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3:2 in Bremen : Robben schießt die Bayern auf Platz eins

  • -Aktualisiert am

Bestens gelaunt: Robben (r.) traf zum 3:2-Sieg, Ribery gab sein Comeback Bild: ddp

Das Schauspiel wiederholt sich: Wie am letzten Spieltag stürmte der FC Bayern vorübergehend an die Spitze. In Bremen siegten die Münchner durch einen Kunstschuss von Robben mit 3:2. Nun ist Leverkusen am Sonntag unter Zugzwang.

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          Nicht der genesene Franck Ribéry oder der ausgebootete Torsten Frings waren die Hauptdarsteller. Beim achten Pflichtspielsieg des FC Bayern und der vierten Niederlage Werder Bremens in Folge standen andere im Mittelpunkt - vor allem einige Münchner. Ihre Offensive mit Robben, Müller und Gomez führte ein teilweise begeisterndes Angriffsspiel auf - und sorgte am Ende für das 3:2.

          Dass es Arjen Robben vorbehalten war, mit einem schönen Freistoßtor den entscheidenden Treffer der Bayern in der 78. Minute zu erzielen, passte ins Bild. Trotzdem zeigte sich Trainer Louis van Gaal nicht restlos zufrieden. „Es ist doch unglaublich, wir hätten viel höher gewinnen müssen. Wir haben zuviele Chancen verpasst“, sagte er. Torschütze Robben pflichtete ihm bei: „Realistisch gesehen hätten wir zehn Treffer erzielen müssen.“

          Werder gab sich in einem temporeichen Spitzenspiel nie geschlagen, verlor letztlich aber verdient gegen den deutschen Rekordmeister, der wirklich ein klares Chancenplus zu verzeichnen hatte und die wacklige Werder-Abwehr immer wieder unter Druck setzte. Bei den Bayern kam Ribéry nach seiner Verletzungspause zum ersten Mal seit Oktober 2009 zum Einsatz.

          Umwerfend: Robben kam zum Jubeln, van Gaal legte sich vor die Bank

          Robben sieht mit seiner Hose wie ein Turner aus

          In der Halbzeit spielte die Stadionregie bayerische Blasmusik ein, das klang fröhlich und gemütlich und sollte bei minus fünf Grad wohl für gute Laune und warme Gedanken an eine geheizte Skihütte im ausverkauften Stadion sorgen. Doch fröhliche Gesichter dürfte es nur in der gut besuchten Bayern-Kurve gegeben haben - 2:1 führten die Münchner zur Pause, und das völlig verdient.

          Eigentlich hätte die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal mit noch viel komfortablerem Vorsprung in die Kabine gehen können. Gerade bei den Kontern des FC Bayern sah die wieder weit aufrückende Bremer Hintermannschaft ganz schlecht aus. Dass es in der ersten Hälfte nur die Treffer von Thomas Müller in der 25. Minute und Ivica Olic in der 36. Minute gab, lag weniger an Werders Wehrhaftigkeit, sondern an Mario Gomez, der bei zwei sehr guten Chancen einfach schlecht zielte.

          In Punkto Beweglichkeit und Anspielbarkeit machte Gomez hingegen ein klasse Spiel. Eine stete Bedrohung der Bremer waren Angriffe über die rechte Seite. Wie schon gegen Hoffenheim sah Robben mit seiner grauen Unterziehhose eher wie ein Turner aus, und von der Gewandtheit, mit der er die armen Bremer Verteidiger austanzte, könnte er auch aus diesem Sport kommen. Der neue Bremer Linksverteidiger Aymen Abdennour hatte einen ganz schweren Stand gegen den genialen niederländischen Dribbler, der mit ihm machte, was er wollte.

          Butt muss in der Halbzeit in der Kabine bleiben

          Allein sein Egoismus mag van Gaal und die eigenen Kollegen manches Mal genervt haben, oft suchte Robben den Abschluss, obwohl in der Strafraummitte ein Kollege besser postiert war. Einmal zog er sich sogar den Ärger des doch als ruhig und ausgeglichen bekannten Olic zu, der völlig frei in der Mitte gestanden hatte. Als der Weg aufs Tor einmal frei war, weil Tim Wiese herausgeeilt war, hob Robben den Ball übers Tor (43.) - wie er auch einen Konter in der 52. Minute vergab. In der Halbzeit musste Bayern-Torhüter Butt wegen Magen-Darm-Problemen in der Kabine bleiben und wurde durch Rensing ersetzt.

          Es war überraschend, wie wenig die Bremer mit ihrer Führung aus der 10. Minute durch Aaron Hunt anfangen konnten. Ein herrliches Tor war das, dieser Schuss ins kurze Eck nach feinem Pass von Marko Marin. Werder schien das Spiel zu kontrollieren, doch als die Bayern sich durch Kampf (van Bommel) und ein paar geordnete Ballpassagen in die Partie gebracht hatten, fielen die Tore fast zwangsläufig. Der Ball rollte, Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger trieben das Spiel an.

          Ribéry gibt bei Bayern sein Comeback - in Minute 68

          Auch wenn man hinten vor allem wegen Demichelis nie die Sicherheit hatte, dass Werder nicht doch noch zu guten Chancen kommen würde, schienen die Bayern das Spiel zu kontrollieren. Auf Bremer Seite war von einer Reaktion Frings' auf die Nichtnominierung durch Bundestrainer Löw nichts zu sehen - Frings blieb blass, gewann ein paar Zweikämpfe, doch konnte das Bremer Spiel ebenso wenig beeinflussen wie Tim Borowski. Auf der Tribüne sitzend, dürfte sich Löw in seiner Entscheidung bestätigt gefühlt haben. Dass der grippekranke Pizarro im Sturm fehlte, war zu merken. In der Mitte fehlte der eiskalte Verwerter.

          Bei den Bayern vermisste man den genesenen Ribéry nicht. Er stand auch nicht in der Startelf, sondern kam in der 68. Minute hinein. Der lange verletzte Franzose kam zum ersten Mal seit dem 3. Oktober 2009 zum Einsatz, für ihn ging der wieder überzeugende Ivica Olic vom Feld. Doch Ribéry war noch nicht lange im Spiel, als Werder für die etwas mutigere Leistung Mitte der zweiten Halbzeit belohnt wurde. Hugo Almeida gelang in der 75. Minute der Ausgleich. Die Bayern mussten sich über die vielen vergebenen Chancen ärgern, kamen aber postwendend durch den Freistoß Robbens zum 3:2. So akkurat war der Ball getreten, dass der überraschte Torwart Wiese wenig Möglichkeiten zur Abwehr hatte.

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