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3:3 in Stuttgart : Hoffenheim zurück an der Spitze - und verschenkt Sieg

  • -Aktualisiert am

Einer wie keiner: Demba Ba gelangen gegen Stuttgart drei Treffer Bild: ddp

Drei Tore von Demba Ba, zurück an der Tabellenspitze - und doch hätten die Hoffenheimer in Stuttgart noch mehr Erfolg haben können. Denn in der letzten Minute verschoss Sejad Salihovic einen Elfmeter und den möglichen Sieg.

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          Einen Sieger gab es nicht, dafür aber eine packende Partie mit sechs Toren. Der VfB Stuttgart und Aufsteiger 1899 Hoffenheim boten beim 3:3 den 54.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena ein höchst unterhaltsames Spiel. Während sich der VfB in der ersten Halbzeit Vorteile erspielen konnte, zeigte sich Hoffenheim nach der Pause deutlich stärker.

          Einer der Männer des Spiels war VfB-Angreifer Mario Gomez mit zwei Treffern, doch damit war er nicht der treffsicherste Profi auf dem Platz: Demba Ba traf auf der Gegenseite gleich dreimal. Sejad Salihovic vergab in letzter Sekunde den Hoffenheimer Sieg, der Bosnier schoss einen Foulelfmeter, den Magnin an Eduardo verschuldet hatte, über das Tor.

          Überraschende Hoffenheimer Führung

          Etwas überraschend war Hoffenheim in der 24. Minute die Führung. Dabei machte der Stuttgarter Verteidiger Khalid Boulahrouz keine gute Figur, als er Demba Ba nach einem Pass von Nationalspieler Andreas Beck viel zu viel Platz ließ. Den nutzte der fixe Stürmer von der Elfenbeinküste zu einem eindrucksvollen Antritt und einem satten Treffer ins linke obere Eck. Die Stuttgarter hatten bis dahin zwar mehr für das Spiel getan, aber vor großer Kulisse immer mit einer Spur Zurückhaltung agiert, um nicht in die gefährlichen Hoffenheimer Konter zu laufen. Die Vorsicht gaben sie nach dem Rückstand auf.

          Umwerfend: Torschütze Demba Ba und Sejad Salihovic
          Umwerfend: Torschütze Demba Ba und Sejad Salihovic : Bild: AP

          Das Hoffenheimer Spiel hatte bis dahin zu wenig Struktur. Nur zwei Minuten nach dem 1:0 kam der VfB durch Cacau zum Ausgleich. Der gebürtige Brasilianer, der vor kurzem einen deutschen Pass bekam, traf mit einem Flachschuss von halb links. Stuttgart verstärkte den Druck und konnte sogar die Führung erzielen. In der 31. Minute gelang Mario Gomez nach einer Flanke von Serdar Tasci per Kopf sein zwölfter Saisontreffer.

          Ba zu schnell für die Stuttgarter Abwehr

          Während die Schwaben jubelten, tobte der Hoffenheimer Trainer Ralf Rangnick an der Seitenlinie und war kaum noch zu beruhigen. Rangnick erregte sich über eine Aktion von Cacau, der kurz vor Tascis Flanke mit Carlos Eduardo aneinander geraten war und den Hoffenheimer Mittelfeldspieler im Strafraum behindert haben soll. Schiedsrichter Michael Kempter sah das anders, er ließ weiterspielen.

          Schon in der 28. Minute musste der VfB in einer manchmal ruppigen Partie den verletzten Arthur Boka vom Feld nehmen. Sejad Salihovic sah für sein rüdes Foul die Gelbe Karte. Kurz vor der Pause gelang Hoffenheim, das ohne Torwart Timo Hildebrand, Chinedu Obasi und Vedad Ibisevic angetreten war, der 2:2-Ausgleich. Wieder erwies sich Ba als zu schnell für die Stuttgarter Abwehr. Jens Lehmann hatte gegen seinen Flachschuss ins lange Eck keine Abwehrchance. Es war Bas zehnter Saisontreffer.

          Ermittlungen in Hoffenheim

          Gomez vergab in einer immer offener geführten Partie in der 49. Minute die Chance zum 3:2, während sich Hoffenheim, nun mit mehr Mut im Spiel, geschickter anstellte. Trotzdem gelang Gomez das 3:2 (63.). Per Heber überwand der Nationalstürmer sowohl Torwart Daniel Haas als auch Beck, der vergebens zu retten versuchte, was nicht mehr zu retten war. Ba traf fast postwendend zum 3:3 (67.).

          Derweil droht Hoffenheim Ärger von anderer Seite. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes hat gegen Andreas Ibertsberger und Christoph Janker Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen die Anti-Doping-Richtlinien aufgenommen. Die beiden Hoffenheimer Profis sollen nicht wie vorgeschrieben unmittelbar nach dem Abpfiff der Partie am 7. Februar bei Borussia Mönchengladbach zur Doping-Kontrolle erschienen sein, sondern erst zehn Minuten später, nachdem sie an einer Teamsitzung teilgenommen hatten. Die genommenen Doping-Proben fielen negativ aus.

          „Der Fall ähnelt auf den ersten Blick dem Sachverhalt des Verfahrens gegen die italienischen Spieler Daniele Mannini und Davide Possanzini vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS, der die beiden am 29. Januar 2009 zu einer einjährigen Sperre verurteilt hat“, sagte Rainer Koch, Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes.

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