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3:3 im Revierderby : Frei macht Schalke ganz kleinlaut

  • -Aktualisiert am

Die Neuen unter sich: Jürgen Klopp und Fred Rutten (r.) treffen sich in Dortmund Bild: REUTERS

Ganz lange sah es nach einer Schmach für die Dortmunder im Revierderby gegen Schalke aus. Doch dann köpfte Subotic den Anschlusstreffer, die Schalker verloren die Linie und zwei Spieler und Schiedsrichter Wagner verhängte einen sehr zweifelhaften Elfmeter.

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          Vor dem 132. Ruhrgebietsderby hatte der jüngste Spieler des FC Schalke 04 das Selbstbewusstsein der Königsblauen am deutlichsten zum Ausdruck gebracht. Der 19 Jahre alte Torwart Ralf Fährmann, der am Samstag in der Bundesliga debütierte, hatte gesagt, es komme ihm gelegen, in Dortmund zu spielen. „Dann können wir denen zeigen, wo der Fuchs den Schwanz hat.“

          Schön gesagt. Doch am Ende eines hitzig geführten Nachbarschaftsstreits waren die Schalker kleinlaut. Trotz des 3:0-Vorsprungs nach Toren von Jefferson Farfan (20. Minute), Rafinha (39.) und Heiko Westermann (53.) kamen sie gegen den BVB nur zu einem 3:3. Zur überragenden Figur des Spiels wurde Alexander Frei, der in der zweiten Hälfte sein Bundesliga-Comeback nach längerer Verletzungspause feierte.

          Klopps Derby-Mappe zeigt zunächst keine Wirkung

          Das erste Dortmunder Tor von Neven Subotic bereitete der Schweizer Stürmer vor (66.), die beiden anderen erzielte er selbst (70. und 89., Handlelfmeter). Da stand das Happy End für den BVB fest. Und der Schalker Westermann stellte fest: „Das waren die kuriosesten 90 Minuten, die ich je erlebt habe.“

          Debüt im Derby: weil Manuel Neuer und Matthias Schober verletzt sind, musste Ralf Fährmann in Dortmund des Schalker Kasten hüten
          Debüt im Derby: weil Manuel Neuer und Matthias Schober verletzt sind, musste Ralf Fährmann in Dortmund des Schalker Kasten hüten : Bild: REUTERS

          Ein paar Tage vor dem Derby hatte die Fan-Abteilung des BVB dem Trainerstab dreißig Exemplare einer eigens erstellten Derby-Mappe ausgehändigt, auf dass die Spieler sich in Wort und Schrift vor Augen führten, wie Schalke zu schlagen sei. Trainer Jürgen Klopp empfahl seinen Profis die Mappe als Bettlektüre. So werde jeder Spieler Bilder im Kopf haben, die veranschaulichen, „wie es ist, wenn man gegen Schalke gewinnt“.

          Nach einer halben Stunde schweigt die Mehrheit der Zuschauer

          Ein Start wie aus dem Bilderbuch gelang den Borussen allerdings nicht. In der ersten Halbzeit vermochten sie den selbstbewussten Fährmann nicht ein einziges Mal in Verlegenheit zu stürzen. Stattdessen brachten sie sich selbst in Bedrängnis und Schalke in eine komfortable Position. Erst unterlief dem jungen Verteidiger Subotic im eigenen Strafraum ein Handspiel, das Schiedsrichter Lutz Wagner mit einem Elfmeter ahndete. Farfan nutzte den Strafstoß zu seinem ersten Bundesligator.

          Danach fiel es der Heimelf zunächst noch schwerer, den Gegner unter Druck zu setzen. Wie die Dortmunder Profis ließen sich auch ihre Fans beeindrucken. Aus einer anfangs lauten wurde vorübergehend eine schweigende Mehrheit, zumal Rafinha den Vorsprung der Königsblauen noch vor der Pause ausbaute. Wieder hatte der BVB kräftig mitgeholfen. Kehl ließ sich im Zweikampf von Westermann übertölpeln, der den Torschützen mit einem präzisen Pass in Szene setzte.

          Letze Hoffnung Frei

          Der letzte Rest an Dortmunder Hoffnung ruhte auf dem eingewechselten Stürmer Alexander Frei. Zunächst deutete noch manches darauf hin, dass Dortmund demontiert werden würde. Nach Westermanns Kopfballtreffer zum 3:0 (nach einem Fehler von Torwart Weidenfeller) hätte Kuranyi sogar das vierte Tor erzielen können. Aber unter der Führung ihres Vorkämpfers Frei nahmen die Borussen den Kampf an. Und wie! Erst bereitete Frei mit einem Eckstoß das 1:3 vor, wenig später legte er seine ganze Wut und Wucht in einen unhaltbaren Distanzschuss.

          Die Dortmunder Schlussoffensive musste Schalke mit acht Feldspielern überstehen. Der Schiedsrichter verwies erst Christian Pander mit Gelb-Rot des Feldes (73.) und schickte wenig später Fabian Ernst mit Rot hinterher (76.). Nach einem angeblichen Handspiel von Krstajic bekam Dortmund auch noch einen Elfmeter zugesprochen. Eine Fehlentscheidung, über die sich die Schalker zu Recht empörten. Frei - wer sonst - nutzte nutzte die Chance zum Ausgleich.

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