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0:4 beim VfL Wolfsburg : Mainzer Aschersonntag

  • -Aktualisiert am

Ratlose Gesichter: Die Mainzer Jean-Paul Boetius (l.), Jean-Philippe Mateta (Mitte) und Karim Onisiwo nach der Partie beim VfL Bild: dpa

Die Mainzer begannen couragiert wie ein Fastnachtsumzug beim VfL, ließen aber schnell nach. Schon zur Pause lag das Team von Achim Beierlorzer hoffnungslos zurück. In der zweiten Hälfte wurde es vorgeführt.

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          Der Gesprächsbedarf rund um diese Niederlage war groß. Und es ist absolut verständlich, dass vor allem Robin Zentner einen hohen Redeanteil für sich einforderte. Der Torhüter des FSV Mainz 05 war um seine unglückliche Rolle bei der 0:4-Niederlage in Wolfsburg nicht zu beneiden. Am ersten Gegentreffer hautnah beteiligt, beim zweiten vom eigenen Mitspieler behindert, beim dritten und vierten von der Hintermannschaft kläglich im Stich gelassen: Die Mainzer Dienstreise zum VfL Wolfsburg bleibt vor allem für Zentner als grundlegend misslungen einzustufen. Welchen Anteil er selbst daran hatte, darüber wird mitten im Abstiegskampf der Bundesliga noch zu diskutieren sein. „Wir haben sehr viel vermissen lassen und sind immer einen Schritt zu spät gewesen“, sagte der 25 Jahre alte Mainzer Torhüter. Den Schuss zum 0:1 nannte er haltbar, aber auch nicht ganz so einfach. Den Gesamtauftritt fand er sehr bescheiden.

          Bundesliga

          Der bezahlte Fußball ist und bleibt merkwürdig. Die Mainzer hatten ihre schwere Aufgabe in Wolfsburg mutig angenommen – zumindest für ein paar Minuten. Sie erkämpften sich in der Anfangsphase einen Eckball nach dem anderen. Rund 400 mitgereiste Fans, mehrheitlich in lustigen Karnevalskostümen, staunten nicht schlecht. Ihre Lieblingsmannschaft hatte sich einen stürmischen Beginn an einem windigen, ungemütlichen Sonntagabend getraut. Doch die Hoffnung auf etwas Zählbares war vom niedersächsischen Wind schnell verweht worden. Die Wolfsburger machten aus ihren ersten beiden Chancen zwei Treffer und ließen gleich nach der Halbzeitpause das dritte Tor folgen. Pate stand jeweils die Mainzer Defensive inklusive Zentner. Der Gegner wurde zaghaft bis gar nicht bei der Arbeit gestört. „Der absolute Wille hat mir gefehlt. Solche Zweikämpfe, das können wir nicht akzeptieren“, sagte FSV-Cheftrainer Achim Beierlorzer hinterher.

          Auf der Busfahrt von Wolfsburg zurück nach Mainz dürfte es genügend Diskussionsstoff über die kniffligen Szenen in der Defensive gegeben haben. Vor dem 0:1 war Josip Brekalo bei seinem haltbaren Distanzschuss kaum gestört worden. In der Anbahnung des slapstickartigen 0:2 durch Renato Steffen hatten sich Moussa Niakhate und Zentner gegenseitig gestört. Spätestens mit diesem Rückstand zur Halbzeitpause war der anfänglich gute Eindruck Makulatur. In den entscheidenden Zweikämpfen hatten die Mainzer vor 22.000 Zuschauern durchweg das Nachsehen. Vor allem Ronaël Pierre-Gabriel, als rechter Bestandteil einer Dreier-Abwehrkette aufgestellt, sah nach Spielende sehr unglücklich aus. Er hatte stark begonnen, aber vor dem 0:2 einen entscheidenden Zweikampf gegen den Wolfsburger Daniel Ginczek verloren. Während der heimische VfL glücklich jubelte, saß Pierre-Gabriel ratlos auf dem matschigen Rasen und verstand die Welt nicht mehr.

          Eigentlich ist der VfL Wolfsburg in dieser Saison nicht dafür bekannt geworden, sich mit viel Elan und Spielwitz jede Menge Torchancen zu erspielen. Ausgerechnet an diesem verregneten Abend jedoch war zum Leidwesen der Mainzer alles anders. Nach dem Seitenwechsel kamen Yannick Gerhardt und der trickreiche Steffen zu den Toren drei und vier für Wolfsburg. Keinen Punkt gewonnen und die ohnehin schlechte Tordifferenz weiter beschädigt: Als sich die Mainzer Mannschaft frisch geduscht auf den Heimweg machte, war keinerlei Lust auf eine aktive Teilnahme an der Fastnacht zu erkennen. „Trotzdem werden wir uns zeigen und feiern“, sagte Beierlorzer. „Das gehört zu unserem Verein dazu.“

          Gegen den FSV im Trickmodus: Renato Steffen erzielte zwei Treffer, den zweiten mit einem Solo inklusive Zidane-Trick, Tunnel und Abschluss mit der Picke.

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           Unser Autor: Patrick Schlereth

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