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3:2 gegen Stuttgart : Hamburg feiert die Wende

  • Aktualisiert am

Nordisches Freudenknäuel: Djourou lässt sich vom Rest des HSV feiern Bild: AFP

Wird jetzt alles gut? Gegen lange Zeit dominierende Stuttgarter dreht der HSV durch Treffer von Lasogga und Djourou die Partie in fünf Minuten – und das ganze Stadion feiert. Der VfB steht weiterhin ohne Punkte da.

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          Die Fans im traditionsreichen Hamburger Volkspark erlebten lange vermisste Glücksgefühle. Mit einem späten Doppelschlag zum 3:2 (1:2)-Sieg gegen den VfB Stuttgart versetzten Pierre-Michael Lasogga (84. Minute) und Johan Djourou (89.) die Arena am Samstagabend in ein Tollhaus.  „Wenn man den Spielverlauf sieht, bin ich wirklich sehr froh über den Sieg. Wir sind zurückgekommen“, sagte Ivo Ilicevic, dem in der 34. Minute der Treffer zum 1:1-Ausgleich für den HSV gelungen war.

          Neun Minuten nach Wiederbeginn sah Stuttgarts Florian Klein wegen überharten Einsteigens die Gelb-Rote Karte und schwächte seine Mannschaft damit entscheidend. „Der Platzverweis hat uns durcheinandergebracht“, konstatierte VfB-Coach Alexander Zorniger. Lange Gesichter machten die Spieler der Schwaben, die trotz engagierter Vorstellung zum zweiten Mal in dieser Saison als Verlierer vom Platz gingen. „Das ist wahnsinnig bitter, dass wir nicht wenigstens einen Punkt mitgenommen haben. Wir haben in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht“, bilanzierte Daniel Ginczek, der die Schwaben mit zwei Treffern (24./42.) auf die Siegerstraße gebracht zu haben schien.

          Da ist der Sieg! Torschütze Djourou (l.) feiert seinen Treffer Bilderstrecke

          Im ersten Spiel seit 2001 im namentlich wieder traditionellen Volksparkstadion bot Bruno Labbadia gegen seinen ehemaligen Club die identische Anfangsformation wie in München auf. Überraschend vertraute er erneut Matthias Ostrzolek statt dem Ex-Stuttgarter Gotoku Sakai auf links in der Viererkette. „Es macht keinen Sinn, so viel umzuswitchen“, sagte der Coach kurz vor der Partie. Auch Kapitän Djourou lief nach überstandenen Leistenproblemen auf.

          Die Schwaben hofften auf die Rückkehr von Serey Dié, doch der Ivorer hat seine Muskelprobleme noch nicht überstanden. So bot auch Zorniger nach dem Abschied von Antonio Rüdiger in seinem ersten Auswärtsspiel als Bundesliga-Coach die gleiche Aufstellung wie beim 1:3 gegen Köln auf.

          Die Gäste begannen so offensiv, wie sie es angekündigt hatten. Besonders Daniel Didavi schaltete nach Ballgewinn immer wieder schnell um und trieb den VfB an. Die Gastgeber bekamen den Spielgestalter meist nur zu zweit oder dritt in den Griff. In die Nähe des Tores kamen die Hanseaten zuerst: Ilicevic (2.) traf nur das Außennetz, zirkelte danach einen Freistoß auf den Ex-Stuttgarter Sven Schipplock (15.). Schlussmann Przemyslaw Tyton war zur Stelle. Kurz zuvor parierte er einen Fernschuss des 20-jährigen Gideon Jung (12.). Nach einem Eckball prüfte Christian Genter (22.) René Adler das erst Mal.

          Zwei Minuten später verlor Jung im Mittelfeld den Ball, Didavi schaltete schnell und setzte Ginczek so gut ein, dass der Torjäger Adler keine Chance ließ. Auf der Gegenseite schaltete Ilicevic nach einem langen Abstoß von Adler blitzschnell und schloss zum Ausgleich ab. Verteidiger Ostrzolek verhinderte im Gegenzug eine erneute Führung der Gäste, als er gegen Martin Harnik zur Ecke klärte. Erneut war es dann aber Ginczek, der von Gentner eingesetzt wurde, ganz abgeklärt den herauseilenden Adler stehen ließ und traf. Johan Djourou hatte das Abseits aufgehoben.

          Nach dem Seitenwechsel drückten die Gastgeber, ihnen fehlte aber der Zug zum Tor. Eine Großchance vergab auf der anderen Seite der überragende Didavi (50.) mit einem Freistoß, der nur knapp neben dem Gehäuse vorbeiging. Nach Kleins Herausstellung bekam der HSV erst in der Schlussphase Oberwasser. Dem eingewechselten Lasogga gelang die Wende, ehe Djourou das umjubelte Siegtor schaffte.

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