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3:2 gegen Köln : Pizarro-Festival in Bremen

  • -Aktualisiert am

Was wäre Werder nur ohne Claudio Pizarro? Der Peruaner trifft dreifach gegen Köln Bild: AFP

Ein Mann macht den Unterschied: Nach einem 0:2-Rückstand gegen Köln trifft und trifft und trifft Claudio Pizarro für Bremen. Werder bleibt damit den Bayern auf den Fersen.

          Wer einen Claudio Pizarro hat, gewinnt auch, wenn er schon 0:2 zurückliegt: drei Treffer des Peruaners ermöglichten Werder Bremen am Samstagnachmittag gegen den 1. FC Köln den siebten Saisonsieg. Neben der beeindruckenden Gefahr Pizarros mit seinen nun elf Treffern bleibt noch etwas Gewissheit: Spiele im Weserstadion gehören zum unterhaltsamsten, was diese Fußballsaison zu bieten hat. Tore, Chancen, Kuriositäten, Platzverweise - beim Bremer 3:2 gegen den FC kamen wieder einmal Zuschauer auf ihre Kosten, die das Spektakel am Fußball schätzen.

          Zunächst führten die Kölner 2:0 durch die Tore von Clemens und Podolski, dann schaffte Bremens Pizarro mit zwei Treffern den Ausgleich. Werder war ab der 53. Minute in Überzahl, weil der Kölner Sereno „Rot“ gesehen hatte. Noch gravierender wurde es für den FC, als Ammar Jemal nach einer Verletzung auch noch runter musste, Köln aber schon dreimal gewechselt hatte: es hieß elf gegen neun ab der 78. Minute. Scheibenschießen aufs Kölner Tor. Eckball auf Eckball flog auf Torwart Michael Rensing zu. Lange ging das gut - bis Pizarro sein drittes Tor gelang. 

          Köln hatte die gute Leistung der ersten Hälfte im zweiten Durchgang komplett vergessen lassen. Als einzige Spitze aufgestellt, bereitete Lukas Podolski das 1:0 durch Christian Clemens mit seiner Flanke vor (3. Minute). Wieder einmal lag Werder früh zurück - zum neunten Mal in den zwölf Pflichtspielen dieser Saison. Podolski selbst erhöhte in der 44. Minute auf 2:0, als er von Prödl bedrängt allein aufs Bremer Tor zueilte und den Ball im Tor versenkte.

          Ungewöhnliche Tat von Schaaf

          Eine wahrhaft klassische Szene der unbelehrbaren Bremer: Ballverlust in der Vorwärtsbewegung, dann fehlte jegliche Absicherung. Im zweiten Durchgang kam Werder durch die beiden Treffer Pizarros zum 2:2 - erst lenkte der Peruaner den Ball in der 49. Minute ins Kölner Tor, dann traf er aus elf Metern, nachdem zuvor Sereno den Bremer Rosenberg festgehalten hatte und die Rote Karte sah. Und mit seinem 153. Bundesligator schaffte Pizarro nach Rosenbergs Verlängerung noch das 3:2 für Bremen (86. Minute).

          Wie unzufrieden der Bremer Trainer Thomas Schaaf mit der Leistung seiner Profis in der ersten Halbzeit war, ließ sich an der 37. Minute ablesen: in Bargfrede und Rosenberg wechselte er zwei neue Spieler ein (für Ekici und Schmitz), ein sehr ungewöhnliche Tat für die Verhältnisse des Bremer Coaches, der seiner ersten Elf normalerweise viel länger vertraut.

          Allein gegen alle: Pizarro trifft drei Mal gegen Köln

          Man konnte ihn aber gut verstehen. Viel zu umständlich spielte seine Mannschaft, kaum ein Ball kam bei den Stürmern Pizarro und Arnautovic an. Köln konnte sich relativ ruhig hinten postieren und warten, was Werder so vor hatte. Die Werder-Fans unter den 41.500 Zuschauern hatten viel mehr von ihren Bremern erwartet, die sich mit einem Sieg doch in der oberen Tabellenhälfte festbeißen wollten. Das gelang dann letztlich auch wegen der Überzahl - vor allem aber wegen Pizarro.

          Nach der Pause intensivierte Werder das Spiel über die außen und wurde gleich doppelt belohnt. Nach dem Ausgleich durch Pizarros Treffer und der Bremer Überzahl kamen die Bremer zu einer Handvoll bester Chancen. Doch der 30 Minuten währende Einbahnstraßenfußball brachte kein weiteres Werder-Tor. Köln verteidigte lange gekonnt, doch wie schon im Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin schaffte Werder gegen neun Profis des Gegners noch den Sieg.

          Werder Bremen - 1. FC Köln 3:2 (0:2)

          Werder Bremen: Wiese - Sokratis, Prödl, Naldo, Schmitz (37. Bargfrede) - Ignjovski - Fritz, Hunt - Ekici (37. Rosenberg) - Arnautovic (79. Wagner), Pizarro
          1. FC Köln: Rensing - Brecko, Sereno, Jemal, Eichner - Lanig, Riether - Clemens (55. Geromel), Jajalo (67. Pezzoni), Peszko (72. Matuschyk) - Podolski
          Schiedsrichter: Weiner (Giesen)
          Zuschauer: 41.500 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Clemens (3.), 0:2 Podolski (45.), 1:2 Pizarro (49.), 2:2 Pizarro (54./Foulelfmeter), 3:2 Pizarro (86.)
          Gelbe Karten: Bargfrede (3), Fritz (2), Sokratis (3) / Lanig (5), Rensing (2), Riether (4)
          Rote Karten: - / Sereno (53./Notbremse)

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