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6:1 in Köln : Auch Dortmund kann hoch gewinnen

  • -Aktualisiert am

Mann für die Wende: Shinji Kagawa trifft zum 2:1 Bild: dapd

Wer 1:0 führt, kann auch mal 1:6 verlieren: Borussia Dortmund dreht das Spiel in Köln nach frühem Rückstand. Am Ende grenzt die Kölner Leistung an Arbeitsverweigerung.

          2 Min.

          Mehrere Baustellen hatten die Anfahrt zum Stadion zu einem Kampf gegen die Uhr gemacht. Für manchen Zuschauer war dieser Kampf weitaus nervenaufreibender als für die Profis von Borussia Dortmund das folgende Fußballspiel, das zehn Minuten später begann als geplant. Der Tabellenführer der Bundesliga geriet beim 1. FC Köln zwar in Rückstand, ließ sich durch das Gegentor von Milivoje Novakovic (13. Minute) aber eher ermuntern als verunsichern.

          Am Ende gewann der BVB sein Auswärtsspiel souverän 6:1. Dank der Tore von Lukasz Piszczek (26.), Shinji Kagawa (47.) und Robert Lewandowski (52.) war die Partie nach nicht einmal einer Stunde so gut wie entschieden. Ilkay Gündogan (79.), abermals Kagawa (80.) und Ivan Perisic (84.) machten das Spiel in der Schlussphase zu einem Debakel für die abstiegsgefährdeten Kölner, die nur in der Anfangsphase hatten mithalten können. Dortmund, seit nunmehr 21 Ligaspielen ungeschlagen, behauptete dank des Sieges die Tabellenspitze mit fünf Punkten Vorsprung vor Verfolger Bayern München.

          Kurze Freude: Köln führt 1:0 durch Novakovic
          Kurze Freude: Köln führt 1:0 durch Novakovic : Bild: dpa

          Vieles hatte schon vor dem Anpfiff für die Westfalen gesprochen: Der Tabellenstand, die lange Serie von Spielen, die der BVB ohne Niederlage überstanden hatte, und auch Jürgen Klopps persönliche Bilanz gegen Köln. Seit er beim BVB angefangen hat, hatte seine Mannschaft alle sieben Spiele gegen die Rheinländer gewonnen. Diesmal aber erwischte sie einen Fehlstart und geriet früh in Rückstand.

          Bei einer Flanke von Martin Lanig wirkte Torhüter Roman Weidenfeller nicht so zupackend, wie man ihn kennt. FC-Torjäger Novakovic setzte sich im Kopfballduell mit Neven Subotic durch und nutzte das Entgegenkommen der Borussen zielsicher aus. Der deutsche Meister sah sich zum ersten Mal in dieser Rückrunde gezwungen, einen Rückstand aufzuholen.

          Keine Müdigkeit bei den pokalgeplagten Borussen

          Obwohl die Dortmunder zuletzt im Pokal-Halbfinale gegen Greuther Fürth hundertzwanzig Minuten gefordert waren, machten sie einen frischen Eindruck und gingen sofort daran, den Ausgleich zu erzielen. Robert Lewandowski gab mit einem Kopfball, den Torwart Rensing parierte, das Zeichen zum Aufbruch. Mitte der ersten Hälfte erzielte der BVB im Standardformat den Ausgleich. Rechtsverteidiger Piszcek drückte Schmelzers Freistoßflanke, die fast von der Eckfahne kam, mit dem Kopf zum Ausgleich ins Netz.

          Strahlen in Schwarz-Gelb: Dortmund feiert den Sieg
          Strahlen in Schwarz-Gelb: Dortmund feiert den Sieg : Bild: dapd

          Der Favorit bekam die Partie nun besser in den Griff, kam aber selten so vielversprechend zum Abschluss wie Piszczek nach einer halben Stunde. Fünf Minuten vor der Pause traf Sven Bender zwar das Tor, stand dabei allerdings im Abseits. Die Kölner verlegten sich überwiegend aufs Verteidigen, bekamen bei einem Gegenstoß aber überraschend die Chance zum Ausgleich. Podolski vermochte sie aber nicht zu nutzen. Eine Kölner Führung hätte allerdings auch nicht zu den Kräfteverhältnissen auf dem Rasen gepasst.

          Köln im Energiesparmodus

          In die zweite Hälfte startete Dortmund geradezu leichtfüßig und sicherte sich mit einem Doppelschlag gegen das Risiko aufkommender Müdigkeit ab. Zwei Minuten nach dem Seitenwechsel veredelte Kagawa die Vorarbeit des starken spielenden Piszczek, weitere fünf Minuten später vollendete Lewandowski eine wunderbare Kombination über Kagawa und Blaszczykowski, der ihm die Kugel mit der Hacke vorlegte, zu seinem siebzehnten Saisontor.

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          Die Dortmunder hatten sich rechtzeitig Ruhe verschafft und brauchten dem Kraftakt vom Dienstag keinen weiteren folgen zu lassen. Statt dessen konnten sie in einer Art Energiesparmodus zuschauen, wie die Kölner sich bei dem Versuch blamierten, die Niederlage in Grenzen zu halten.

          Dieser Versuch schlug nicht nur fehl, sondern am Ende auch noch ins Gegenteil um. Im Gefühl des sicheren Sieges liefen die Dortmunder zu Hochform auf, allen voran Kagawa, der in seiner Spielfreude erst durch seine Auswechslung in gestoppt werden konnte. Erst ermöglichte der Japaner Mittelfeldspieler Gündogan als Partner beim Doppelpass das vierte Dortmunder Tor, das fünfte erzielte er selbst, ehe von der Bank aus verfolgte, wie Perisic schließlich den Schlusspunkt setzte.

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