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4:0 in Hamburg : Leipzig wird zum Team der Stunde

  • -Aktualisiert am

Läuft für Leipzig: Der Aufsteiger siegt 4:0 in Hamburg Bild: dpa

Die erste Hälfte ist noch ausgeglichen, doch dann dreht der Aufsteiger auf: Leipzig präsentiert sich beim 4:0 in Hamburg in ganz starker Form – profitiert aber auch von krassen Fehlern des Teams von Bruno Labbadia.

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          Wenn es so weitergeht, erreicht der Retortenklub aus Sachsen seine hohen Ziele in der Bundesliga viel früher als erwartet. Nach dem 4:0-Sieg in Hamburg steht RB Leipzig mit sieben Punkten jedenfalls sehr gut da. Eiskalt schlug der Aufsteiger zu, während der ebenfalls ambitionierte HSV viel zu harmlos blieb und nun einen herben Fehlstart hingelegt hat. Die Treffer zum Auswärtserfolg erzielten Emil Forsberg (Elfmeter, 66. Minute), Willi Orban sechs Minuten später, Timo Werner in der 77. Minute und Davie Selke in der Nachspielzeit. Nach dem 0:1 erlahmte die Hamburger Gegenwehr aus unerfindlichen Gründen, die Leipziger hatten leichtes Spiel gegen am Ende desolate HSVer.

          Die gutgelaunten RB-Fans sangen minutenlang – übrigens brachte Leipzig mehr Anhänger mit in den Norden als Wolfsburg, Hoffenheim und Ingolstadt zusammen. Nach Dortmund sind der HSV und RB Leipzig ja die Vereine mit den höchsten Transferausgaben in dieser Saison. 35 Millionen Euro hat der Aufsteiger investiert, zwei Millionen weniger der HSV. Dem Hamburger Spiel hat man das bisher nicht angemerkt, also wird der Druck auf Trainer Bruno Labbadia nun zunehmen. Durchaus selbstkritisch verhielten sich die HSV-Fans zu den verschiedenen, umstrittenen Finanzierungsmodellen der Klubs: „Mateschitz, Hopp und Kühne - die DFL bereitet euch die Bühne“, stand auf einem großen Plakat in ihrem Block.

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          Einer der Neuen im Norden debütierte: 7,5 Millionen Euro Ablöse haben die Hamburger für den Brasilianer Douglas Santos ausgegeben, er spielte auf der linken Verteidigerseite für Matthias Ostrzolek. Auch die Zugänge Wood und Kostic standen in der Startelf. Der Leipziger Trainer Ralph Hasenhüttel ließ Kaiser und Werner draußen und musste auf den verletzten Klostermann verzichten. Dafür spielten Bernardo, Forsberg und Naby Keita. Labbadia nahm Cléber, Ostrzolek und Gregoritsch heraus; stattdessen durften Spahic, Santos und Jung ran. Viel passierte dennoch nicht.

          RB hatte schon früh die beste Möglichkeit

          Erst kurz vor der Pause hatte der HSV seine beste Aktion. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld wurde Filip Kostic geschickt. Der Hamburger Linksaußen passte genau in den Lauf Aaron Hunts, doch der Mittelfeldspieler schoss aus zehn Metern direkt auf Peter Gulacsi im Leipziger Tor. Eine Aktion, die in neun von zehn Fällen zu einem Treffer führt – unverdient wäre die HSV-Führung nicht gewesen.

          In einem Spiel zweier Teams, die agieren und nicht abwarten wollen, gab es zwar etliche kleine Fehler, doch auch ansehnliche Spielzüge. RB hatte dabei die beste Möglichkeit, als Verteidiger Bernardo nach einem Eckball an den Ball kam und René Adler forderte. Der Hamburger Torwart wischte den Ball aus dem Winkel (14. Minute). „Wir wollen punkten, und nicht nur einfach“, hatte Hasenhüttl vor dem Spiel gesagt. Er sollte Recht behalten.

          Nach der Pause war zunächst tatsächlich HSV besser, was angesichts des Endergebnisses erstaunt. Leipzig aber hatte abgewartet und seine Führungschance bekommen, als Adler wohl die Hand an den heranstürmenden Timo Werner brachte: In der 66. Minute nutzte Forsberg den folgenden Elfmeter sicher. Dem HSV fiel in der Folge nichts mehr ein, Orban spendierte Leipzig eine entspannte Schlussphase, ehe Werners und Selkes Tore nach Kontern den Nachmittag für die Hamburger endgültig verdarben.

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