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5:1 in Bremen : Dortmund rennt offene Türen ein

  • -Aktualisiert am

Torschützen unter sich: Lewandowski (links) und Mchitarjan treffen in Bremen Bild: AP

Bremen öffnet Tor und Tür und die Dortmunder marschieren gerne durch das grün-weiße Portal. Die Borussia besiegt Werder mit 5:1 und lässt die schlechte Phase in der Bundesliga spielerisch hinter sich.

          Einen solchen Gegner hat Borussia Dortmund gebraucht, um mal wieder nach Lust und Laune Fußball spielen und Tore schießen zu können. Werder Bremen, zurzeit mit die schwächste Bundesliga-Mannschaft, hat dem BVB am Samstag Tür und Tor geöffnet, und der Meister von 2011 und 2012 ist liebend gern durch das grün-weiße Portal marschiert.

          5:1 besiegten die Westfalen die akut abstiegsbedrohten Norddeutschen nach Treffern von Lewandowski (26./84. Minute), Mchitarjan (41./64.) und Friedrich (48.). Aycicek (89.) schoss das einzige Tor für die Bremer (89.). Es hätte auch noch höher ausgehen können - so weit waren die Borussen den Norddeutschen voraus.

          Während dort demnächst wohl auch die Frage nach Trainer Robin Dutt gestellt werden dürfte, festigte der Tabellendritte seine Position im Hinterland des FC Bayern München und tat dazu drei Tage vor dem schweren Pokalviertelfinalduell bei Eintracht Frankfurt eine Menge für sein Selbstbewusstsein Die Bremer hatten sich in der vergangenen Woche einiges anhören müssen von Dutt, der seiner Mannschaft bei der 1:3-Niederlage in Augsburg eine mangelhafte „Wettkampfmentalität“ vorgeworfen hatte.

          Folglich musste Werder mehr und härter als sonst trainieren. Härter stiegen die abstiegsbedrohten Norddeutschen gegen den BVB zwar ein, doch sie erschreckten damit niemand. Das Spiel vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion bestimmte nämlich allein die Borussia, die aber eine Zeitlang brauchte, ihre Überlegenheit in allen Kategorien des Fußballs konsequent zum Ziel zu führen.

          Und schon wieder hat es im Bremer Kasten eingeschlagen

          Als dann Lewandowski in der 26. Minute mit einem Diagonalschuss zum 1:0, sein zwölfter Saisontreffer, erfolgreich war, öffneten sich noch mehr Räume für die defensiv aufmerksamen und offensiv einfallsreicher als zuletzt agierenden Westfalen. Nun taute auch der zuletzt verkrampft wirkende armenische Ballkünstler Mchitarjan auf.

          Nachdem er den Ball aus spitzem Winkel und einem Meter Torentfernung noch gegen das Außennetz gesetzt hatte (36.), machte er es fünf Minuten später viel besser, versetzte die aufgescheuchten Bremer mit seinem Solo und erzielte dann mit einem sehenswerten Distanzschuss das 2:0.

          Nur ein kleiner Trost für Werder

          Dass sich Mats Hummels während der Woche nach langer Verletzungspause eine Verstauchung am eben geheilten rechten Fußgelenk zuzog und fürs erste wieder ausfällt, machte sich diesmal nicht besonders bemerkbar. Neben dem ehemaligen Bremer Sokratis, der in diesen Wochen die Konstante in der Dortmunder Innenverteidigung ist, schlug sich ein anderer früherer Werder-Profi, der Mitte der Hinrunde aus dem Ruhestand verpflichtete und wieder einmal in die erste Elf berufene Manuel Friedrich, sehr ordentlich.

          Und nicht nur das: Kurz nach der Pause erzielte der frühere Nationalspieler nach einem Eckball auch noch das 3:0 (48.), das erste Tor für seinen neuen Klub. Mchitarjan setzte nach Doppelpass mit Reus noch einen drauf (64.), und Lewandowski traf auch noch mal (84.). Ein kleiner Trost für Werder: Aycicek „verkürzte“ noch auf 1:5 (89.).

          Werder Bremen - Borussia Dortmund 1:5 (0:2)

          Werder Bremen: Wolf - Gebre Selassie, Prödl, Lukimya, Caldirola - Bargfrede, Junuzovic - Elia (55. Kobylanski), Hunt (79. Aycicek), Obraniak - Di Santo (55. Petersen)
          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Friedrich, Sokratis, Schmelzer - Bender (65. Kehl), Sahin - Aubameyang (77. Hofmann), Mchitarjan, Reus (65. Großkreutz) - Lewandowski
          Schiedsrichter: Perl (Pullach)
          Zuschauer: 42.000
          Tore: 0:1 Lewandowski (26.), 0:2 Mchitarjan (41.), 0:3 Friedrich (48.), 0:4 Mchitarjan (62.), 0:5 Lewandowski (85.), 1:5 Aycicek (89.)
          Gelbe Karten: Di Santo (3), Kobylanski (1) / Friedrich (2), Sokratis (3)

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