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4:0 für den HSV : Der Dino frisst den Neuling

  • -Aktualisiert am

Endlich wieder positive Schlagzeilen: Der HSV und Rafael van der Vaart gewinnen mal wieder Bild: dpa

Der Hamburger SV bringt etwas Ruhe in die Missstimmung an der Alster. Gegen Aufsteiger Eintracht Braunschweig gelingt der erste Saisonsieg. Nun strebt der Klub noch Aktivitäten am Transfermarkt an.

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          Der Hamburger SV kann etwas entspannter in die Länderspielpause  gehen. Nach einem vornehm ausgedrückt unruhigen Saisonbeginn mit Stress auf  allen Ebenen gelang dem Team von Trainer Thorsten Fink am Samstag der erste  Saisonsieg. Durch das verdiente 4:0 gegen den schwachen Aufsteiger Eintracht  Braunschweig werden die Diskussionen um eine komplette Neuausrichtung des Klubs  mit einem Wechsel des handelnden Personals an Schärfe verlieren.

          Der HSV hatte  relativ wenig Mühe, die defensivschwachen Niedersachsen zu bezwingen. Zwei  schöne Pässe Maximilian Beisters präparierten die Hamburger Treffer durch  Rafael van der Vaart und Jacques Zoua in der 7. und 17. Minute. Der  eingetauschte Hakan Calhanoglu ließ das 3:0 in der 80. Minute folgen. Einen  überzeugenden Einstand feierte der Hamburger Zugang Johan Djourou als  Innenverteidiger. Er war nach einer Verletzung erstmals dabei. 

          Braunschweig spielte streckenweise gefällig, auch war Torwart Daniel Davari  außer beim 0:3 ein Rückhalt. Viel mehr Gutes lässt sich über Trainer Thorsten  Lieberknechts Mannschaft aber nicht sagen.  Vier Spiele, null Punkte: es ist  genauso gekommen, wie die Braunschweiger befürchtet haben. Das Hamburger Personalkarussell war in der Woche wieder in Bewegung  geraten. Dennis Aogo, der ja noch vor zwei Jahren zum Gesicht des HSV gemacht  werden sollte, war unter Fink schon länger ein Streichkandidat und wegen seiner  Mallorca-Tour endgültig in Ungnade gefallen. Kurzerhand verlieh man ihn zum  Champions-League-Teilnehmer FC Schalke. Dort trat Aogo kräftig nach und sagte,  man habe die Krise nach dem 1:5 gegen Hoffenheim vor allem auf seinem Rücken  abgeladen.

          Wechselgeschäft geplant

          Großverdiener Aogo entlastet also den Hamburger Etat, bei anderen  läuft es auf ein Plus-Minus-Null-Geschäft hinaus: gern hätte Hamburg den  Berliner Stürmer Pierre-Michel Lasogga und würde dafür den eifrigen, aber kaum  erstligatauglichen Norweger Per Ciljan Skjelbred an die Hertha abgeben. Das Geschäft  soll demnächst über die Bühne gehen. Doch in Mancienne, Rajkovic, Tesche und  Kacar bleiben dem HSV vier teure Ladenhüter, die der neue Sportchef Oliver  Kreuzer einfach nicht von der Gehaltloste bekommt.

          Zu Beginn des Spiels rieb man sich verwundert die Augen, weil Aufsteiger  Braunschweig die bessere Spielanlage hatte und in den ersten fünf Minuten zu  drei Torschüssen kam. Für die bislang äußerst zahme Eintracht war das ein  guter, mutiger Start. Beherzt, aber eben auch sehr offen trat Lieberknechts  Mannschaft auf, was dann leider auch bestraft wurde: Hamburg versuchte sich gar  nicht erst im Spielaufbau, sondern erzielte die beiden Treffer der ersten Halbzeit jeweils nach langen Schlägen René Adlers. Der HSV profitierte in  beiden Szenen von der erstaunlichen Naivität der Braunschweiger Abwehr. Beim 1: 0 durch Rafael van der Vaart störte zunächst niemand den starken Maximilian  Beister bei der Hereingabe, dann kam Ken Reichel zu spät und konnte den  Hamburger Kapitän nicht daran hindern, den Ball mit der Fußspitze ins Tor zu  lenken. Hamburg führte in der 7. Minute 1:0, und kam durch Zouas Lattenkopfball  zwei Minuten später dem zweiten Treffer sehr nah. Mit Druck und Tempo setzte  der HSV den armen Braunschweigern zu, sie hatten kaum einmal Zeit zum  Durchatmen. In der Form der ersten Halbzeit wirkte Braunschweig bei allem  Bemühen, nach vorn zu spielen, nicht bundesligatauglich. Der HSV kam in der  17. Minute durch Zoua zum 2:0 - wieder hatte Beister sich gut durchgesetzt und  den Stürmer beliefert. Vorher hatte Beister den Braunschweiger Dogan  regelgerecht und clever zur Seite gedrückt.

          Ein schöner Schuss van der Vaarts, den Davari abwehrte, Jiraceks Großchance in  der 24. Minute und Reichels Beinahe-Eigentor in der 28. Minute hätten die  Eintracht schon bis zur 30. Minute erniedrigen können. Nach der Pause verpasste  es der HSV, durch einen dritten Treffer für Ruhe zu sorgen. Doch Braunschweig  war dann doch zu harmlos, um noch einmal heran zu kommen. Calhanoglu sorgte  dann mit zwei Toren, darunter einem sehenswerten Treffer in seiner Spezialdisziplin Freistoß in der Nachspielzeit für die Entscheidung.

          Hamburger SV - Eintracht Braunschweig 4:0 (2:0)

          Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Djourou (72. Sobiech), Westermann, Lam - Badelj (30. Rincón), Arslan - Beister, van der Vaart (79. Calhanoglu), Jiracek - Zoua
          Eintracht Braunschweig: Davari - Kessel, Bicakcic, Dogan, Reichel - Hochscheidt (64. Oehrl), Theuerkauf (64. Boland), Vrancic - Bellarabi, Jackson - Kumbela
          Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
          Zuschauer: 54 958
          Tore: 1:0 van der Vaart (7.), 2:0 Zoua (17.), 3:0 Calhanoglu
          (80.), 4:0 Calhanoglu (90.+1)
          Gelbe Karten: Zoua (2) / Bellarabi (1), Bicakcic (1), Jackson (1),
          Theuerkauf (4)

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