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4:1 gegen Dortmund : Stuttgart trumpft weiterhin groß auf

Wieder in der Spur: Der VfB Stuttgart ist nun schon seit sechs Spielen ohne Niederlage Bild: REUTERS

Die eine Serie riss, die andere hielt: Dortmund verlor nach sechs Siegen in Folge wieder, Stuttgart dagegen blieb im sechsten Spiel unter Trainer Gross ungeschlagen. Der VfB verschoss sogar einen Elfmeter - und gewann dennoch mit 4:1.

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          Der VfB Stuttgart hat die Siegesserie von Borussia Dortmund beendet. Mit einem verdienten 4:1-Sieg blieben die Schwaben am Sonntag auch im sechsten Spiel unter Trainer Christian Gross ungeschlagen, während die Dortmunder nach sechs Siegen in Folge einen Rückschlag erlitten.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Die Führung durch ein Eigentor des Dortmunders Felipe Santana in der 14. Minute hatte sein Stuttgarter Sturmpartner Ciprian Marica in der 47. nicht ausbauen können, als er einen Elfmeter an die Latte schoss, worauf der Argentinier Lucas Barrios in der 55. Minute ausglich. Das 2:1 erzielte der eingewechselte Zdravko Kuzmanovic mit einem direkt verwandelten Freistoß (77.), Marica erhöhte in der 85. auf 3:1. Christian Träsch traf dann noch zum 4:1 für den Sieger (89.).

          „Im Endeffekt zu hoch“, beurteilte der Dortmunder Torwart Marc Ziegler das Ergebnis zum Ende. Kritischer war dessen Mannschaftskamerad Patrick Owomoyela. „Der VfB war von Anfang an aggressiver“, sagte der Verteidiger, „für uns war es ein gebrauchter Tag, wir konnten den Stuttgartern nichts entgegensetzen.“ Sami Khedira, der Stuttgarter Kapitän, war über den Sieg froh und sagte: „Wir haben von Anfang gezeigt, wer hier das Sagen hat.“

          Wieder im Getümmel: VfB-Torwart Jens Lehmann hat seine Sperre abgesessen

          Torwart Lehmann beginnt mit einiger Übermotiviertheit

          Der Dortmunder Trainer Jürgen Klopp hatte seine in den letzten Monaten glänzende Defensivzentrale verändern müssen: Für den angeschlagenen Sven Bender rückte Mats Hummels aus der Innenverteidigung ins defensive Mittelfeld neben Sahin, hinten schloss Santana die Lücke neben Subotic.

          Auf Stuttgarter Seite war Jens Lehmann nach seiner Sperre wegen der Roten Karte in Mainz (Tritt auf den Fuß von Bancé) ins Team zurückgekehrt. Das erste Spiel im letzten Jahr seiner langen Karriere begann der erfahrene Torhüter mit einigen Fehlern, die von Übermotiviertheit zu zeugen schienen. So landeten die ersten Abschläge und Zuspiele Lehmanns allesamt beim Gegner oder im Aus.

          Kostspieliger wäre beinahe ein Missverständnis mit Niedermaier in der 10. Minute geworden. Eine Dortmunder Freistoßflanke versuchte der Verteidiger wegzuköpfen, während der Torwart den Ball zu fangen versuchte - daraus erwuchs eine gute Chance für den Dortmunder Subotic, dessen Schuss Lehmann aber zur Ecke klären konnte.

          Stuttgarts Marica hämmert einen Elfmeter an die Latte

          Vier Minuten später kam es zur verdienten Führung für die aktiveren und agileren Stuttgarter, die besonders über die Flügel Druck machten. Molinaro überlief Owomoyela, seine flache Hereingabe führte zu einem Getümmel im Dortmunder Fünfmeterraum, bei dem Gebhart den Ball im Sturz zu Pogrebnjak stocherte, der die Hand zu Hilfe nahm, ehe der Dortmunder Santana ungewollt zum 1:0 vollendete. Erst langsam erwachten die Dortmunder, entfachten aber zu selten Gefahr vor Lehmanns Tor.

          Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit kamen die zündenden Momente von den wacheren, flinkeren Stuttgartern. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff konnte Owomoyela den Stuttgarter Marica nur durch ein Foul stoppen, doch Marica hämmerte den fälligen Elfmeter an die Latte. Das sollte sich rasch rächen.

          Molinaros Rettungsversuch blieb zum Glück erfolglos

          In der 55. Minute reklamierten die Stuttgarter ein Foulspiel an Pogrebnjak am Mittelkreis, der Pfiff blieb aus, und die Dortmunder schalteten blitzschnell: Großkreutz umging die Abseitsfalle, spielte vor dem herausstürzenden Lehmann den Ball quer auf Barrios, und der Argentinier erzielte mit seinem zehnten Saisontreffer das 1:1. Molinaros Rettungsversuch mit der Hand auf der Torlinie blieb erfolglos, zum Glück für ihn, sonst hätte es die Rote Karte gegeben.

          Dortmund schien nun dem Sieg näher, doch nach einem Foul von Schmelzer an Pogrebnjak nutzte Kuzmanovic die Freistoßchance zum 2:1 (77.). Und es kam noch besser für den VfB, für den noch Marica (86.) und Träsch (89.) zum 4:1-Sieg über den BVB trafen. Der einstige Kapitän Thomas Hitzlsperger saß beim Erfolg weder auf der Bank noch auf der Tribüne. Der Nationalspieler, der um seine WM-Chance bangt, zog kurz vor Ende der Transferperiode einen Wechsel zu Lazio Rom dem Reservistendasein in Stuttgart vor.

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