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4:2 gegen Hamburg : Leverkusen behält die Spitze im Blick

High-Five: Jupp Heynckes und Leverkusen schlagen Hamburg Bild: REUTERS

Bayer Leverkusen bleibt durch einen verdienten Sieg gegen den Hamburger SV im Titelrennen in der Fußball-Bundesliga. Für die Elf von Trainer Jupp Heynckes trifft Stefan Kießling zwei Mal. Vom HSV ist in der zweiten Hälfte nichts mehr zu sehen.

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          Eine Nervenprobe war es - und Bayer Leverkusen hat sie mit Bravour gemeistert. Mit einem 4:2 -Sieg gegen den Hamburger SV wahrte die Mannschaft von Trainer Heynckes ihre Chancen im Titelrennen der Fußball-Bundesliga. Eine Woche nach der ersten Saisonniederlage gelangen Stefan Kießling (22. und 62. Minute), Eren Derdiyok (55.) sowie Gonzalo Castro (84.) die Tore für Bayer, das als Tabellendritter wieder drei Punkte hinter Tabellenführer Bayern München und einen hinter dem FC Schalke 04 liegt.

          Für den HSV waren die Treffer von Zé Roberto (33.) und Rozehnal (83.) zu wenig, um etwas Zählbares aus der mit 30.210 Zuschauern ausverkauften BayArena mitzunehmen. Es war ohne Frage ein verdienter, in der zweiten Hälfte zum Teil furios herausgespielter Bayer-Sieg gegen am Ende erschöpft wirkende Hamburger, die nur 45 Minuten lang ein ebenbürtiger Gegner waren. „Das war ein hoch verdienter Sieg und die richtige Reaktion der Mannschaft“, sagte Heynckes.

          Die Frage nach der Nervenstärke hatte zuvor allemal ihre Berechtigung gehabt: Das 2:3 in Nürnberg hatte die Spötter schon wieder zu „Vizekusen“-Schmähungen greifen lassen. Und der Druck auf Heynckes und sein Team war nach den Siegen der Konkurrenz aus München und Gelsenkirchen gewachsen. Ob es die Aufgabe gegen den HSV nun leichter oder schwerer machte, dass es auch gegen Labbadia ging, war nur spekulativ zu beantworten. Fakt ist, dass Labbadia keine großen Sympathien mehr unterm Bayer-Kreuz genießt, seit er in der vergangenen Saison sein persönliches Fortkommen über das des Vereins gestellt hatte. Er bekam bei seiner Rückkehr in die BayArena allerhand Unflätiges von den Tribünen zu hören.

          Klingeling: Stefan Kießling war zwei Mal erfolgreich

          „René wollte es vielleicht zu gut machen“

          Seine Hamburger, die durch den Bremer 1:0-Sieg in Hoffenheim ebenfalls in Bedrängnis geraten waren, begannen druckvoll und mutig. Nach elf Minuten war Elias feiner Pass auf Petric der erste Höhepunkt einer intensiven und rasanten Partie zweier technisch hochbegabter Teams. Kadlec und Adler brachten den HSV-Angreifer im letzten Augenblick vom Kurs ab. Bei den Hanseaten stand Ruud van Nistelrooy zum ersten Mal in der Bundesliga-Startelf, nachdem er schon beim 3:1 am Donnerstag gegen Anderlecht von Beginn an gespielt (und überzeugt) hatte. Die Hamburger Strategie hieß: frühes Stören, früher Druck auf den Bayer-Aufbau. Doch das bedeutete auch hohes Risiko. Kießling profitierte bei seinem Führungstor nach Barnettas perfektem Zuspiel davon, dass die HSV-Innenverteidigung zu weit aufgerückt war.

          Mit dem 1:0 bekamen die Leverkusener nun Übergewicht und starteten manchen vielversprechenden Angriff, zumal Barnetta den gelb-gesperrten Kroos gut vertrat. Mit einem Sekundenschlaf in der Defensive jedoch machten sie die gute Ausgangsposition zunichte. Bei einem hohen Ball standen sich Torwart Adler und Hyypiä an der Strafraumgrenze im Weg, Zé Roberto konnte den Ball ins leere Tor lupfen. Der Fehler schien eher bei Adler zu liegen - jedenfalls beschwerte sich Hyypiä, kein Kommando aus der Richtung des von hinten heranstürmenden Nationaltorhüters gehört zu haben. „René wollte es vielleicht etwas zu gut machen“, meinte Heynckes.

          Castro macht alles klar

          Das Unentschieden zur Pause ging in Ordnung, doch zufrieden konnte natürlich keine der Mannschaften damit sein. Gute Voraussetzungen also für aufregende 45 Minuten. Doch vom HSV war nicht mehr viel zu sehen. Dafür um so mehr von Leverkusen. Friedrichs Lattenkopfball aus knapper Abseitsposition war die erste Warnung (54.). Wenig später waren die Hamburger Verteidiger im Luftkampf abermals nicht aufmerksam genug. Derdiyok köpfte aus rund 13 Metern so präzise, dass Rost keine Chance hatte. Ob es der Kräfteverschleiß in Folge des Anderlecht-Spiels war oder der Mannschaft zum Ende der Saison insgesamt die Luft ausgeht?

          Weder von Elia noch von van Nistelrooy kamen Impulse wie noch in der ersten Halbzeit. In der Defensive lief die Mannschaft den frischeren Leverkusenern nur noch hinterher. So auch nach einer guten Stunde, als Renato sich an der Grundlinie durchsetzte und Kießling punktgenau bediente. Der wuchtige Kopfstoß war bereits das 16. Saisontor des Nationalstürmers. Die Entscheidung war es noch nicht, Rozehnals Anschlusstreffer schien noch einmal für Spannung zu sorgen. Doch nur wenige Sekunden später machte Castro alles klar.

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