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Fußball-Kommentar : Der Erfolg der Bayern wird zementiert

Ein gewohntes Bild in der Bundesliga: Robert Lewandowski jubelt, die Bayern jubeln. Bild: EPA

Worum geht es in der Bundesliga? Um Wettbewerb. Darum, den bestmöglichen Fußball zu sehen, der spannend und nach Möglichkeit auch noch unvorhersehbar ist. Das ist gerade nicht der Fall. Und daran dürfte sich vorerst nichts ändern.

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          Romantik ist eine schöne Sache. Ein Candlelight-Dinner in einem schicken Restaurant, ein Sonnenuntergang über dem Meer, ein Herz-Schmerz-Streifen im Kino, es gibt viele Möglichkeiten. Im Fußball kann man sich Romantik nicht leisten. Viele haben das noch nicht begriffen. Erst vor gut einer Woche stimmte eine knappe Mehrheit von 36 Klubvertretern aus der ersten und zweiten Liga dafür, dass jeder Bundesligaverein weiterhin die Stimmenmehrheit seiner Fußballkapitalgesellschaft halten muss (50+1-Regel). Dass das ein Fehler war, erkennt jeder beim Blick auf die Bundesliga-Tabelle. Die Bayern sind der Konkurrenz, die für sie schon lange keine mehr ist, weit enteilt.

          Das Geld von Investoren allein würde keine Spannung garantieren. Aber es würde zumindest die Möglichkeit dafür schaffen, dass Klubs wie Schalke, Mönchengladbach, Frankfurt, Hamburg, Köln oder auch Hannover den Rückstand zum Rekordmeister doch noch einmal verkürzten. Denn ein Festhalten an 50+1 bedeutet nichts anderes, als dass die Überlegenheit der Bayern zementiert bleibt. Deren Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge könnte sich nach der Abstimmung seiner Kollegen also zurücklehnen, die Hände reiben und entspannt auf die kommenden Meisterschaften blicken. Aber das tut er nicht. Unterstützer der 50+1-Regel bezeichnete er zuletzt im Interview mit dem Fußball-Magazin „kicker“ als „Ideologen“ und „Zwecknostalgiker“. Bayern München stimmte als nur einer von vier Vereinen gegen die 50+1-Regel.

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