2:0. Von Reus angespielt hatte Robert Lewandowski den Ball mit der Hacke zum Torschützen weitergeleitet. Dortmund beherrschte den Gegner zwar, versäumte es aber, den Vorsprung vor der Pause weiter auszubauen.

          Gegen den Trend der einseitigen ersten Hälfte kam der HSV sogar zum Anschlusstreffer. Unbehelligt von Subotic und Großkreutz nutzte Lam den Raum, der sich bot, und traf ins lange Eck. Der einzige Torschuss im ersten Durchgang reichte dem HSV, um sich die Illusion zu bewahren, noch etwas ausrichten zu können – auch weil Adler bei einem Schuss von Reus, den er an die Latte lenkte, ein weiteres Tor verhinderte.

          Enttäuschung pur: Der Hamburger SV bleibt konstant unkonstant

          Der Außenseiter erhielt vorübergehend weiteren Auftrieb, da auch der zweite Versuch der Hamburger von Erfolg gekrönt war. Westermann nutzte einen Freistoß von van der Vaart mit dem Kopf zum Ausgleich. Die Dortmunder ließen sich ihren Schwung durch die beiden Rückschläge nicht nehmen.

          Mit drei Toren binnen neun Minuten schufen Aubameyang, Lewandowski und Reus schufen eindeutige Verhältnisse. Kurz vor Schluss machte Lewandowski die Partie für den HSV vollends zum Debakel. „Das hat Spaß gemacht zuzuschauen“, sagte Klopp zufrieden.

          Borussia Dortmund - Hamburger SV 6:2 (2:1)

          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic (61. Sokratis), Hummels, Schmelzer (79. Durm) - Bender, Sahin - Aubameyang, Mchitarjan (79. Hofmann), Reus - Lewandowski
          Hamburger SV: Adler - Sobiech (46. Jiracek), Djourou, Westermann - Diekmeier, Arslan, Rincón (68. Calhanoglu), Lam - van der Vaart (85. Lasogga) - Beister, Zoua Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden)
          Zuschauer: 80.645 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Aubameyang (19.), 2:0 Mchitarjan (22.), 2:1 Lam (26.), 2:2 Westermann (49.), 3:2 Aubameyang (65.), 4:2 Lewandowski (73.), 5:2 Reus (74.), 6:2 Lewandowski (81.)
          Gelbe Karten: - / Arslan (3), Diekmeier (2), Rincón (1), van der Vaart (2)

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