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4:1 gegen Gladbach : BVB-Team besänftigt Tuchel

  • -Aktualisiert am

Am Ende lacht sogar der Trainer: Thomas Tuchel sah so aus, als ob er die Leistung seines Teams gelten lässt Bild: dpa

Beim Duell Borussia gegen Borussia ist schwarz-gelb im ersten Spiel nach der Wutrede des Trainers haushoch überlegen. Aubameyang trifft doppelt, Reus bereitet dreimal vor.

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          Es scheint so, als ob Thomas Tuchel den heftigen Gegenwind geradezu genießt. Der leidenschaftliche und streitbare Trainer von Borussia Dortmund hat mit seinem verbalen Wüten gegen die eigene Mannschaft nach der Auswärtsniederlage bei Eintracht Frankfurt vor Wochenfrist („Unsere Leistung war ein einziges Defizit“) nicht nur bundesweite Aufmerksamkeit erlangt und viel Kritik geerntet, sondern am Samstag auch eine deutliche Reaktion der öffentlich gescholtenen Spieler auf dem Platz bewirkt. Denn Dortmund gewann das Duell gegen Borussia Mönchengladbach überlegen 4:1 – und sorgte so dafür, dass der Heimnimbus des eigenen Teams weiter Bestand hat. In nunmehr 28 aufeinanderfolgenden Ligaspielen sind die Schwarz-Gelben im eigenen Stadion ohne Niederlage.

          Es war ein Aufeinandertreffen zweier Klubs, die sich, wenn auch nicht in einer Krise, so doch mindestens in einer sportlichen Schieflage befinden. Dortmund begann furios, war drückend überlegen. Den ersten Akzent setzten jedoch zur allgemeinen Überraschung dann die Mönchengladbacher – Raffael erzielte das 0:1 (6. Minute). Nur 59 Sekunden war dieser Spielstand gültig, dann traf Pierre-Emerick Aubameyang zum 1:1 (7.). Wiederum acht Minuten später folgte die Führung für die Westfalen. Lukasz Piszczeks Kopfball (15.) zum 2:1 aus fünf Meter Entfernung war für Torwart Yann Sommer nicht erreichbar. Es war exakt jene emotionale Willensleistung des BVB, die Tuchel gefordert hatte. In der zweiten Halbzeit das gleiche Bild: Dembelé traf zum 3:1 (64.), Aubameyang erhöhte vier Minuten später nach einer von Marco Reus mit der Hacke gespielten Vorlage auf 4:1 (68.).

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          Der Torschütze und sein Wegbereiter: Dembélé wird von Reus auf Händen getragen :

          Ist nun alles wieder gut in Dortmund? Nein. Denn der Wutausbruch Tuchels kann vor allem auch als ein Beleg dafür gelten, wie sehr der Erfolgsdruck den 43-Jährigen offenbar selbst beschwert. Nach Dortmunder Zeitrechnung ist es das Jahr zwei nach Jürgen Klopp. Zu Buche standen am Ende des ersten Dienstjahres von Tuchel ein zweiter Platz in der Liga, die auf diesem Weg erspielten 78 Punkte gelten als das zweitbeste Ergebnis der Klubhistorie; und eine Finalniederlage im DFB-Pokal, also noch ein zweiter Platz, sprang ebenfalls heraus – viel zu wenig für die Erfolgssehnsucht der ehrgeizigen Borussen. Und eine sicher dramatisch unzureichende Bilanz in den Augen des impulsiven Trainers, dem Mittelmaß zuwider ist. Dortmund dümpelt derweil unterhalb der selbstgesteckten Saisonziele.

          Gladbach mit einem Rucksack voller Sorgen

          Dem BVB kam am dreizehnten Spieltag zugute, dass Mönchengladbach einen schweren Rucksack voll eigener Sorgen mit zum Auswärtsspiel ins Ruhrgebiet brachte. Seit acht Spielen hat das Team nun nicht mehr gewonnen, die Auswärtsbilanz ist mit nur einem einzigen Punkt aus sechs Partien auf fremden Plätzen miserabel.

          Die Spieler vom Niederrhein wollen mit aller Macht, aber sie treffen einfach nicht. Das Hadern dieser Borussen mit dem fehlenden Quentchen Glück mutet angesichts des fortwährenden Abrutschens in der Tabelle in Richtung Abstiegsränge inzwischen durchaus tragisch an und offenbart, wie wundgerieben die Nerven auch in Mönchengladbach sind.

          Vor dem Anstoß hatte Tuchel seine Frankfurter Wutrede mit leiser Bereitschaft zur Selbstkritik verbrämt, indem er durchaus spitzfindig erklärte, wenn er sich so ärgere, beziehe er sich automatisch mit ein. Nach dem Schlusspfiff ballte Tuchel kurz beide Fäuste, und es sah so aus, als ob der rastlose Perfektionist die Leistung seiner Mannschaft diesmal gelten ließ.

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