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5:0 gegen Köln : Dortmunder Trainingsspiel

  • -Aktualisiert am

Weit uns breit keine Kölner Gegenwehr: Dortmund hat leichtes Spiel Bild: dapd

Der Deutsche Meister gibt sich beim 5:0 gegen Köln so dominant wie noch nie in dieser Saison. Allerdings wehren sich die Rheinländer auch nicht.

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          Einen besseren Aufbaugegner als den 1. FC Köln hätten die Fußballprofis von Borussia sich nicht wünschen können. Drei Tage nachdem sie in der Champions League in Athen gegen Olympiakos Piräus abermals enttäuscht und verloren hatten, sahen die Westfalen sich in der Bundesliga nur einem überforderten „Trainingspartner“ gegenüber. Beim 5:0-Sieg über die Rheinländer trat der deutsche Meister so dominant auf wie noch nie in dieser Saison – und rückte hinter Spitzenreiter Bayern München auf den zweiten Tabellenplatz vor.

          Die Tore für den BVB, der zum vierten Mal nacheinander in der Liga gewann, schossen Shinji Kagawa (7. Minute), Marcel Schmelzer (25.), Robert Lewandowski (44. und 50.) und Sebastian Kehl (66.). Der „FC“ dilettierte vor sich hin, als wollte er seinem Ruf Ehre machen, einer von Jürgen Klopps Lieblingsgegnern zu sein. Seit er Dortmund trainiert, hat Klopps Mannschaft sieben Mal gegen Kölns gespielt und sieben Mal gewonnen.

          Anders als nach der Europapokal-Niederlage gegen Piräus verzichtete der BVB-Trainer diesmal im darauf folgenden Bundesligaspiel auf eine Rotation im größeren Stil. In der Startelf gab es nur zwei Änderungen. Kapitän Sebastian Kehl übernahm im zentralen defensiven Mittelfeld die Position des formschwachen Ilkay Gündogan. Auf dem linken Flügel ersetzte Kevin Großkreutz den gesperrten Ivan Perisic – und führte sich dort sofort gut ein. Beim ersten gefährlichen Angriff wurde Großkreutz prompt zum Vorbereiter. Seine Flanke fand in Shinji Kagawa einen dankbaren Abnehmer, der aus fünf Metern Entfernung den Führungstreffer erzielte. Danach fehlte es den Borussen zunächst ein wenig an Durchschlagkraft, aber sie beherrschten den Gegner nach Belieben.

          Geht doch: Gelb-schwarze Freude bei Shinji Kagawa
          Geht doch: Gelb-schwarze Freude bei Shinji Kagawa : Bild: dapd

          Die Kölner machten es der Heimelf allerdings auch leicht. Ihre „Strategie“, hinten die Null zu halten und vorne auf Lukas Podolski zu vertrauen, hatte sich in dieser Partie früh als Illusion erwiesen. In der Defensive zeigten die Kölner sich unsicher; eigene Angriffe vorzutragen haben sie in der ersten Hälfte gar nicht erst versucht. Die Rheinländer, die zuletzt im Aufwind waren, kamen nicht ein einziges Mal gefährlich in die Nähe des Dortmunder Tores. Angesichts dieser Kräfteverhältnisse, die wie zementiert wirkten, war es nur eine Frage der Zeit, wann der BVB seinen Vorsprung ausbauen würde. Mitte des ersten Durchgangs war es so weit. Im Kölner Strafraum herrschte mal wieder großes Durcheinander, Sven Bender setzte energisch nach und legte die Kugel zum offensiv ausgerichteten Verteidiger Schmelzer zurück, der mit einem plazierten Schuss von der Strafraumgrenze aus erstmals als Bundesligatorschütze in Erscheinung trat. Auch den dritten Treffer leitete Bender ein, diesmal kam Lewandowski in den Genuss der Vorarbeit des laufstarken Mittelfeldspielers.

          Köln seit zwei Jahrzehnten ohne Sieg

          Die Dortmunder spielten derart überlegen und die Kölner derart schwach, dass Klopp dem Jungstar Mario Götze nach der ersten Hälfte Schonung verordnete und ihn gegen Jakub Blaszczykowski austauschte. Auch ohne Götze blieben die Westfalen ihrer Linie treu – ebenso wie die Kölner, die weiter die Gelegenheit nutzen, Anschauungsunterricht zu nehmen. Den bekamen sie besonders kurz nach der Pause von Lewandowski erteilt, der Großkreutz’ Kopfballvorlage zum vierten Tor verwertete.

          Längst stolperten die Kölner einem Debakel entgegen, das nur in seinem Ausmaß noch nicht ganz abzusehen war. Die Dortmunder hatten noch immer nicht genug. Kehl baute den Vorsprung abermals aus. Während die Borussen die Partie im Gefühl des sicheren Sieges locker zu Ende brachten, traten FC-Profis von Anfang bis Ende so auf, als wäre es ihnen von vornherein unmöglich, in diesem Stadion etwas auszurichten. Die Kölner sind seit zwei Jahrzehnten in Dortmund ohne Sieg, aber selten waren sie so unterlegen wie an diesem Nachmittag.

          Borussia Dortmund - 1. FC Köln 5:0 (3:0)

          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender (57. Leitner), Kehl - Götze (46. Blaszczykowski), Kagawa (71. Gündogan), Großkreutz - Lewandowski
          1. FC Köln: Rensing - Riether, Sereno, Jemal, Eichner - Lanig, Matuschyk - Chihi (58. Clemens), Jajalo (71. Pezzoni), Peszko (46. Roshi) - Podolski
          Schiedsrichter: Brych (München)
          Zuschauer: 80 200 Tore: 1:0 Kagawa (7.), 2:0 Schmelzer (25.), 3:0 Lewandowski (44.), 4:0 Lewandowski (50.), 5:0 Kehl (66.)
          Gelbe Karten: Kehl (1), Subotic (2) / Matuschyk (1), Sereno (2)

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