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5:0 in Berlin : Hoffenheim nimmt die Hertha auseinander

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Freud und Leid: Hoffenheim feiert, Berlin will nur noch in die Ferien Bild: dpa

Fünf Geschenke am vierten Advent: Kurz vor dem Fest machen es die Berliner der TSG besonders leicht und zeigen beim 0:5 fast keine Gegenwehr. Die Kraichgauer feiern ihren höchsten Bundesligasieg und halten Kontakt zu den internationalen Plätzen.

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          Mit dem höchsten Sieg ihrer Liga-Historie hat die TSG 1899 Hoffenheim die Abstiegsangst bei Hertha BSC vor dem Weihnachtsfest neu entfacht. Bei der 0:5 (0:3)-Heimblamage war zunächst der Berliner Innenverteidiger John-Anthony Brooks die tragische Figur. Erst drückte der zuletzt hochgelobte amerikanische Nationalspieler eine Flanke von Kevin Volland ins eigene Netz (23.), zwei Minuten verschuldete er einen Foulelfmeter, den Sejad Salihovic verwandelte (26.). Der frühere Herthaner machte erneut per Elfmeter früh alles klar (39.), Sven Schipplock (74.) und Sebastian Rudy (84.) sorgten für den ersten Auswärtssieg der TSG seit drei Monaten.

          Hertha verlor in der Liga nur zweimal höher im eigenen Stadion als am Sonntag. In der Saison 2011/2012 gegen Bayern München und 1979/1980 gegen den Hamburger SV setzte es im Olympiastadion jeweils ein 0:6. „0:5 zu Hause ist ein Debakel. Das darf nie und nimmer passieren“, klagte Stürmer Julian Schieber und erwartet nun eine heiße Rückrunde. „Es ist einfach ein schwarzer Tag von uns allen gewesen“, sagte Hertha-Mittelfeldakteur Nico Schulz im TV-Sender Sky. Kollege Peter Niemeyer schimpfte: „Wir haben uns in der ersten Halbzeit die Dinger selbst reingehauen.“

          „Das ist nicht das glücklichste Weihnachtsfest“

          Hertha hat auf Rang 13 mit 18 Zählern nur einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegszone, verlor erstmals seit vier Partien wieder gegen die Kraichgauer und büßte zudem die bislang akzeptable Tordifferenz ein. „Das ist der eine oder andere Punkt zu wenig. Wir müssen erstmal diese Niederlage verkraften, das ist auch für mich das erste Mal“, sagte Trainer Jos Luhukay angesichts der Heimpleite und bekannte: „Das ist nicht das glücklichste Weihnachtsfest.“

          Kein Kopf-an-Kopf-Rennen: Hoffenheim und Bicakcic (r.) waren der Hertha und Julian Schieber deutlich überlegen Bilderstrecke
          Kein Kopf-an-Kopf-Rennen: Hoffenheim und Bicakcic (r.) waren der Hertha und Julian Schieber deutlich überlegen :

          Die Hoffenheimer rückten mit 26 Punkten als Tabellensiebter an die Europa-League-Ränge heran. „Wir waren heute auch noch mal voll da, das war das Entscheidende. Im Kalenderjahr 2014 heißt das 52 Punkte - das ist schon ein dickes Brett“, rechnete Trainer Markus Gisdol vor. „Jetzt kann man schon von einer guten Vorrunde sprechen“, fügte Kapitän Andreas Beck hinzu.

          Statt mit Wut im Bauch nach dem 4:4 in Frankfurt präsentierten sich die Gastgeber noch immer angeschlagen nach den beiden späten Gegentoren am Mittwoch. Die auswärts zuvor nur am 20. September in Stuttgart siegreichen Hoffenheimer agierten diszipliniert, unaufgeregt und zogen durch direkte Ballpassagen immer wieder das Tempo an. Ein steter Unruheherd in der Offensive war Kevin Volland.

          Als Torwart Thomas Kraft an einem Eckball von Salihovic vorbeiflog, blockte die Hertha-Abwehr einen Schuss von Volland noch knapp vor der Torlinie (15.). Eine Flanke des Nationalspielers von der linken Seite verlängerte Brooks dann aber in die Maschen. Volland hatte zuvor Marcel Ndjeng stehengelassen. Für WM-Teilnehmer Brooks kam es noch schlimmer, als ihm im Strafraum der Ball wegsprang und er dann statt der Kugel nur Hoffenheims Stürmer Schipplock traf.

          Der als einer von drei neuen Akteuren ins Gäste-Team gerückte Salihovic schoss den Elfmeter locker ein und zeigte auch keine Nerven, als Schiedsrichter Peter Sippel nach einem angeblichen Foul von Nico Schulz am wegrutschenden Andreas Beck einen zweiten, diesmal höchst umstrittenen Strafstoß verhängte.

          Während von der Hoffenheimer Auswärtsschwäche mit zuletzt drei Niederlagen nacheinander nichts zu sehen war, fehlte Hertha nicht zuletzt auch wegen des Ausfalls von Mittelfeldakteur Per Skjelbred ein Konzept. Der zuletzt wegen seiner Reservistenrolle öffentlich unzufriedene Stürmerstar Salomon Kalou kam erst in der 72. Minute.

          Vor 39.604 Zuschauern im Olympiastadion hätten die Blau-Weißen in der 54. Minute noch einmal Hoffnung schüren können, doch Änis Ben-Hatira drückte eine Eingabe von Schulz neben den Kasten. Danach hatte die TSG mit dem überzeugenden Offensiv-Trio Roberto Firmino, Volland und Schipplock das Geschehen weiter im Griff und nahm erstmals nach 92 Tagen wieder drei Punkte auf fremdem Platz mit.

          Kurz nachdem Hertha-Trainer mit den Einwechslungen von Kalou und Sandro Wagner alles riskierte, liefen die Berliner in den Konter zum 0:4, Rudy setzte sogar noch einen drauf.

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