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5:2 gegen Bremen : Bayern schießt sich Frust von der Seele

Die Schweinsteiger-Faust: Bayern München dreht das Spiel gegen Werder Bremen. Bild: dpa

Mit schönen Grüßen an Real Madrid: Nach 1:2-Rückstand schlägt der FC Bayern München die Bremer noch 5:2. Trainer Pep Guardiola ist dennoch enttäuscht.

          Das Ergebnis war am Ende deutlich. Doch was sollte man von dieser Generalprobe für das Duell mit Real Madrid halten? Eine Halbzeit lang war der FC Bayern am Samstag vorn nicht zwingend, hinten unkonzentriert und lag nach Gegentoren durch Gebre Selassie (10. Minute) und Aaron Hunt (36.) und dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Franck Ribéry (20.) verdient 1:2 hinten. Dann aber reichte eine starke Viertelstunde, um die Partie durch Tore von Claudio Pizarro (54. und 57.) und Bastian Schweinsteiger (61.) zu drehen – und sich damit einen am Selbstvertrauen nagenden Misserfolg zu ersparen. Der eingewechselte Arjen Robben besorgte in der 73. Minute den Endstand.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Bayern-Trainer Pep Guardiola war dennoch unzufrieden. „Die Fans tun mir leid, weil sie es nicht verdienen, so eine erste Hälfte zu sehen. Es ist das erste Mal, seit ich hier Trainer bin, dass ich enttäuscht von meinen Spielern bin“, sagte der Spanier: „In der zweiten Hälfte war es dann besser.“ Anders reagierten seine Profis. „Ich möchte gar nicht auf das Spiel heute eingehen. Für uns zählt der Dienstag. Bis dahin brauchen wir volle Unterstützung: von allen, auch rundherum um den Verein, auch von den Medien, von der Presse. Wir sind alle Deutsche. Wenn wir es am Dienstag nicht schaffen sollten, dann könnt ihr uns von mir aus zerlegen“, sagte Thomas Müller.

          Die Bayern spielten mit einem Trauerflor für den verstorbenen Tito Vilanova. Dem früheren Assistenten und Nachfolger von Pep Guardiola beim FC Barcelona war vor Anpfiff auch eine Gedenkminute im Stadion gewidmet.

          Guardiola hatte seine Aufstellung gegenüber der Elf, die beim 0:1 in Madrid am Ende auf dem Platz gestanden hatte, nur auf zwei Positionen geändert – einer der beiden Neuen, Pizarro, wurde der beste Mann. Der andere, Mitchell Weiser, der den gesperrten Rafinha vertrat, fügte sich bis zu seiner Auswechslung zur Pause in das schwache Bild der Bayern-Abwehr.

          Bei der ersten echten Attacke von Werder reichte ein einziger Pass von Cedric Makiadi, um Gebre Selassie frei auf Torwart Manuel Neuer loszulassen. Es war das 0:1 und eine denkbar schlechte Generalprobe für die „Topleistung bei der Umschaltbewegung nach hinten“, die Neuer für das Rückspiel gegen Real am Dienstag gefordert hatte. Auch vorn lief zunächst nicht viel zusammen bei den Bayern und wenn, dann über den Veteranen Pizarro. Erst verzog er knapp aus 17 Metern, dann legte er Ribéry den Ball perfekt zum 1:1 in den Lauf. Der Franzose schoss sich in seiner aktuellen Formkrise ein wenig Frust von der Seele. Doch dann reichte ein langer Ball der Bremer, die Partie wieder zu drehen. Franco di Santo behauptete den Ball gegen Dante, leitete ihn gekonnt in den Lauf von Aaron Hunt, und dem genügte eine kleine Schussfinte, um Jerome Boateng ins Leere laufen zu lassen. Seelenruhig schob Hunt den Ball ins lange Eck. Die defensive Verunsicherung der Bayern befiel danach auch Neuer, der einen Ball gegen di Santo vertändelte und mit Glück dem 1:3 entging.

          Platz da: Franck Ribery behauptet sich gegen die Bremer Gebre Selassie und Fritz.

          Nach der Pause war es dann ein ganz anderes Spiel. Die Bayern drückten, die Bremer wankten – und fielen auseinander wie im Dezember beim 0:7 im eigenen Stadion. Den Ausgleich brachte eine Ecke, die Thomas Müller auf den Fuß von Pizarro verlängerte. Die Führung entsprang einem Wiederaufblitzen des alten, spielfreudigen Ribéry, der zwei Verteidiger im Strafraum narrte und Alaba freispielte, dessen Verlängerung Pizarro ins leere Tor drückte. Eine Flanke von Lahm verwertete Schweinsteiger per Kopf. Ein typisches Quer-Solo vor dem Strafraum vollendete Robben mit links zum 5:2.

          Am Ende waren die Bremer dann doch der erhoffte Aufbaugegner. Die Frage bleibt, welchen Wert sie als Prüfstein hatten – für das große Saison-Barometer am Dienstag gegen Real Madrid.

          Bayern München - Werder Bremen 5:2 (1:2)

          Bayern München: Neuer - Weiser (46. Lahm), Boateng, Dante (73. Robben), Alaba (76. Contento) - Javi Martínez, Schweinsteiger - Müller, Götze, Ribéry - Pizarro.
          Werder Bremen: Wolf - Fritz, Prödl, Caldirola, Garcia - Bargfrede - Gebre Selassie, Junuzovic, Makiadi (55. Ignjovski) - Hunt (83. Kroos), Di Santo (71. Elia).
          Schiedsrichter: Winkmann (Kerken). Zuschauer: 71 000 (ausverkauft).
          Tore: 0:1 Gebre Selassie (10.), 1:1 Ribéry (20.), 1:2 Hunt (36.), 2:2 Pizarro (53.), 3:2 Pizarro (57.), 4:2 Schweinsteiger (61.), 5:2 Robben (74.)
          Gelbe Karten: Müller (2) / Caldirola (8)

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