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5:1-Wahnsinn in Paderborn : Schalke wie in guten, alten Zeiten

  • -Aktualisiert am

Gemeinsamer Jubel: Schalke-Trainer David Wagner (Mitte, rechts) umarmt Amine Harit. Bild: EPA

Fünf Auswärtstreffer, das gab es für den FC Schalke zuletzt 1999. Gegen den SC Paderborn aber läuft es für die Königsblauen nach einem frühen Schock wie geschmiert. Der Aufsteiger zerfällt am Ende in seine Einzelteile.

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          Sie träumten von ihrem ersten vollen Erfolg nach der Rückkehr in die Fußball-Bundesliga und landeten in der harten Realität: Der SC Paderborn war gegen den FC Schalke 04 chancenlos wie bisher noch nicht an den ersten vier Spieltagen und verlor am frühen Sonntagabend nach Souzas frühem Führungstreffer (8. Minute) überdeutlich 1:5 gegen die von Trainer David Wagner exzellent eingestellten Gelsenkirchener. Sané (33.), Serdar (49.), Harit (71./85.) und Kutucu (83.) erzielten die Tore für den deutlich überlegenen Tabellensechsten in diesem ungleichen Westfalenderby. Während der Aufsteiger mit einem Pünktchen auf Tabellenplatz 17 verharrt, können die Schalker seit längerem mal wieder verstohlen nach oben schielen.

          Bundesliga

          „Ich bin sehr glücklich über den neuen Trainer“, beschrieb der zweifache Torschütze Harit seine Gefühle, „und zahle sein Vertrauen jetzt zurück.“ Der marokkanische Nationalspieler gehörte in der vorigen, krass misslungenen Schalker Saison zu den meistkritisierten Profis, weil er zu wenig Kapital aus seinem großen Talent geschlagen hatte.

          Schon in der ersten Hälfte bestimmten die Schalker mit reichlich Ballbesitz, einem aggressiven Forechecking, hübschen Kombinationen und vielen Torchancen das Spiel. Allein: Es stand nur 1:1 zur Pause. Der Neuling erwehrte sich noch tapfer, manchmal fast verzweifelt der blau-weißen Angriffswellen. Und stach dazu einmal zu, als noch keine zehn Minuten gespielt war. Weil sich Caligiuri einen Ballverlust geleistet hatte, Michel an seiner Flanke so wenig gehindert wurde wie Souza bei seinem anschließenden Kopfball, der unhaltbar für den früheren Paderborner Jugendtorwart Nübel im Schalker Netz einschlug.

          Es sprach für das Selbstverständnis der vom neuen Trainer David Wagner mit neuer Energie angefachten Gelsenkirchener, dass sie keinen Millimeter von ihrer offensiven Marschroute abwichen. Und so setzten die Schalker den SCP permanent unter Druck, versäumten es aber, beste Gelegenheiten zu nutzen. Vor allem die Stürmer Burgstaller und der fünf Monate nach einer Adduktoren-Operation erstmals wieder in die Startformation berufene Uth vergaben allerbeste Chancen mit laschen und unkonzentrierten Abschlüssen. „Wir wollten immer spielerische Lösungen finden“, beschrieb Nübel die Phase der vergeblichen Schalker Bemühungen. Lediglich Innenverteidiger Salif Sané, mit 1,96 Metern der längste Spieler der Schalker, machte aus seiner ersten Gelegenheit nach einem misslungenen Schalker Eckball und einer anschließenden Flanke Oczipkas das Allerbeste, als er aus seiner Lufthoheit per Kopfball das 1:1 erzielte.

          Es war so etwas wie der Mindestlohn für die stetigen Schalker Offensivbemühungen. Und trotzdem durften die Königsblauen bei Halbzeit froh sein, dass die Paderborner nicht aufs Neue in Führung gegangen waren. Angreifer Michel aber besaß trotz freier Schussbahn in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nicht den Nerv, das 2:1 zu erzielen. Er verfehlte das Tor so wie viele von Michels Kollegen ihrem Spiel und Stil aus den ersten Partien, einem ziemlich wilden Angriffsfußball, vergeblich hinterhergelaufen waren. Wenig sprach beim Seitenwechsel für den ersten Paderborner Sieg nach der Rückkehr in die Bundesliga.

          Freude über viele Tore: Schalke dominiert das Spiel gegen Paderborn.

          Und so nahmen die Dinge weiter ihren einseitigen Verlauf. Die Schalker gingen durch Serdars Distanzschuss, den Hünemeier noch abfälschte, früh in Führung, die Harit nach einer sehenswerten Kombinationskette mit einem ansehnlichen Schuss auf 3:1 ausbaute. Kutucus Solo und Harits zweites Tor rundeten diesen Schalker Sonn- und Feiertag ab. Den Ostwestfalen dagegen wurden erstmals seit ihrem Aufstieg sehr deutlich die Grenzen aufgezeigt.

          „Schalke war sicher die Mannschaft, die uns vor die bislang größten Probleme gestellt hatte“, sagte Abwehrchef Hünemeier nach der bisher höchsten Saisonniederlage des SCP. „Wir kamen nicht wie sonst in die Zweikämpfe und konnten auch nicht den Druck wie bei den anderen Spielen ausüben.“ Torhüter Huth, trotz fünf Gegentreffern der beste Paderborner, sprach von einem „gebrauchten Tag“. Er tröstete sich mit dem, was an den ersten drei Spieltagen noch für Paderborn gesprochen hatte. „Wir haben schon gute Spiele gemacht, und es wird auch wieder besser laufen.“ Na dann.

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