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4:2 in Leverkusen : Leipzig schafft den Turnaround

  • -Aktualisiert am

Spiel gedreht: Leipzig macht in Leverkusen einen großen Schritt in Richtung Champions League. Bild: dpa

RB untermauert mit dem attraktiven Spiel seine Champions-League-Ambitionen. Dagegen verliert Bayer trotz einer starken ersten Halbzeit doch noch. In Leverkusen gibt es dabei nicht nur ein sehenswertes Tor.

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          Als es galt, kühlen Kopf zu bewahren und Klasse zu beweisen, schlug RB Leipzig doch noch zu. Bei Halbzeit in Leverkusen nach den Treffern von Havertz (13./Foulelfmeter und 23.) und einem Gegentor durch Sabitzer (17.) 1:2 zurückliegend, wendete der Tabellendritte ein aufregendes Bundesligaspiel nach der Pause zu einem 4:2-Sieg. Werner (64.), Forsberg per Handelfmeter (72.) und Cunha (83.) schafften mit ihren Toren den Turnaround gegen eine schwer enttäuschte Werkself, die ihre Champions-League-Träume beenden kann und als derzeitiger Tabellenachter froh sein muss, wenn es am Ende der Saison noch zur Europa-League-Teilnahme reicht.

          Bundesliga

          Die Leverkusener, verunsichert durch die vorangegangenen deutlichen Niederlagen gegen Werder Bremen (1:3) und die TSG Hoffenheim (1:4), hatten sich während der Woche abseits der Öffentlichkeit auf dieses, so Trainer Peter Bosz, „sehr wichtige Spiel“ vorbereitet. Die Leipziger hingegen, am Dienstag nach zwei Stunden harter Arbeit durch einen 2:1-Sieg über den FC Augsburg gerade soeben ins Pokalhalbfinale eingezogen, wollten sich treu bleiben. Wer die beste Defensive der Bundesliga hat (22 Gegentore), über eine ausgeprägte Konterqualität verfügt und dazu sämtliche Auswärtsspiele der Rückrunde gewonnen hat, muss sich über gravierende Veränderungen tatsächlich keine Gedanken machen.

          In der ersten Halbzeit erfüllte sich die Hoffnung von Trainer Bosz, dass seine Spieler womöglich frischer seien als die in Augsburg 120 Minuten geforderten Sachsen. Bayer trat im gewohnten 4-3-3-System voller Spielfreude auf und sorgte für Szenen, die das Publikum begeisterten. Zum Mann der ersten 45 Minuten wurde dabei Jungnationalspieler Kai Havertz, der auf der rechten Angriffsseite den wegen einer Sehnenverletzung für den Rest der Saison ausfallenden Bellarabi vorzüglich ersetzte. Über das Bayer-Juwel hatte der Leverkusener Sport-Geschäftsführer Rudi Völler ein paar Tage zuvor gesagt: „Kai wird bei uns bleiben - unabhängig vom Ausgang der Saison.“

          Havertz schoss seine Saisontreffer elf und zwölf: zunächst per Strafstoß, nachdem Orban dem Leverkusener Kollegen Volland auf den Fuß gestiegen war, danach per Dropkick, als er mit seiner erlesenen Technik eine eher verirrte Kopfballvorlage von Baumgartlinger aus der Drehung gegen den linken Innenpfosten beförderte, von wo der Ball ins Netz sprang. Zwischendurch hatte auch Leipzig einen künstlerisch wertvollen Freistoßtreffer durch Sabitzer zum 1:1 erzielt.

          Der Leipziger Trainer Rangnick reagierte auf die reichlich reservierte Darbietung des Tabellendritten zur Pause und ersetzte Klostermann durch Mukiele sowie den genauso dezenten Haidara durch Cunha. Dazu stellte er von einer 4-4-2-Formation auf ein zu mehr Sturm und Drang einladendes 3-5-2-System um. Den nächsten Treffer aber schoss wieder Bayer – glaubten sie zumindest in Leverkusen. Baileys Schuss schlug zwar im Dreieck ein (51.), zählte aber nach einer Videoüberprüfung nicht, weil Volland im Abseits stand, als er Wendells Pass auf den Schützen weitergeleitet hatte.

          Es war weiter viel los in der BayArena, zumal die Begegnung nun hitziger wurde. Kühlen Kopf bewahrte Nationalspieler Timo Werner, der Weiser versetzte und mit einem Diagonalschuss aus halblinker Position ins rechte Toreck zum 2:2 Erfolg hatte. Alles war wieder offen in diesem packenden Duell, das nun auch die Leipziger mitbestimmten. Und wie!

          Aufs Neue half Leipzig der Videobeweis, als Schiedsrichter Welz beim Anblick der Fernsehbilder sah, wie Pechvogel Weiser im eigenen Strafraum den Ball mit der Hand gespielt hatte. Forsberg ließ sich seine Chance nicht entgehen und drehte das Spiel zugunsten seiner Mannschaft. Das I-Tüpfelchen zum 4:2 für RB setzte schließlich Cunha mit einem lässigen Lupfer. Damit war die Wende in diesem Duell perfekt, in dem Bayer zum dritten Mal in Folge den Preis für seine defensive Fahrlässigkeit im hochriskanten Bosz-System bezahlte.

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