https://www.faz.net/-gtm-9k2n6

5:1 in Gladbach : Das Münchner Ungeheuer

  • -Aktualisiert am

Dominanz trägt Rot: Bayern München ist wieder obenauf Bild: AP

Bayern München tritt mit der Unerbittlichkeit eines gefährlichen Raubtiers auf, führt Borussia Mönchengladbach mit 5:1 vor und schließt nach Punkten zu Borussia Dortmund auf.

          Unter den Freunden von Real Madrid hat der FC Bayern München einst den Beinamen „La Bestia Negra“ – die schwarze Bestie – erhalten, was in der spanischen Fußballsprache nicht viel mehr heißt als „Angstgegner“, wobei der Rekordmeister dem königlichen Edelklub zuletzt nicht mehr so viel Furcht einflößte.

          Bundesliga
          ANZEIGE

          In der Bundesliga sind die Bayern hingegen weiterhin ein Angstgegner für so ziemlich jede Mannschaft, aber selten hat das Bild vom Münchner Ungeheuer mit seinem unstillbaren Erfolgshunger besser gepasst als in der Anfangsphase dieser Partie bei Borussia Mönchengladbach, die die Münchner am Ende ziemlich souverän mit 5:1 gewannen. „Das war mit das Beste, was wir in dieser Saison abgeliefert haben“, sagte Bayern-Trainer Niko Kovac.

          Von der ersten Sekunde an traten sie mit der Unerbittlichkeit eines gefährlichen Raubtiers auf, das Witterung aufgenommen hat. Als sei die Gier auf Siege durch die Niederlage von Borussia Dortmund am Freitag noch einmal gesteigert worden, stürzte sich die Mannschaft von Trainer Niko Kovac auf die arme Borussia. Gerade einmal 35 Sekunden waren gespielt, da hatte Robert Lewandowski bereits eine erste tolle Chance, scheiterte aber am stark haltenden Yann Sommer. Und wiederum eine Minute später führte der Rekordmeister 1:0: Javier Martinez hatte nach einem Eckball von James seinen Gegenspieler Nico Elvedi weggestoßen und aus fünf Metern per Kopf getroffen, der Treffer wurde zwar vom Videoassistenten in Köln überprüft, aber für korrekt befunden.

          „Es geht jetzt wirklich ins Finish, da will jeder seine Ziele erreichen“, hatte Kovac vor der Partie gesagt. Genauso spielten die Bayern, während die armen Gladbacher tatsächlich wie eine Herde naiver Fohlen wirkten, die von einem hungrigen Wolfsrudel aufgemischt wird. Und es dauerte nicht lange, da war der Tabellenvierte der Bundesliga schon so gut wie erledigt. Serge Gnabry spielte einen schönen Ball an den Fünfmeterraum, wo Thomas Müller zunächst Sommer anschoss, im zweiten Versuch dann aber zum 2:0 traf (11). In der Folge ergaben sich dann gute Chancen, diese Partie früh zu entscheiden, doch Lewandowski (22., 26.) und Gnabry (33.) scheiterten immer wieder an Torwart Sommer. Die Gladbacher waren wie paralysiert, sie verteidigten furchtbar schwach, erst nach knapp einer halben Stunde erholten sie sich von diesem brillant geplanten und eiskalt umgesetzten Überfallfußball der Münchner.

          In den zehn Minuten vor der Pause gewannen sie zumindest in einzelnen Situationen Kontrolle über das Mittelfeld, und Lars Stindl gelang auch das 1:2 (38.). Für einige Minuten war es nun ein rasantes Topspiel, Gladbach aufgewacht, das Team war ja nach zuletzt nur einem Punkt aus drei Partien und durch die Siege von Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen am Nachmittag ganz schön unter Druck geraten. Und die Bayern wirkten für eine kurze Phase verletzlich, jedenfalls, bis sie den Beginn der zweiten Halbzeit genauso rasant dominierten wie die Auftaktminuten der ersten Hälfte.

          Zunächst produzierte Elvedi unter Druck einen Ballverlust, woraufhin die Münchner zu viert gegen zwei Verteidiger aufs Tor zurannten, doch statt die Überzahl auszuspielen, schoss James neben den Pfosten (46.). Wenige Augenblicke später hatte Lewandowski aber mit einem perfekten Schuss nach einer brillanten Vorlage von Thiago doch auf 3:1 erhöht (47.). Zwar blieb es auch danach ein ansehnliches Fußballspiel, und hätte der seit Wochen formschwache Alassane Pléa (63.) oder Denis Zakaria eine der folgenden Gladbacher Chancen genutzt (68.), wäre es vielleicht noch einmal spannend geworden. Doch mit Gnabrys 1:4 war die Spannung raus (75.), bevor Lewandowski in der Nachspielzeit durch einen Elfmeter auch noch einen fünften Treffer ergänzte.

          Die Gladbacher stecken damit weiter der Krise. Die Bayern hingegen sind auf dem besten Weg zum siebten mal in Serie Meister zu werden, nur noch die Tordifferenz trennt sie von Borussia Dortmund. „Jetzt geht es wieder bei Null los“, sagte Thomas Müller: „Wir haben Lunte gerochen.“

          Weitere Themen

          Bayern-Fans heiß auf Neuzugang Coutinho Video-Seite öffnen

          Transfer-Neuzugang : Bayern-Fans heiß auf Neuzugang Coutinho

          Auf dem Spielfeld während des Trainings suchte man ihn noch vergebens. Der FC Bayern hatte aber bestätigt: Er und der FC Barcelona haben grundsätzlich eine Einigung über einen Transfer von Philippe Coutinho nach München erzielt.

          Topmeldungen

          Nach Unwettern : Verkehr in Teilen Deutschlands gestört

          Ein starkes Unwetter sorgt in Teilen Deutschlands für Störungen und Ausfälle im Bahnverkehr. Auch auf vielen Autobahnen gibt es massive Behinderungen. Am Frankfurter Flughafen wird die Abfertigung zwischenzeitlich eingestellt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.