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4:2 gegen Hertha BSC : Leverkusen siegt auch nach Stolperstart

  • -Aktualisiert am

Ganz gelassener Torjubel: Emir Spahic lässt sich nach dem 2:2-Kopfball feiern Bild: Jonas Güttler/dpa

Die Frühstarter der Liga treffen erst in Halbzeit zwei: Bayer Leverkusen siegt 4:2 gegen Hertha BSC - obwohl der Hauptstadtklub zweimal in Führung lag. Ein 18-jähriger trifft auf beiden Seiten.

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          Die Blitzstarter bewiesen diesmal Endspurtqualitäten. Jagte Bayer Leverkusen seinen Gegnern in den ersten vier Pflichtspielen der Saison mit frühen Treffern Angst und Schrecken ein, kam die Mannschaft diesmal im Bundesligaduell mit Hertha BSC nach Rückständen zweimal zurück und feierten einen von ihren Fans um so heftiger bejubelten 4:2-Erfolg und zumindest den vorläufigen ersten Tabellenplatz. Die Berliner hatten es als erster Leverkusener Widersacher dieser Saison verstanden, Bayer nervös zu machen und waren durch Jedvajs Eigentor (24. Minute) und den dritten Saisontreffer von Schieber (60.) 1:0 und 2:1 in Führung gegangen. Es nutzte nichts, da Bayer am Ende durch die Tore von Jedvaj (50.), Spahic (62.), Brandt (74.) und Bellarabi (86.) doch noch nach einem spektakulären Kraftakt vor 28.000 Zuschauern gewann.

          Das Bayer-Druckwerk beeilte sich, auch diesmal so weiterzumachen, wie es in dieser Saison bisher angefangen hatte: überfallartig, druckvoll und mit schnellen Kombinationen. Doch anders als in allen Spielen zuvor widerstanden die Berliner den Leverkusenern zunächst mit einer sperrigen Fünferabwehr, mit zwei robusten Mittelfeldspielern (Niemeyer und Hosogai) und drei Offensivkräften (Beerens, Schulz, Schieber), die laufend unterwegs waren, um nach einer günstigen Torschussgelegenheit zu spähen. Für Leverkusen ließ sich dieses erste Bundesliga-Heimspiel der neuen Saison daher zunächst zäh und kleinteilig an. Den Raum zu Überraschungsmomenten fanden die Spieler nur einmal, als Son den Ball zu Bellarabi, dem umtriebigsten Angreifer der Bayer-Offensive, durchsteckte. Doch dessen Lupfer war nicht raffiniert genug, um den für den verletzten Kraft im Tor stehenden Norweger Jarstein vor Probleme zu stellen.

          Hertha-Trainer Jos Luhukay hatte sein Team gegenüber dem 2:2 zum Auftakt gegen Werder Bremen auf vier Positionen verändert, weil sich Stammspieler (Ronny, Langkamp und Haraguchi) während der Woche im Training teils schwerer verletzt hatten (zudem fällt Baumjohann nach einem abermaligen Kreuzbandriss monatelang aus) und Kapitän Fabian Lustenberger nach seinem im Februar erlittenen Muskelbündelriss endlich zurückkehrte.

          Der Kapitän köpft den Ball weg: Leverkusens Simon Rolfes vor Julian Schieber Bilderstrecke
          Der Kapitän köpft den Ball weg: Leverkusens Simon Rolfes vor Julian Schieber :

          Der Homogenität innerhalb des Teams schadeten Luhukays Wechselmanöver in der ersten Halbzeit nicht die Spur. Und da Bayer der Hertha auch noch das Toreschießen abnahm, nachdem Nedvaj den Ball ins eigene Tor gegrätscht hatte (24.), stand es zur Pause 0:1. Der 18 Jahre alte Kroate sah sich in dieser Szene nach Schiebers Vorlage unter erheblichem Druck, da hinter ihm der Berliner Schulz nur darauf wartete, den Ball selbst ins Netz zu befördern. Das Eigentor passte zu dem leicht verunglückten Auftritt der Rheinländer in den ersten 45 Minuten.

          Das sollte sich nach dem Wechsel änderte. Nun drehte Leverkusen mit dem anstelle von Son eingewechselten Brandt so auf, wie man das von vornherein erwartet hatte. Und schon nach fünfzig Minuten traf Hertha der erste Bayer-Blitz, weil Pechvogel Jedvaj sein Glück wiederfand, als er Castros genialen Pass zum Ausgleich nutzte. Ein Aufbruchsignal für die einen, ein Alarmsignal für die anderen. Aber nicht lange. Nico Schulz, der Jedvaj in der Defensive wieder einmal hatte stehen lassen, zwang Leno zu einer Parade, die wenig zur Beruhigung der Situation beitrug. Der Ball landete bei dem von Borussia Dortmund gekommenen wuchtigen Mittelstürmer Julian Schieber, der keine Mühe mehr mit seinem Kopfball zur abermaligen Führung hatte (60.).

          Das wilde Hin und Her der zweiten Hälfte aber setzte sich fort, da nun der Leverkusener Innenverteidiger Spahic nach Calhanoglus Freistoß an der Reihe war, per Kopfball wieder auszugleichen (62.). Danach kippte das längst faszinierende Spiel endgültig in Richtung Leverkusen. Calhanoglu hatte noch Pech bei seinem Pfostenschuss (73.), und auch der glänzende Tempodribbler Bellarabi traf nur das Gebälk, doch der 18 Jahre alte U19-Europameister Julian Brandt hob den Abpraller cool ins Netz zum 3:2 für die stürmische Werkself (74.), die nach der Pause alles nachholte, was ihr die Berliner in der ersten Hälfte verwehrt hatten. Und so passte Bellarabis Volleytreffer zum 4:2 (86.) als Zugabe zu einem tollen Fußballnachmittag, der sämtliche Zutaten bereit hielt, die den Bundesligafußball so sehenswert machen.

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