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5:1 gegen Augsburg : Borussia Dortmund wackelt nur kurz

  • -Aktualisiert am

Kollektiver Jubel: Eine Halbzeit lang müht sich Dortmund gegen den FC Augsburg – dann dreht die BVB-Offensive auf. Bild: AFP

Nach nur 31 Sekunden liegt der BVB gegen Augsburg zurück. Doch statt eine Heimpleite zu kassieren, stürmen die Dortmunder dank einer starken zweiten Hälfte an die Tabellenspitze.

          Borussia Dortmund verschlief am Samstagnachmittag zwar die erste Minute beim Start in die neue Bundesligasaison und wurde dafür mit dem ersten Gegentreffer durch den Augsburger Niederlechner bestraft. Danach aber glichen die Westfalen rasch durch ihren verlässlichsten Torschützen Alcácer aus (3.), ehe sie sich in der zweiten Halbzeit vom FC Augsburg durch weitere Tore von Sancho (51.), Reus (57.), Alcácer (59.) und Brandt (82.) absetzten. Dank des ungefährdeten 5:1-Auftakterfolges gelang dem Mitfavoriten auf den nächsten Meistertitel sogleich der Sprung an die Tabellenspitze. Das dürfte den Westfalen, die auch schwächere Phasen in ihrem Spiel überstehen mussten, Auftrieb geben, zumal Titelverteidiger Bayern München am Freitagabend nur ein 2:2 gegen Hertha BSC erreicht hatte.

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          In der vorigen Saison war das Dortmunder Heimspiel gegen den FCA das aufregendste des BVB während des Spieljahrs 2018/19. Vor knapp zehn Monaten siegte Dortmund nach einem packenden Hin und Her in der sechsten Minute der Nachspielzeit 4:3 durch einen fabelhaften Freistoß von Paco Alcácer. Und auch diesmal ging das Duell zwischen dem selbsternannten Meisterkandidaten und den nach der 1:2-Pokalniederlage beim viertklassigen SC Verl von vielen zum Kreis der potentiellen Absteiger gerechneten Augsburgern zumindest Schlag auf Schlag los. Schon nach 33 Sekunden führten die bayerischen Schwaben nach ihrem ersten und einzigen ungestörten Angriff 1:0. Ehe sich der überaus freundlich begrüßte München-Rückkehrer Hummels und sein Innenverteidigerkollege Akanji auf das Spiel einzulassen begannen, hatte der zwischen ihnen lauernde Niederlechner seine Chance nach Pedersens Zuspiel schon entschlossen genutzt.

          Schon in der ersten Minute sorgt Florian Niederlechner für Jubel beim FC Augsburg... Bilderstrecke

          Der Augsburger Jubel über das unverhofft frühe Glück war kaum verhallt, da schlug der BVB schon zurück. Natürlich durch ein Tor von Paco Alcácer, der beim 4:3 vor einem Jahr gleich dreimal erfolgreich war. Diesmal profitierte der Spanier von einem Fehler des neuen Augsburger Torwarts Koubek, der Reus‘ scharfe Hereingabe zu Alcácer abprallen ließ. Diese Chance aus kurzer Torentfernung ließ sich der in der vorigen Bundesliga-Saison mit 18 Treffern zweitbeste Torschütze der Bundesliga nicht entgehen. Einmal auf den Geschmack gekommen, zogen die Westfalen danach ein halbstündiges Powerplay auf, dem die bayerischen Schwaben bis zur Pause mit viel Mühe, aber auch einigem Geschick und einer Reihe spektakulärer Torwartparaden standhielten. Vor allem Kapitän Marco Reus war in den ersten 45 Minuten so etwas wie die inspirierende Spitzenkraft beim BVB.

          Von den Neuzugängen fiel fürs Erste niemand besonders auf. Verteidiger Nico Schulz, aus Hoffenheim gekommen, erledigte seinen Job auf der linken Seite solide, wie auch Hummels nach seiner Konzentrationsschwäche, die die Augsburger Führung begünstigte, und der aus Mönchengladbach gekommene Flügelstürmer Thorgan Hazard. Julian Brandt, der frühere Leverkusener, saß zunächst auf der Bank und wurde nach knapp einer Stunde eingewechselt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Favorit schon Tor auf Tor von den nun überforderten und immer fahriger anmutenden Augsburgern abgesetzt. Nach 59 Minuten war diese bis zur Halbzeit zumindest dem Ergebnis nach ausgeglichene Begegnung eindeutig entschieden. Der englische Unruhestifter Jadon Sancho machte sich unbedrängt eine Vorlage des Belgiers Axel Witsel zunutze und erzielte das 2:1 aus spitzem Winkel. Reus legte zum 3:1 nach, als sich Koubek seinen zweiten folgenschweren Schnitzer erlaubt und Sanchos Flanke so ungeschickt abgeklatscht hatte, dass Alcácer daraus die Torvorlage für Reus machte.

          Schließlich nahm Alcácer, der gegen Augsburg gern doppelt und dreifach trifft, wenig später so genau Maß, dass die Borussia 4:1 vorn lag. Uneinholbar für die Augsburger, die fortan genug damit zu tun hatten, den Schaden in Grenzen zu halten. Das gelang nicht, da Julian Brandt als erster der neuen Dortmunder Spieler ein Tor bejubeln durfte. Sein Treffer acht Minuten vor dem Ende rundete eine hübsche Dortmunder Premierenparty ab, die auf weitere sehenswerte Saisonzugaben in nächster Zeit hoffen ließ.

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