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5:0 gegen Frankfurt : Die Bayern sind in ihrer eigenen Welt

Nicht zu stoppen: Bayern München Bild: dpa

Götze, Ribéry, Robben, Dante, Mandzukic: Jeder darf, jeder kann, jeder trifft, die Bayern besiegen Eintracht Frankfurt 5:0, ein Ende der Münchner Festspiele ist nicht absehbar.

          Und weiter gehen sie, die bayrischen Festspiele mit Münchner Heldendarstellern und wöchentlich wechselnden Statisten von außerhalb. Nach 17 Siegen in 17 Heimspielen 2013 hat der Meister am Sonntag Abend seinem verwöhnten Publikum auch beim Heimdebüt 2014 ein schönes Spektakel geliefert. Gegen die völlig überforderte Frankfurter Eintracht gelang dem FC Bayern ein nie gefährdeter 5:0-Erfolg durch Tore von Mario Götze (12. Minute), Franck Ribéry (44.), Arjen Robben (67.), Dante (69.) und Mario Mandzukic (89.). Damit waren die verzagten Hessen noch bestens bedient.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Dass der Frankfurter Trainer Armin Veh es von vornherein nur auf Schadensbegrenzung angelegt hatte, war schon vor der Partie deutlich geworden. Veh hatte Sebastian Rode und Carlos Zambrano daheim in Frankfurt gelassen, um bei den beiden Stammspielern nicht das Risiko einer Gelb-Sperre für das nächste Spiel gegen Eintracht Braunschweig einzugehen. Der nachvollziehbare Plan: eine halbwegs kalkulierbare Niederlage mit geschwächter Elf gegen den Tabellenersten, dafür drei Punkte mit Bestbesetzung gegen den Tabellenletzten.

          Über uns ist nur noch der Himmel: David Alaba (links) feiert mit Mario Götze dessen Volltreffer zum 1:0 Bilderstrecke

          Die Bayern, diesmal ohne Müller, Kroos, Robben angetreten und trotzdem wie immer in Top-Besetzung, machten von Beginn an Druck. Die Absicherung durch Viererkette und drei defensive Mittelfeldspieler schützte die Frankfurter nie vor bayrischen Tempo-Attacken über beide Flügel und durchs Zentrum. Als Erster flitzte Xherdan Shaqiri rechts durch, passte zurück, und Mandzukics Direktabnahme aus 14 Metern zwang Torwart Kevin Trapp zu einer ersten starken Parade - er war der beste Frankfurter, musste kurz vor Ende verletzt ausgewechselt werden.

          Mandzukic, der kroatische Mittelstürmer, der zu Beginn der Rückrunde wegen mangelnder Trainingseinstellung von Trainer Pep Guardiola nicht zum Spiel nach Mönchengladbach mitgenommen worden war, stand zum ersten Mal seit Mitte Dezember in der Startaufstellung und zeigte sich von Beginn an hoch motiviert. Auch zwei krachende Kollisionen im Luftkampf, erst mit Trapp, später mit Jung, steckte er weg und meldete sich jeweils nach ärztlicher Behandlung bereit zum Weitermachen.

          Und das war gut für das Bayern-Spiel, denn die gefährlichen Szenen in der ersten Halbzeit liefen meist über den Kopf von Mandzukic. Nach zehn Minuten köpfte er zurück auf Shaqiri, der aus zwölf Metern an den Außenpfosten schoss. Zwei Minuten später legte er einen langen Ball von Thiago wieder mit der Stirn zurück, diesmal in den Lauf von Götze, der den Ball mit der Brust mitnahm und ihn volley aus 15 Metern schräg ins lange Eck jagte – ein Tor der Technik-Güteklasse A. Und auch dem 2:0 ging ein Kopfball des Kroaten voraus, der, von der Frankfurter Abwehr abgeblockt, Ribéry vor die Füße fiel und Sekundenbruchteile später im Netz zappelte.

          Die Bayern leisten sich sogar Ehrlichkeit

          Ribéry tat er sich bei seinem ersten Einsatz 2014 noch ein wenig schwer, kam dann aber nach 23 Minuten erstmals links durch und passte an den Fünfmeterraum, wo Götze den Ball nicht an Trapp vorbei bekam. Kurz darauf verdiente sich der Franzose einen Handschlag von Schiedsrichter Florian Meyer, weil er zugab, einen abgefälschten Rafinha-Schuss als Letzter berührt zu haben. Meyer hatte zunächst auf Ecke entschieden, fragte dann bei Ribéry nach, worauf er sich auf Abstoß für Frankfurt korrigierte, und dankte dem Bayern-Star anschließend für dessen Ehrlichkeit.

          Thiago Alcántara, der in Stuttgart vier Tage zuvor mit einem Traumtor in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielt hatte, führte auch diesmal mit präzisen Pässen feinfüßig Regie. Zugleich stellte der Spanier vor der Pause die einzige Gefahr für seinen eigenen Torwart dar, als er eine Frankfurter Flanke in hohem Bogen Richtung Torwinkel abfälschte. Neuer brauchte all seine Sprungkraft brauchte, um den Ball mit den Fingerspitzen noch aus dem Toreck zu fischen.

          Mandzukic durfte sich selbst belohnen

          Nach der Pause war Thiago dann nur noch für den Gegner gefährlich. Sein Pass in der 51. Minute erreichte Götze, dessen Schuss von Verteidiger Madlung noch so gerade an den Pfosten gelenkt wurde. Jeder sah: Das 3:0 war nur eine Frage der Zeit. Rafinha verpasste es noch nach elegantem Zuspiel von Götze (56.), Ribéry schlenzte den Ball aus spitzem Winkel an die Latte (58.). Doch als kurz nach der einzigen guten Chance der Frankfurter (Joselu, überraschend frei vor Neuer aufgetaucht, vertändelte den Ball) der glänzende Götze sich mit einem geschmeidigen Tempowechsel um die halbe Frankfurter Abwehr schlängelte und dem eingewechselten Robben den Ball perfekt vorlegte, war das Unvermeidliche eingetreten.

          Zwei Minuten später erhöhten die Bayern durch Dantes Kopfball nach einer Ecke auf 4:0. Und am Ende durfte sich nach einer schönen Körpertäuschung und einem Linksschuss ins lange Eck auch Mandzukic mit seinem elften Saisontor für eine starke Leistung belohnen.

          Bayern München - Eintracht Frankfurt 5:0 (2:0)

          Bayern München: Neuer - Rafinha, Boateng, Dante, Alaba (75. Contento) - Lahm - Shaqiri (65. Robben), Thiago, Götze (74. Pizarro), Ribéry - Mandzukic
          Eintracht Frankfurt: Trapp (77. Wiedwald) - Jung, Madlung, Russ, Djakpa - Barnetta (62. Aigner), Schwegler (65. Weis) - Rosenthal, Flum, Meier - Joselu
          Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
          Zuschauer: 71 000 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Götze (12.), 2:0 Ribéry (44.), 3:0 Robben (67.), 4:0 Dante (69.), 5:0 Mandzukic (89.)
          Gelbe Karten: - / -

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