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6:1 gegen Frankfurt : Hertha feiert eine Party zur Rückkehr

Doppelschlag: Allagui trifft zweimal für Hertha Bild: AFP

Berlin im Rausch: Bei der Rückkehr in die Bundesliga überrollt die Hertha Eintracht Frankfurt. Die Berliner spielen klug und schnell, die Hessen viel zu behäbig.

          2 Min.

          Die Fußball-Bundesliga kann sich über eine neue Attraktion freuen. Bei seiner Rückkehr in die Fußball-Bundesliga hat Hertha BSC Berlin in einer mitreißenden Vorstellung mit einem 6:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt gezeigt, dass der Hauptstadtklub in der ersten Klasse auch wieder für spektakuläre Auftritte zu haben ist.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Schon in der ersten Halbzeit war soviel Angriffswucht bei den Berlinern zu spüren, wie man sie bei der Hertha auch aus Bundesligazeiten kaum kannte. Neben den beiden Toren von Adrian Ramos (18. Minute) und John Anthony Brooks (32.) traf der Aufsteiger vor der Pause noch dreimal den Pfosten - und hatte auch ansonsten noch die ein oder andere erstklassige Chance.

          Aber auch der zwischenzeitliche Frankfurter Treffer durch Alexander Meier (37.) brachte die Hertha nicht mehr aus dem Rhythmus - ganz im Gegenteil. In der zweiten Hälfte waren es dann zwei schnell und klug gespielte Konter, die Sami Allagui mit einem Doppelschlag (58. und 60.) zur Entscheidung nutzte. Gegen das zerfallende Team von Trainer Armin Veh gelang Ramos wiederum nach einem schnellen Angriff auch noch der fünfte Streich in der ersten Klasse. Ronny setzte dann den rauschhaften Berliner Schlusspunkt zum 6:1 (89.) mit „Oh-wie-ist-es-schön“-Gesängen von den Rängen.

          Die Berliner Fans ließen den Aufsteiger begeistert als „Tabellenführer“ hochleben, aber mehr noch als die Rückkehr gleich an die Spitze der Bundesliga dürfte den Anhängern in der Hauptstadt beeindruckt haben, wie Trainer Jos Luhukay vom Start weg eine spiel- und konterstarke Mannschaft hervor gezaubert hat. Dabei hatte es in den ersten zehn Minuten zunächst noch so ausgesehen, als sei die Bundesliga für den Meister der zweiten Liga für den Anfang doch noch eine Nummer zu groß. Die Eintracht dominierte mit reifer Spielanlage, aber Joselu, Flum und Rosenthal, die drei Neuzugänge, konnten ihre Chancen nicht nutzen.

          Danach aber lieferte die Hertha zunächst eine knappe halbe Stunde anspruchsvollen Konterfußball mit schnellem Umschaltspiel auf technisch hohem Niveau. Erst trafen Ndjeng (13.) und Ramos (16.) nur die Latte, aber nach einem blitzschnellen Konter über Allagui und Ben-Hatira schob Ramos den Ball zum 1:0 aus wenige Metern über die Linie, nach einer guten halben Stunde jubelten die Berliner Aufsteiger zum zweiten Mal. Brooks war im zweiten Schussversuch aus rund zehn Meter nach einer Ecke erfolgreich, nachdem Ben-Hatiras Schuss vom eigenen Mitspieler noch abgeblockt worden war. Kurz vor der Pause erholte sich die Überraschungsmannschaft der Vorsaison zumindest vorübergehend vom Berliner Wirbel.

          Ein Tor im ersten Bundesligaspiel: John Anthony Brooks
          Ein Tor im ersten Bundesligaspiel: John Anthony Brooks : Bild: dpa

          Nach einem Freistoß lenkte Torwart Kraft einen Kopfball von Russ gerade noch gegen den Pfosten - den nachsetzenden Rosenthal brachte Ramos im Strafraum jedoch zu Fall. Meier nutzte den Elfmeter zum 1:2. Aber die Hertha ließ sich durch den Rückschlag nicht verunsichern - und die Eintracht spielte weiter körperlich und geistig viel zu behäbig.

          Allagui bedankte sich dafür nach der Pause und erzielte nach zwei Konternagriffen wie vom Reißbrett die Treffer Nummer drei und vier für den Aufsteiger. Es war genauso gekommen, wie es sich Trainer Luhukay gewünscht hatte. Anders als in der zweiten Liga eröffneten sich gegen spielstärkere Gegner tatsächlich Räume, die es im Vorjahr nicht gegeben hatte - und die Hertha nutzte sie mit einer Spiel- und Kombinationsfreude, wie man sie schon seit Jahren nicht mehr im Olympiastadion gesehen hatte. Gegen die am Ende völlig zerzausten Frankfurter war es dann Ramos (72.), der den nächsten Ruck-Zuck-Angriff zum 5:1 bei den Berliner Festspielen nutzte, ehe der eingewechselte Ronny im Slalomlauf das halbe Dutzende voll machte (89.).

          Hertha BSC - Eintracht Frankfurt 6:1 (2:1)

          Hertha BSC: Kraft - Ndjeng, Langkamp, Brooks, van den Bergh - Lustenberger, Hosogai (83. Kluge) - Allagui, Baumjohann (76. Ronny), Ben-Hatira (73. Schulz) - Ramos
          Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Russ, Oczipka - Schwegler - Flum (47. Inui), Rode - Meier - Rosenthal (46. Aigner), Joselu
          Schiedsrichter: Weiner (Ottenstein)
          Zuschauer: 54.376
          Tore: 1:0 Ramos (17.), 2:0 Brooks (32.), 2:1 Meier (37./Foulelfmeter), 3:1 Allagui (58.), 4:1 Allagui (60.), 5:1 Ramos (71.), 6:1 Ronny (89.)
          Gelbe Karten: - / Flum (1)

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