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4:0 gegen Nürnberg : Schalke gewinnt in alter Tradition

  • -Aktualisiert am

Nürnberger Schreckgespenst: Klaas-Jan Huntelaar Bild: dapd

Im Duell der Altmeister sieht nur der 1. FC Nürnberg alt aus. Huntelaar verbreitet Schrecken in der Franken-Abwehr. Schalke 04 gewinnt gegen die „Freunde“ locker mit 4:0.

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          Kurz vor dem Anpfiff wurde ein großes Transparent zum Band der Sympathie. In der Nordkurve rollten Anhänger des FC Schalke 04 ein Transparent aus, das eine Botschaft vermittelte, die sich abhebt von den vielen Hasstiraden, wie sie unter rivalisierenden Fangruppen im Fußball oft zu lesen und zu hören sind. „Freunde für ein Leben – Schalke und der FCN – wird’s für alle Zeiten geben“. Dazu passte das Geschehen auf dem Rasen; die Spieler des 1. FC Nürnberg überließen den Königsblauen in aller Freundschaft wieder einmal drei Punkte – so wie meist in den vergangenen achtzehn Jahren, in denen sie „auf“ Schalke keine Bundesligapartie mehr gewonnen haben.

          Klaas-Jan Huntelaar (13. und 66. Minute) Raul (38.) und Lewis Holtby (84.) schossen die Tore für die Heimelf, die nicht brillant kickte, dafür ihre Chancen aber effektiv nutzte. Dank des Sieges bleibt Schalke ein aussichtsreicher Bewerber um einen Champions-League-Platz. Der 1. FC Nürnberg dagegen, inzwischen acht Spiele nacheinander ohne Sieg, besitzt vorerst einen Stammplatz in der Abstiegszone.

          Schalke musste seine beiden Außendienstmitarbeiter auf der rechten Seite ersetzen. Verteidiger Benedikt Höwedes und der offensive Flügelmann Jefferson Farfan hatten jüngst bei Länderspielen Knieverletzungen erlitten, die sie für mehrere Wochen außer Gefecht setzen; beide können vor der Winterpause voraussichtlich nicht mehr Fußball spielen. Bei Farfan erscheint sogar zweifelhaft, ob er je wieder für Schalke auflaufen wird. Schalkes Sportdirektor Horst Heldt schließt einen Transfer des Peruaners in der kommenden Transferperiode nicht mehr aus. „Unser Wunsch ist es, dass Jeff bei uns bleibt. Aber falls ein finanzstarker Klub im Winter auf uns zu kommen und eine hohe Ablösesumme bieten sollte, dann werden wir uns das natürlich anhören.“

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          Gegen Nürnberg fand Trainer Huub Stevens einen passenden Ersatz für Farfan. Alexander Baumjohann, zuletzt ein wenig in Vergessenheit geraten, war an den ersten beiden Toren beteiligt. Beim ersten Treffer vermochte er Holtbys Steilpass zwar nicht selbst zu verwerten, ebnete aber Huntelaar den Weg, der im Nachschuss erfolgreich war. Auch Raul, der Schütze des zweiten Tores, profitierte von Baumjohann. Die Nürnberger hatten in der ersten Hälfte passabel mitgespielt und sich durchaus nach vorn orientiert - allerdings nur bis zum gegnerischen Strafraum. Je näher sie dem Tor kamen, desto harmloser wurden sie. Schalke wartete ab und nutzte wenige gezielte Vorstöße, um klare Verhältnisse zu schaffen.

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          Ein ähnliches Bild bot sich auch im zweiten Durchgang. Die Nürnberger rieben sich in vielen untauglichen Angriffsversuchen auf - und anschließend die Augen über eine hohe Niederlage. Schalke konterte nüchtern und schnell, auch beim dritten Tor. Huntelaar, dieses Mal von Julian Draxler mit einer Steilvorlage versorgt, schlug abermals zu, ehe Holtby den Schlusspunkt setzte.

          FC Schalke 04 - 1. FC Nürnberg 4:0 (2:0)

          FC Schalke 04: Unnerstall - Uchida, K. Papadopoulos, J. Matip, C. Fuchs - Jones (73. Höger), Holtby - Baumjohann, Raul, Draxler (73. Pukki) - Huntelaar (82. Marica)
          1. FC Nürnberg: R. Schäfer - Chandler, Wollscheid, T. Klose, Plattenhardt - Hegeler (78. Alm. Cohen), Simons - Eigler, Didavi (72. Mak), Frantz - Esswein
          Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
          Zuschauer: 61.673
          Tore: 1:0 Huntelaar (13.), 2:0 Raul (39.), 3:0 Huntelaar (66.), 4:0 Holtby (84.)
          Gelbe Karten: Jones, Baumjohann - Plattenhardt, Frantz, Mak

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