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4:0 gegen Hertha BSC : Karlsruhes Aufschwung kommt zu spät

Karlsruher Hoffnungslosigkeit, Berliner Frust: Maik Franz (l.) und Gojko Kacar Bild: REUTERS

Auf dem Papier gab es im Karlsruher Wildparkstadion einen Gewinner und einen Verlierer:. 4:0 schlug am letzten Spieltag der Bundesliga der Karlsruher SC Hertha BSC Berlin. Damit verpasst Hertha die Champions League - und Karlsruhe den Klassenerhalt.

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          Auf dem Papier gab es im Karlsruher Wildparkstadion einen Gewinner und einen Verlierer: 4:0 schlug am letzten Spieltag der Bundesliga der Karlsruher SC vor 30.600 Zuschauern Hertha BSC Berlin durch Tore von Sebastian Freis, Maik Franz und Joshua Kennedy (2). Auf dem Feld freilich waren nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Weiner trotzdem nur traurige Figuren zu sehen. Aus gutem Grund - denn verloren hatten in Wahrheit beide Mannschaften: Der Karlsruher SC stieg trotz des 4:0 in die zweite Liga ab, das beeindruckende Aufbäumen zum Saisonfinale kam zu spät.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Und die Hertha, die in dieser Saison lange Zeit als aussichtsreicher Meisterschaftskandidat galt, musste am Ende mit Platz vier und damit der zweitklassigen Europa League vorlieb nehmen - am finanziell und sportlich ersehnten Millionengeschäft Champions League schrammte die Mannschaft von Trainer Lucien Favre nach einer äußerst schlappen, wenig beseelten Vorstellung vorbei. Angetreten war sie in Karlsruhe wieder mit prominenter Besetzung auf der Bank - sowohl Nationalspieler Arne Friedrich als auch Stürmer Andrej Woronin blieb zunächst die Reservistenrolle.

          Hertha BSC Berlin ist zunächst besser

          Der KSC musste auf Spielmacher Antonia da Silva verzichten, der wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel ausfiel, den gelbgesperrten Marco Engelhardt ersetzte Michael Mutzel. Wollten die Berliner noch eine Chance auf die Beförderung in die Königsklasse haben, mussten sie gewinnen, und so ergriffen sie die Initiative. Ein Kopfball von Marko Pantelic nach Hereingabe von Patrick Ebert verfehlte das KSC-Tor knapp (7.), wenig später war es Ebert selbst, der aus 17 Metern zu hoch zielte, dann lenkte KSC-Torhüter Miller einen Schuss von Cicero übers Tor.

          Abschied aus der ersten Liga: die Karlsruher verabschieden sich von ihren Fans

          Der KSC zeigte sich anfangs bemüht, ließ aber die technischen und spielerischen Mittel vermissen, um vor dem Tor von Jaroslav Drobny wirklich gefährlich zu sein. Stattdessen äußerte sich die spürbare Nervosität in haarsträubenden Abspielfehlern, die den KSC-Anhang ein ums andere Mal aufstöhnen ließen. So kam es reichlich überraschend, dass nach einer knappen halben Stunde Sebastian Freis nach schönem Zuspiel von Lars Stindl frei vor Drobny auftauchte - überraschend wohl auch für Freis selbst: Er schoss Drobny in die Arme.

          Karlsruher Selbstvertrauen wächst mit jedem Tor

          Eine Minute später machte er es besser. Diesmal hatte Stefano Celozzi den Ball flach von der rechten Seite in den Strafraum gebracht, Freis traf den Ball zwar nicht richtig, bugsierte ihn aber dennoch aus kurzer Distanz ins Tor (29.). Und der KSC hatte Geschmack gefunden am Toreschießen: Eckball Stindl, Kopfball Maik Franz - nach 40 Minuten stand es 2:0. Das Selbstvertrauen der Karlsruher schien mit jeder Minute zu wachsen, die Hertha war schwer außer Tritt geraten.

          Berlin kam mit Woronin statt Cicero aus der Kabine. Mehr als eine Chance für Gojko Kacar (48.) sprang dennoch nicht heraus, die Hertha agierte zu umständlich. Statt desssen kam wieder Karlsruhe: Erst scheiterte Freis vor Drobny (61.), dann traf Kennedy, wieder nach einem Eckball, zum 3:0. Und es kam noch schlimmer für die Hertha: Erst setzte Sebastian Langkamp einen Kopfball an den Pfosten (68.), dann erhöhte wieder Kennedy, wieder nach einem Eckball auf 4:0 (72.). Die enttäuschenden Berliner bemühten sich anschließend noch brav, aber erfolglos um einen Ehrentreffer. Nach der Partie mussten sie eine weitere „Niederlage“ hinnehmen: Woronin und Pantelic verkündeten ihren Abschied.

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