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3:5 in Mönchengladbach : Hannover schlägt sich selbst

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Zuerst kein Glück, dann auch noch Pech: Florian Fromlowitz muss drei Eigentore hinnehmen Bild: AP

Kurioser hat sich schon lange keine Mannschaft mehr selbst besiegt: Hannover „gelingen“ beim 3:5 in Mönchengladbach gleich drei Eigentore - Bundesligarekord. Die Borussen Friend und Bradley schummelten sich auf die Liste der 96-Schützen.

          Florian Fromlowitz schüttelte unablässig den Kopf. Die Sache war ernst, aber der Torwart von Hannover 96 konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Es hatte sich in den vergangenen Wochen zu einem ausgeprägten Thema entwickelt, dass Hannover keine Tore mehr schießen könne. Am Samstag bei Borussia Mönchengladbach erzielten die Niedersachsen aber plötzlich sechs Treffer, doch das reichte nicht zum Sieg, denn sie trafen nur dreimal ins gegnerische Netz.

          Beim 3:5 trugen drei Eigentore von Karim Haggui, der gleich zweimal ins eigene Netz traf (15./90.+3), und Constant Djapka (58.) in einem Spiel mit vielen skurrilen Szenen zur Niederlage bei. Vor 43.500 Zuschauern schossen Rob Friend (20.) und Michael Bradley (68.) die weiteren Treffer der Mönchengladbacher, Didier Ya Konan (36./69.) erzielte seine Saisontreffer fünf und sechs für Hannover, sah aber in der 84. Minute auch die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels. In Unterzahl gelang dem Hannoveraner Christian Schulz der dritte Treffer für das eigene Team, ehe der Tunesier Haggui in der Nachspielzeit das absurde Fußball-Theater mit seinem zweiten Eigentor zum 5:3-Endstand abschloss. „Wir haben ein verrücktes, kurioses Spiel gesehen“, sagte 96-Trainer Andreas Bergmann. „Für die Zuschauer war es sehr unterhaltsam, für uns sehr enttäuschend. Es ist unglaublich: Wir schießen sechs Tore und verlieren.“

          Rob Friend jubelt über sein 2:0 für Mönchengladbach

          Nach zerfahrenem Beginn hatte die Partie nach einer Viertelstunde ihren ersten Höhepunkt erlebt. Fromlowitz wollte mit einer Fußabwehr den Ball aus der Gefahrenzone schlagen, doch der Torwart schoss seinen Kollegen Haggui an. Der Tunesier diente ungewollt als Prellbock, von seinen Beinen flog der Ball wieder Richtung Hannoveraner Tor und trudelte über die Linie. Ein ähnliches Missgeschick war Manuel Neuer, Kollege von Fromlowitz aus der U-21-Nationalmannschaft, im Länderspiel des deutschen A-Teams gegen die Elfenbeinküste widerfahren, nur hatte der Schalker damals einen Gegenspieler angeschossen und nicht den eigenen Verteidiger.

          Mönchengladbach legte nach. Rob Friend erzielte ein herrliches Tor, als er eine Flanke von Tobias Levels aus sechs Metern in den oberen Torwinkel köpfte. Fromlowitz war gegen diesen mächtigen Kopfstoß machtlos. Hannover kam trotz des Rückstands besser ins Spiel und durch Ya Konan zum Anschlusstreffer. In der zweiten Halbzeit war es der eingewechselte Djakpa, ebenfalls von der Elfenbeinküste, der Fromlowitz mit einem Heber ins eigene Tor überwand. Bradley für die Borussia sowie Ya Konan und Schulz trafen zur Abwechslung ins gegnerische Netz. Haggui grätschte schließlich die Kugel aus 25 Metern wieder ins eigene Tor. Es war das passende Ende für diese kuriose Partie voller Pleiten, Pech und Pannen.

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