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5:0 gegen den HSV : Münchner Ausrufezeichen zum Auftakt

  • Aktualisiert am

Pep Guardiola darf - zumindest mit der Leistung in der zweiten Halbzeit - sehr zufrieden sein Bild: AFP

Mit dem höchsten Sieg in einem Eröffnungsspiel sendet der FC Bayern schon zum Bundesligastart deutliche Signale an die Konkurrenz. Nach dem 5:0 über den HSV interessiert die Münchner aber fast schon mehr der kommende Gegner im DFB-Pokal.

          Das war schon wieder meisterlich. Auch wenn hohe Heimsiege des FC Bayern gegen den Hamburger SV inzwischen zur Gewohnheit geworden sind, war es in einem Saison-Eröffnungsspiel doch ein beeindruckendes Signal an die komplette Fußball-Bundesliga. „5:0 ist für ein erstes Spiel schon überragend“, kommentierte Bayern-Star Arjen Robben und ergänzte: „Wenn du so anfängst, ist das schon ein Zeichen. Das wollten wir setzen - auch an die anderen Mannschaften.“

          Die Bayern dokumentierten zum Start in die 53. Bundesliga-Saison, dass sie ihr Ziel, als erste Mannschaft viermal in Serie Meister zu werden, mit großem Ehrgeiz verfolgen wollen. „Wir haben es wieder gezeigt, dass wir trotz der Erfolge in den letzten Jahren weiter hungrig sind“, sagte Doppeltorschütze Thomas Müller (69./72. Minute).

          „Bin sehr zufrieden“

          Das erste Tor der Saison 2015/16 hatte Abwehrspieler Medhi Benatia erzielt (27.). Außerdem waren Robert Lewandowski (52.) und der starke Neuzugang Douglas Costa (87.) erfolgreich. „Mit der Leistung bin ich sehr zufrieden“, sagte Trainer Pep Guardiola. Die Bayern-Fans unter den 75.000 Zuschauern in der Münchner Arena waren gleich wieder in Partylaune: „Super Bayern, super Bayern, hey, hey“, skandierten sie.

          Und der HSV? Eine Woche nach der Pokal-Blamage in Jena setzten die Hanseaten ihre Serie der bitteren München-Gastspiele nahtlos fort. Auch wenn es nach der 0:8-Rekordniederlage zum Jahresbeginn diesmal nicht ganz so heftig kam. In der Summe der letzten sechs Niederlagen lautet das Torverhältnis nun aber 3:36. „Ich komme nicht so gerne nach München“, stöhnte HSV-Torwart René Adler, der noch mehr Gegentore verhindern konnte.

          So ein Auftakt macht den Bayern Spaß: Thomas Müller glänzt als Torschütze. Bilderstrecke

          Nur in der ersten Hälfte ging die Defensivtaktik von Trainer Bruno Labbadia auf. Dann brachen die Dämme. „Für uns ist nicht mehr drin“, sagte Adler zur Chancenlosigkeit gegen die übermächtigen Bayern. „Wir wissen, dass wir eine Riesenarbeit vor uns haben“, sagte Labbadia. Gleich zu Saisonbeginn steht der Liga-Dino wieder mies da.

          Mit den Millionen-Zugängen Douglas Costa und Arturo Vidal haben die Bayern ihre Qualität noch weiter erhöht. Das erste Zeichen der Stärke gelte es nun „über einen längeren Zeitraum“ darzustellen, forderte Sportvorstand Matthias Sammer. Es werden größere Prüfungen auf die Bayern warten als die gegen den HSV – eine davon bereits in der zweiten Pokalrunde.

          Eine gute Stunde nach dem 5:0 zog Skistar Felix Neureuther den VfL Wolfsburg als Bayern-Gegner in der zweiten Runde des DFB-Pokals (27./28. Oktober), noch dazu auswärts. „Es gibt einfachere Lose“, gestand Sammer.

          Beim Titelverteidiger ist die Vorfreude auf den Pokal-Hit gegen dagegen jetzt schon riesig. „Es ist das eingetreten, was wir uns gewünscht haben: Wir haben ein Heimspiel. Ich muss nicht extra betonen, dass es gegen den FC Bayern eine schwere Aufgabe wird - aber diese Wiederholung des Supercups ist eine tolle Partie für den Pokalwettbewerb“, sagte Manager Klaus Allofs auf der VfL-Homepage. Allerdings hätte Allofs die Begegnung „natürlich noch lieber gegen Ende des Wettbewerbs“ gesehen.  „Diese Konstellation schon in der zweiten Runde zu haben, ist für uns natürlich eine große Herausforderung“, erklärte Trainer Dieter Hecking. „Aber wir freuen uns auf dieses Spiel - vor allem, weil wir nach 2013, als wir im Halbfinale in München ausgeschieden sind, jetzt im eigenen Stadion spielen“, fügte der Wolfsburger Coach hinzu.

          Der FC Bayern hat in diesem Jahr schon zweimal in Wolfsburg verloren. Zum Rückrundenauftakt der Vorsaison gab es ein 1:4 bei den Niedersachsen. Am 1. August gewann der VfL den Supercup im Elfmeterschießen gegen die Münchner. Die beiden Top-Teams der vorigen Spielzeit werden in der neuen Saison mindestens viermal gegeneinander antreten. Neben Supercup und DFB-Pokal stehen noch Hin- und Rückspiel in der Bundesliga auf dem Programm.

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