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3:2 gegen Mainz : Bayers doppeltes Glück

  • -Aktualisiert am

Erst erzwang er das 1:0, dann wurde er ausgewechselt: Michael Ballack Bild: dapd

Leverkusen sieht schon wie der sichere Sieger aus, dann schlägt Mainz zurück. Erst nach Ballacks Auswechslung findet Leverkusen wieder in die Spur und gewinnt das Spiel glücklich mit 3:2. Der FSV hat kurz vor Ende doppelt Pech.

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          Neues Jahr, neues Glück stand auf einem Banner, das Leverkusener Fans vor dem Spielbeginn in Richtung des Spielfelds hielten. Vergessen sein soll also das sehr durchwachsene erste Saison-Halbjahr von Bayer 04 Leverkusen in der Bundesliga

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Stattdessen möge das noch immer mit Stars wie Michael Ballack, Eren Derdiyok und André Schürrle gespickte Team doch bitte mit guten Leistungen im Bundesligaalltag dazu beitragen, die Vorfreude auf die Champions-League-Duelle mit dem FC Barcelona im Februar und März zu steigern und die anhaltenden Diskussionen um Trainer Robin Dutt beenden.

          Nach dem 3:2-Sieg der „Werkself“ gegen Mainz 05 zum Rückrundenauftakt am Sonntagabend sind die guten Vorsätze trotz einer mittelmäßigen Vorstellung noch realisierbar. Großen Anteil daran hatte zu Beginn ein Eigengewächs. Der erst 18 Jahre alte Danny da Costa nutzte seine Bewährungschance als Rechtsverteidiger bravourös.

          Nach einem seiner couragierten Flügelläufe brachte er den Ball so gefährlich vor das Tor, dass der Mainzer Rechtsverteidiger Zdenek Pospech den Ball bei seinem Rettungsversuch per Grätsche nur noch ins eigene Tor ablenken konnte (11. Minute). Zur Entlastung des tschechischen Nationalspielers sei erwähnt, dass Ballack einschussbereit hinter ihm lauerte.

          Nachdem Ballack ging und Kießling kam, fand Leverkusen wieder in die Spur und siegte
          Nachdem Ballack ging und Kießling kam, fand Leverkusen wieder in die Spur und siegte : Bild: AFP

          Die Mainzer fanden auch in der Folge nicht ins Spiel, wenn man nicht Manuel Friedrich aufgrund seiner sportlichen Herkunft als Rheinhessen bezeichnen will. Der in der 05-Jugend ausgebildete und später bis zu seinem Wechsel nach Leverkusen im Jahr 2007 bei den Profis zum kurzzeitigen Nationalspieler gereifte Innenverteidiger köpfte den Ball nach einem Eckball von Gonzalo Castro aus fünf Metern zum 2:0 ins Netz.

          Der 32 Jahre alte Friedrich verzichtete aus alter Verbundenheit auf den Torjubel und schien sich bei einem freundschaftlichen Blickkontakt sogar bei Christian Wetklo, einem von drei noch im Mainzer Team stehenden ehemaligen Mitspielern, entschuldigen zu wollen.

          Immerhin erfolgreich zum Start: der in der Kritik stehende Bayer-Trainer Robin Dutt
          Immerhin erfolgreich zum Start: der in der Kritik stehende Bayer-Trainer Robin Dutt : Bild: dapd

          Auch danach hatten die Leverkusener offenkundig Nachsehen mit den Mainzern: Nachdem deren Trainer Thomas Tuchel zur Pause Adam Szalai und Marco Caligiuri für den enttäuschenden Anthony Ujah und den bemühten, aber erfolglosen Bundesliga-Debütanten Deniz Yilmaz eingewechselt hatte, durften sie das Geschehen nahezu ungestört bestimmen.

          Mit zwei Treffern in der 50. und 53. Minute gaben die Rheinhessen dem zuvor verloren geglaubten Spiel eine gänzlich neue Wendung. Zunächst drückten Eugen Polanski und Adam Szalai den Ball nach einer Glanzparade von Leverkusens Torhüter Bernd Leno im Nachsetzen gemeinsam über die Linie.

          Doppelkopf in Leverkusen: da Costa und Choupo-Moting in luftiger Höhe
          Doppelkopf in Leverkusen: da Costa und Choupo-Moting in luftiger Höhe : Bild: AFP

          Der Treffer wurde Polanski gutgeschrieben, was die wunderbare Geschichte von der Rückkehr des erst zur Pause eingewechselten Ungarn Szalai nach einer einjährigen Verletzungspause ihrer rührenden Pointe beraubte.

          Dann traf der zeitgleich mit Szalai eingewechselte Marco Caligiuri nur drei Minuten später mit einem technisch feinen Heber über Leno hinweg zum Ausgleich, den sich die Mainzer zu diesem Zeitpunkt mit einer erheblichen Leistungssteigerung nach der Pause verdient hatten.

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          Dass der Sieger am Ende doch noch Leverkusen hieß, hatte möglicherweise mit einer unpopulären und deshalb gerade angesichts der Diskussionen um seine Person sehr mutigen Entscheidung Dutts zu tun. Er wechselte seinen Kapitän Ballack aus, um dem Leverkusener Spiel durch die Hereinnahme von Stefan Kießling mehr Durchschlagskraft zu verleihen.

          Wiederum per Kopfstoß nach einem Eckball von Michal Kadlec gelang dann Lars Bender der Siegtreffer zum 3:2 (70.) für die Leverkusener, die mit Pfiffen verabschiedet wurden. Mainz hatte kurz vor Ende doppelt Pech: Zum einen entschied Schiedsrichter Michael Weiner nach einem Einsatz von Kadlec gegen Szalai nicht auf Elfmeter, zum anderen traf Eric Maxim Choupo-Moting in der Nachspielzeit aus spitzem Winkel nur den Pfosten.

          Bayer Leverkusen - FSV Mainz 05 3:2 (2:0)

          Bayer Leverkusen: Leno - da Costa, Schwaab, Friedrich (86. Toprak), Kadlec - Bender, Reinartz - Castro, Ballack (60. Kießling), Schürrle - Derdiyok (80. Rolfes)
          FSV Mainz 05: Wetklo - Pospech, Bungert, Noveski, Fathi - Baumgartlinger, Polanski (77. Malli), Soto - Ujah (46. Caligiuri), Choupo-Moting - Yilmaz (46. Szalai)
          Schiedsrichter: Weiner (Giesen)
          Zuschauer: 24.365
          Tore: 1:0 Pospech (11./Eigentor), 2:0 Friedrich (35.), 2:1 Polanski (50.), 2:2 Caligiuri (53.), 3:2 Bender (70.)
          Gelbe Karten: Friedrich (1) / -

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