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4:1 gegen Augsburg : Bayer besänftigt die Wutbürger

  • -Aktualisiert am

Augsburg ist nicht Barcelona: Leverkusen spielt mutig und gewinnt gegen den Aufsteiger mit 4:1 Bild: dpa

Leverkusen schaltet nach der Niederlage gegen Barcelona erfolgreich um und besiegt Aufsteiger Augsburg mit 4:1. Kießling hilft mit zwei Toren, die Gunst der Fans zurückzugewinnen.

          1 Min.

          Eine Zeitlang war die Stimmung im Fanblock von Bayer Leverkusen gereizt. Der Favorit tat sich eine Stunde lang schwer gegen den Tabellenvorletzten FC Augsburg. Nach Toren von Stefan Kießling für die Rheinländer (25. Minute) und Ja-Cheol Koo (50.) für den Aufsteiger schien die Partie offen.

          Der Leverkusener Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser und Trainer Robin Dutt mussten sich schon Schmährufe gefallen lassen. Doch die Treffer von Gonzalo Castro (60.), abermals Kießling und Andre Schürrle (70.) besänftigten dann beim 4:1 die Wutbürger auf den Rängen fürs Erste wieder.

          Jüngst in der Champions League gegen den FC Barcelona war Leverkusen als krasser Außenseiter angetreten und hatte über weite Strecken auch so gespielt. Gegen Augsburg galt es umzuschalten. „Wir sind in der Favoritenrolle. Diesmal herrschen im Vergleich zum Barcelona-Spiel umgekehrte Vorzeichen“, hatte Dutt vor der Partie gesagt.

          Doch seine Elf musste sich an ihre neue Rolle erst gewöhnen. In der Anfangsphase spielte der Aufsteiger forsch mit und hatte sogar die Chance, in Führung zu gehen. Doch Mittelfeldspieler Hajime Hosogai verfehlte knapp das Ziel. Im Laufe der ersten Hälfte kamen die Leverkusener allmählich in Schwung, allerdings ohne sonderlich zu gefallen.

          Vor allem Torjäger Stefan Kießling schoss sich den Frust aus der Champions League von der Seele
          Vor allem Torjäger Stefan Kießling schoss sich den Frust aus der Champions League von der Seele : Bild: dapd

          Das Kopfballtor von Kießling nach einem Eckstoß von Castro vermochte die Kräfteverhältnisse noch nicht zu zementieren. Renato Augusto verpasste die Chance, den Vorsprung auszubauen. Kurz vor der Pause hätte Kießling die Halbzeitbilanz fast sogar ausgeglichen; bei einem Rettungsversuch im eigenen Strafraum rutschte die Kugel über seinen Spann, aber auch knapp über das Tor.

          Die daraus resultierende Ecke brachte Bayer abermals in Gefahr. Sebastian Langkamps Kopfball parierte Torhüter Bernd Leno reaktionsschnell, den Abpraller, den Koo mit dem Kopf nahm, wehrte Castro auf der Linie ab.

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          Kurz nach der Pause zeigten die Augsburger, dass sie in lichten Momenten ansehnlich kicken können. Sie trugen den bis dahin besten Angriff des Spiels vor. Mölders leitete einen Pass geschickt weiter auf Koo, der Leno mit einem plazierten Schuss überwand. An der Leverkusener Basis machte sich hörbar Unmut breit: „Wir ham die Schnauze voll!“ Eine Gruppe von Fans ließ Michael Ballack lautstark hochleben, der wegen einer Verletzung fehlte.

          Doch nun wollten auch Ballacks kickende Kollegen die Gunst der Fans zurückgewinnen. Und die Augsburger halfen der Heimmannschaft, wo sie konnten, wieder ins Spiel zu kommen. Castro, völlig frei am Fünfmeterraum stehend, vollendete eine gelungene Kombination mit dem 2:1, ehe auch noch Kießling und Schürrle trafen.

          Bayer Leverkusen - FC Augsburg 4:1 (1:0)

          Bayer Leverkusen: Leno - Corluka (80. Ortega), Schwaab, Toprak, Kadlec - Bender, Reinartz - Castro, Renato Augusto (80. da Costa), Schürrle (74. Bellarabi) - Kießling
          FC Augsburg: Jentzsch - Verhaegh, Callsen-Bracker, Langkamp, Ostrzolek (73. Bellinghausen) - Hosogai, Davids (61. Brinkmann) - Koo, Oehrl, Ndjeng - Mölders (61. Hain)
          Schiedsrichter: Winkmann (Kerken)
          Zuschauer: 23.368
          Tore: 1:0 Kießling (25.), 1:1 Koo (50.), 2:1 Castro (60.), 3:1 Kießling (64.), 4:1 Schürrle (70.)
          Gelbe Karten: - / Callsen-Bracker (6), Langkamp (4), Mölders (2), Ostrzolek (1)

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