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6:0 gegen Bremen : Stuttgart schießt sich mit Macht aus dem Keller

  • Aktualisiert am

Schwäbische Partykanonen: Stuttgarter Feierquintett nach Maricas 1:0 Bild: dapd

Der VfB Stuttgart befreit sich mit einem Kantersieg aus der Abstiegszone und fügt Werder Bremen die höchste Pleite seit 23 Jahren zu. Der VfB-Sturm glänzt gegen defensiv völlig orientierungslose Norddeutsche.

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          Der VfB Stuttgart hat endlich auch in der Bundesliga geglänzt und die Krise bei Werder Bremen dramatisch verschärft. Durch das überzeugende und hoch verdiente 6:0 (3:0) verließ der VfB am Sonntag die Abstiegsränge, während die erschreckend schwachen und chancenlosen Bremer ihre vierte Niederlage in nur 13 Tagen kassierten. Ciprian Marica (10.) und Nationalspieler Cacau (31., 45.) mit einem Doppelpack trafen vor 39.500 Zuschauern.

          Nach der Pause machten Christian Gentner (68.), Georg Niedermeier (73.) und Arthur Boka (87.) mit ihren Toren die Werder-Demütigung und vierthöchste Auswärts-Niederlage der Bremer perfekt. Cacau (61.) vergab die Chance auf seinen dritten Treffer, als er mit einem Foulelfmeter an seinen Nationalmannschafts-Kollegen Tim Wiese scheiterte. Ähnlich schlecht machte es Werders Kapitän Torsten Frings (24.). Er verschoss erstmals nach sechs Jahren einen Elfmeter.

          Während die Stuttgarter (10) sich auf Rang 14 verbesserten, bleiben die Bremer im Mittelfeld stecken. Erschreckend: Mit 26 Toren haben sie die zweitmeisten Gegentreffer nach Schlusslicht Borussia Mönchengladbach (33) kassiert. Beide Teams plagten Personalprobleme. Den Schwaben fehlten allein sieben Spieler, bei Werder sah es nicht viel anders aus. Bremens Trainer Thomas Schaaf brachte dennoch überraschend Sandro Wagner für seinen besten Saisontorschützen Hugo Almeida. Auch der zuletzt heftig kritisierte Mikael Silvestre rückte wieder in die Abwehrkette.

          Aggressiv, schnell, kombinatuionssicher

          Die Stuttgarter konnten die Ausfälle bestens kompensieren. Nahtlos knüpften sie an die gute Leistung vom 3:0 aus dem Europa-League-Spiel bei Getafe in Spanien an: aggressiv, schnell, kombinationssicher und konsequent bei der Chancenauswertung. Vor allem die Umstellung in der Mittelfeld-Zentrale zahlte sich aus: Erstmals hatte VfB-Trainer Jens Keller sein Wunschduo Christian Träsch und Christian Gentner aufbieten können - und durfte sich bestätigt fühlen.

          Schon zur Halbzeit war die Partie entschieden. Die Bremer gingen zwar das hohe Tempo des VfB mit, doch erneut machte das dilettantische Defensivverhalten alle Bemühungen des Champions- League-Teilnehmers zunichte. „Wir haben uns ziemlich dumm angestellt bei den Gegentreffern“, ärgerte sich Clubchef Klaus Allofs zur Pause. So hatte Werders Stürmerstar Claudio Pizarro den Führungstreffer der Stuttgarter durch den starken Marica (10.) ermöglicht. Im Mittelfeld hatte er den Ball per Hacke gespielt - und prompt verloren. Auch den Toren von Cacau (31., 45.) waren unerklärliche Fehler in der Deckung vorausgegangen. Nur dem überragenden Keeper Wiese hatten es die Gäste zu verdanken, dass es nicht noch schlimmer wurde. Auch nach dem Wechsel änderte sich nichts am Bild. Die Bremer bemühten sich, mitzuspielen, Stuttgart lauerte auf seine Chancen - und bekam sie. Cacau scheiterte zwar mit seinem Strafstoß, doch Gentner (68.), Niedermeier (73.) und Boka (87.) setzten wenig später die Schlusspunkte im Torreigen.

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