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5:1 in Berlin : Leverkusen in der Königsklasse

Er will Applaus hören: Leverkusens Kai Havertz Bild: dpa

Im Ferienfußball-Modus leistet Hertha BSC bei der 1:5-Niederlage gegen ein starkes Bayer-Team nur wenig Widerstand. Leverkusen schiebt sich im letzten Moment in die Champions League.

          Am Ende hatte Bayer Leverkusen leichtes Spiel. Die Mannschaft von Trainer Peter Bosz, die nach dem Ende der Hinrunde noch auf Platz neun gestanden hatte, erreichte durch einen hochverdienten 5:1-Sieg bei Hertha BSC Berlin auf den letzten Drücker als Tabellenvierter noch die Champions League. Die Tore für Leverkusen erzielten Kai Havertz (28.), Lucas Alario (38., 72., 88.) sowie Julian Brandt (54.) nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Valentino Lazaro (34.).

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Am Ende war dieser Sieg eine spielend leichte Sache für Leverkusen, da Mönchengladbach im Fernduell um Platz vier nach 54 Minuten gegen Dortmund 0:2 zurücklag und Hertha BSC überhaupt keine Ambition hegte und sich in der zweiten Hälfte fast schon widerstandslos ergab. „Das zeigt den Charakter der Mannschaft. Wir sind dafür belohnt worden, dass wir nicht aufgegeben haben“, sagte Bayer-Keeper Lukas Hradecky und freute sich auf internationale Spiele – „nicht am Donnerstag, sondern am Dienstag und Mittwoch“ – Champions-League-Zeit. „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Wir haben etwas Besonderes erreicht“, sagte Bosz.

          Bundesliga
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          Dass die Saison für die Berliner schon vor dem 34. Spieltag gelaufen war, war atmosphärisch schon vor dem Anpfiff zu spüren. Während sich Leverkusen konzentriert für das Millionenspiel um die Champions League präparierte, nahmen die Berliner Zuschauer schon emotional Abschied. Vor allem von Trainer Pal Dardai, der den Hauptstadtklub nach rekordverdächtigen viereinhalb Jahren verlassen wird, aber auch von Mittelfeldspieler Fabian Lustenberger, der auf zwölf Profijahre bei Hertha BSC gekommen ist, inklusive zweier Ab- und Aufstiege. Dann kamen vor dem Anstoß auch noch viele Kinder mit vielen Fahnen auf den Platz und gaben diesem nur für Bayer noch wichtigen Spiel vorab einen Hauch von Ferienfußball-Stimmung.

          Die entspannte Berliner Fußballfeierabend-Atmosphäre setzte sich zunächst noch nicht vollständig durch. Aber leidenschaftlicher und konzentrierter Einsatz sieht auch anders aus als das, was die Hertha in der ersten Halbzeit bot. Bayer Leverkusen spielt schon überlegen, ohne dafür mit letzter Entschlossenheit auftreten zu müssen. Die Führung durch Havertz (28.) war zwar nicht zwangsläufig, entsprach aber den Kräfteverhältnissen. Jonathan Tah hatte dem großen deutschen Mittelfeldtalent mit einem Steilpass freie Bahn verschafft, aber in seitlich versetzter Position war es nicht einfach, diese Vorarbeit auch zur Führung zu nutzen. Havertz gelang dies dank seiner herausragenden Technik und seiner Kaltblütigkeit vor dem Tor. Es war das 17. Tor des erst 19 Jahre alten Nationalspielers in dieser Saison – und zum neunten Mal gelang ihm dabei die wichtige 1:0-Führung.

          Doch noch auf dem Weg in die Champions League: Bayer Leverkusen

          Dass Leverkusen, der viertstärksten Offensiv-Mannschaft der Liga, eine entsprechende Qualität in der Defensive fehlt, wurde in Berlin dann auch schnell, aber auch nur nebenbei deutlich. In der 34.Minute gelang den Berlinern der 1:1-Ausgleich, weil Stürmer Ibisevic von der Grundlinie einen Rückzieher ansetzen konnte, der im Strafraum den freistehenden Duda fand, dessen Schuss Lazaro aus einem Meter über die Linie drückte.

          Leverkusen schüttelte sich kurz – und machte sofort Druck. Erst war es Julian Brandt mit einem schönen Solo, der an Kraft scheiterte (38.), aber eine Minute später war Leverkusen der Champions League schon ganz nah. Einen herrlichen Steilpass von Wendell verlängerte Alario mit einem kraftvollen Einsatz über den aus dem Tor herausstürzenden Kraft hinweg zum 2:1 für Bayer (39.).

          In der zweiten Halbzeit jubelten die mitgereisten Bayer-Fans innerhalb weniger Minuten gleich zweimal. Erst war es Brandt, dem mit einem herrlichen Treffer fast in den Torwinkel das 3:1 und damit der Sieg in diesem Spiel gelang (54.) – und kurz darauf wurde der 0:2-Rückstand von Borussia Mönchengladbach auf der Videowand eingeblendet. Damit, das wurde in diesem Moment klar, hatte Bayer Leverkusen sein Ziel auf den letzten Drücker doch noch erreicht: die Champions League. Die beiden weiteren Tore durch Alario (72. und 88.) waren nur noch eine schöne Zugabe gegen eine Berliner Mannschaft, die nicht mehr bereit und in der Lage war, Widerstand zu leisten.

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