https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/5-0-gegen-freiburg-dortmunder-festival-mit-zwei-hauptdarstellern-12594740.html

5:0 gegen Freiburg : Dortmunder Festival mit zwei Hauptdarstellern

  • -Aktualisiert am

Das Freiburger Tor muss einiges hinnehmen: fünf Treffer und schwarz-gelbe Jubler Bild: AP

Borussia Dortmund zerlegt den SC Freiburg nach allen Regeln der Fußballkunst und verbessert nebenbei sein Torverhältnis. Reus und Lewandowski treffen je zweimal, Blaszczykowski setzt den Schlusspunkt.

          3 Min.

          Es war nur eine Art besseres Vorbereitungsspiel für Borussia Dortmund. Drei Tage vor dem ersten Heimspiel in der Champions League gegen Olympique Marseille brauchten die Westfalen bei weitem nicht an ihre Grenzen zu gehen, um sich einzuschießen. Beim 5:0-Erfolg am Samstag über den SC Freiburg ging ihnen fast alles leicht vom Fuß. Marco Reus legte mit zwei Toren (35. und 45. Minute) in der ersten Halbzeit die Basis für einen nie gefährdeten Sieg. Später gelang auch Robert Lewandowski ein Doppelpack (58. und 70). Den fünften Treffer steuerte Einwechselspieler Jakub Blaszczykowski bei (79.). Mit dem deutlichen Sieg behauptete der BVB in der Fußball-Bundesliga die Tabellenspitze vor dem punktgleichen Titelverteidiger Bayern München.

          Freiburg ist zwar die einzige Mannschaft, die gegen den Rekordmeister aus München in dieser Saison gepunktet hat, wirkte in Dortmund aber stark überfordert. Spätestens nach dem Platzverweis gegen Verteidiger Fallou Diagne in der 45. Spielminute hatten die Badener nicht mehr als einen Sparringspartner abgegeben. Wären die Dortmunder im Abschluss ein wenig sorgfältiger vorgegangen, hätten sie noch höher gewinnen können. Die Freiburger spielten, als hätte die Statistik ihnen schon vorab jeglichen Mut genommen. Dortmund ist schon länger kein gutes Pflaster mehr für die Breisgauer – sie verloren zum siebten Mal nacheinander beim BVB. Auch die Tordifferenz spricht für sich – 1:21.

          Obwohl der Erste gegen den Siebzehnten der Tabelle spielte, hatte der Dortmunder Trainer Jürgen Klopp sicherheitshalber vor übertriebenen Ansprüchen gewarnt und sich als schlechter Prophet erwiesen. „Wer ein Torfestival erwartet, der hat sich die letzten Spiele der Freiburger nicht angeguckt, sondern hauptsächlich die Tabelle“, sagte Klopp. Der Sportclub sei „deutlich stärker“, als die Plazierung vermuten lasse. Jüngst hatte der Pokal-Erfolg über den VfB Stuttgart die Lebensgeister der Freiburger geweckt, die in dieser Bundesliga-Saison noch keinen Sieg einfahren konnten.

          Das schien die BVB-Profis jedoch nicht zu beeindrucken; sie zeigten sich von Beginn an dominant und boten am Ende doch das nicht versprochene Festival. Nach etwa 25 Minuten fiel es den Freiburgern immer schwerer, den Favoriten von ihrem Tor fernzuhalten. Flügelspieler Pierre-Emerick Aubameyang verpasste binnen weniger Minuten dreimal die Chance, den Führungstreffer zu erzielen; er scheiterte jeweils an Oliver Baumann.

          Mit breiter Brust und dem Torschrei auf den Lippen: Jakub Blaszczykowski
          Mit breiter Brust und dem Torschrei auf den Lippen: Jakub Blaszczykowski : Bild: dpa

          Aber als der Druck zunahm, vermochte auch der Torhüter des SC Freiburg den Rückstand nicht mehr zu verhindern. Nachdem Baumann zunächst abgewehrt hatte, lupfte Reus den Ball im zweiten Nachschuss ins Netz – und wurde mehr und mehr zum Hauptdarsteller. Erst jagte er die Kugel mit einem Tempo von mehr als hundert Kilometern pro Stunde knapp neben das Tor, dann setzte er vom Elfmeterpunkt das nächste Ausrufezeichen, das den Schlusspunkt des ersten Durchgangs bildete. Baumann ahnte zwar die Ecke, hatte aber keine Abwehrchance – der plaziert geschossene Ball prallte vom Innenpfosten ins Tor. Innenverteidiger Fallou Diagne hatte mit seinem Foul an Lewandowski nicht nur den Strafstoß verursacht, sondern sich für seine „Notbremse“ auch die Rote Karte eingehandelt.

          Schon zur Halbzeit war die Partie also so gut wie entschieden. In Unterzahl ging es für die bemitleidenswerten Freiburger nur noch um Schadensbegrenzung. Aber auch das gelang ihnen nicht. Die Borussen beherrschten den Außenseiter nach Belieben. So reihte sich auch Robert Lewandowski unter die Torschützen ein, wie er es gewohnt ist, wenn Dortmund gegen Freiburg spielt. Von Reus aus dem Halbfeld angespielt, führte der polnische Stürmerstar zwei Verteidiger in die Irre, vollendete zum dritten Treffer und legte später noch den vierten nach. Lewandowski gelang schon zum vierten (!) Mal ein Doppelpack gegen Freiburg. Insgesamt hat er in sieben Begegnungen mit den Breisgauern zehnmal getroffen.

          Als Robert Lewandowski zum zweiten Mal zuschlug, schauten zwei Männer, die zu den Leistungsträgern gehören, schon von draußen zu. Mittelfeldstratege Henrich Mchitarjan und sein überragender Kompagnon Reus wurden nur als Teilzeitkräfte gebraucht. BVB-Trainer Klopp konnte es sich erlauben, beide in der 62. Minute auszuwechseln und für das Champions-League-Spiel am kommenden Dienstag zu schonen. Auf Tore brauchten die ohnehin schon begeisterten Fans der Borussia dennoch nicht zu verzichten. Auch ohne Reus und Mchitarjan brachte die Heimelf ihren Anhang zwei Mal zum Jubeln. Blaszczykowski baute den Vorsprung in der Schlussphase abermals aus.

          Borussia Dortmund - SC Freiburg 5:0 (2:0)

          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Subotic, Hummels, Durm - Bender (46. Kirch), Sahin - Aubameyang, Mchitarjan (61. Hofmann), Reus (62. Blaszczykowski) - Lewandowski
          SC Freiburg: Baumann - Sorg, Diagne, Ginter, Günter - Schmid, Fernandes, Schuster (66. Höfler), Coquelin (46. Höhn) - Freis (74. Guédé), Mehmedi
          Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)
          Zuschauer: 80 000 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Reus (35.), 2:0 Reus (45.+2/Foulelfmeter), 3:0 Lewandowski (58.), 4:0 Lewandowski (70.), 5:0 Blaszczykowski (79.)
          Gelbe Karten: - / Sorg (2)
          Rote Karten: - / Diagne (45.+1/Notbremse)

          Weitere Themen

          Wölfe sollten Sterne anheulen

          Feinkostküche in Freiburg : Wölfe sollten Sterne anheulen

          Freiburg ist eine lebenslustige Stadt, aber keine Feinschmeckerhochburg. Das will der Österreicher Martin Fauster mit seinem Restaurant „Wolfshöhle“ ändern – ohne die Gäste dabei mit Küchenakrobatik zu verschrecken. Die Kolumne Geschmackssache.

          Topmeldungen

          Rachenabstrich in einem Testzentrum des Roten Kreuzes in Frankfurt am Main

          Corona-Herbst : Die FDP hat Zeit, das Land nicht

          Viel spricht dafür, dass die Bundesregierung das Land ein weiteres Mal weitgehend unvorbereitet in den Corona-Herbst schickt. Jeder kann sehen, wer dafür die Verantwortung trägt.
          Betrügerisch und böse: Leonardo DiCaprios Filmfigur in „The Wolf of Wall Street“ basiert auf dem echten Börsenmakler Jordan Belfort.

          Geschlechtergerechtigkeit : Männer kosten ein Vermögen

          Wie Männer sich verhalten, ist für die Gesellschaft irre teuer. Ein Männerberater beziffert die volkswirtschaftlichen Kosten typisch männlicher Verhaltensweisen auf über 63 Milliarden Euro im Jahr. Trotzdem sind Männer auch für etwas gut.

          Wertewandel in unsicherer Zeit : Was ist euch jetzt wichtig?

          Die großen Krisen hinterlassen Spuren und verändern Einstellungen. Wir haben Menschen aus unterschiedlichsten Lebensbereichen gefragt, worauf es ihnen heute ankommt – bei sich selbst und anderen.
          Der Schauspieler William Cohn

          William Cohn gestorben : Der Mann mit der unvergesslichen Stimme

          Er war die Stimme von Jan Böhmermanns Sendung „Neo Magazin Royal“ und im deutschen Fernsehen eine Kulturfigur. Jetzt ist der Schauspieler, Synchronsprecher und Autor William Cohn im Alter von 65 Jahren gestorben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.