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5:2 in Hannover : Das nächste Hoffenheimer Spektakel

So jubelt Hoffenheim: Ibisevic schultert seine Kollegen Bild: AP

Die TSG Hoffenheim bleibt die Mannschaft der Saison: in Hannover ließ sich Ralf Rangnicks Team auch von einem zwischenzeitlichen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen - auch weil Enke-Ersatz Fromlowitz patzte.

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          Ralf Rangnick war nicht ohne guten Vorsatz in seine alte Fußballheimat zurückgekehrt. „Auswärts nicht nur Komplimente“ bekommen - so hatte sich der Trainer von 1899 Hoffenheim das Spiel seiner Mannschaft bei Hannover 96 vorgestellt. Und nach dem 5:2 am Samstag durfte er nicht nur drei Punkte mit nach Hause nehmen, sondern als Souvenir auch die frisch ausgedruckte Tabelle, die Hoffenheim als Tabellenführer auswies - zumindest für einen Tag.

          Vedad Ibisevic mit seinen Saisontoren acht und neun (36. und 83. Minute), Chinedu Obasi (70.), Sejad Salihovic (73.) und Demba Ba (80.) trafen für den Aufsteiger. Christian Schulz (48.) und Jiri Stajner (63.) hatten Hannover zwischenzeitlich 2:1 in Führung gebracht.

          Kreativität, Spielfreude und Kampfgeist

          5:2 - das klingt nach dem fast schon üblichen Hoffenheimer Spektakel. Und nach einem schleppenden Beginn war es das am Ende auch - und ein verdienter Sieg obendrein. „Wir haben 15 Minuten gebraucht, um in die Partie zu kommen. Dann ist es so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben“, sagte Trainer Ralf Rangnick. In puncto Kreativität, Spielfreude und Kampfgeist nach dem Rückstand waren die Kraichgauer den bedauernswerten Hannoveranern deutlich überlegen. Der bittere Schlusspunkt aus Sicht der Niedersachsen war die Rote Karte für Arnold Bruggink nach einem Frustfoul (85.).

          Die Hoffenheimer Jungs: Demba Ba (l) und Chinedu Obasi
          Die Hoffenheimer Jungs: Demba Ba (l) und Chinedu Obasi : Bild: dpa

          In der ersten Hälfte schien es noch, als wollten beide Mannschaften ihr bisheriges Wundertüten-Image ablegen: Sicherheit stand zunächst im Vordergrund. Bis zur 18. Minute. Da spielte Ibertsberger einen klugen Pass auf Ba. Doch der nutzte die freie Bahn zum Tor nicht. Die Hannoveraner Defensive schien sich nicht nur in dieser Szene zu sehr mit Bewegungsstudien ihrer flinken Gegner zu begnügen - dabei ist doch längst bekannt, dass das Hoffenheimer Stürmertrio jederzeit in der Lage ist, einen entscheidenden Streich auszuhecken.

          „Oh“ und „Ah“ für freches Kombinationsspiel

          Es war bemerkenswert, wie das Hannoveraner Publikum nach dem Rückstand die Geduld mit seiner Mannschaft verlor. Dagegen wurde mit manchem „Oh“ oder „Ah“ das freche Kombinationsspiel der Hoffenheimer bedacht. Und doch: Nach der Pause und den beiden eher überraschenden Treffern durch Schulz und Stajner sah es für kurze Zeit so aus, als könnte das Spiel auch einen anderen Ausgang nehmen. Doch im Tempofußball mit offenem Visier waren die Hoffenheimer einfach eine Klasse besser. „Die Jungs haben beeindruckend reagiert. Am Ende war fast jeder Angriff eine Torchance“, so Rangnick.

          Zudem hatte der Aufsteiger Glück, dass der Hannoveraner Torwart Florian Fromlowitz, der den verletzten Robert Enke vertrat, gleich bei zwei Treffern entscheidend patzte. Zehn Spiele hatte Hannover zu Hause nicht verloren, zuletzt gar gegen München gewonnen - und nun das. Als ob das nicht schon genug gewesen wäre, gab es den Spott gleich noch obendrein. „Ohne Hoffe wär' hier gar nichts los“, sangen die Fans des Aufsteigers. Hundert waren es nur. Aber gut zu hören waren sie.

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