https://www.faz.net/-gtm-6l8qw

3:2 gegen Hamburg : Hanke schießt Hannover zum Sieg

  • -Aktualisiert am

Hannovers Torwart Fromlowitz freut sich über den späten Sieg gegen Hamburg Bild: dpa

Die Diva von der Alster hängt im Mittelmaß fest. In Hannover trifft der junge Son zwar doppelt für Hamburg, doch Stindl und Schulz mit einem „Tor des Monats“ sorgen für ausgeglichene Verhältnisse. Dann hat Hanke seinen Auftritt.

          Beim Hamburger SV geht es in dieser Spielzeit weiter Auf und Ab. Dieses Mal schwang sich die Diva von der Alster zwar trotz vieler Verletzter zu einer ordentlichen Leistung auf - trotzdem verlor die Mannschaft von Trainer Armin Veh 2:3 gegen Hannover 96. Mann des Tages war ausgerechnet einer, der lange von der Bildfläche verschwunden war: Stürmer Mike Hanke traf in der Nachspielzeit zur Entscheidung (90+1 Minute).

          Die weiteren Treffer für die Niedersachsen erzielten Lars Stindl (31.) und Christian Schulz (54.). Der erst 18 Jahre alte Südkoreaner Heung Min Son hatte den HSV mit seinen beiden Treffern zwischenzeitlich sogar in Führung gebracht (40. und 54.). „Wir haben die Gegentore einfach zu leicht kassiert“, sagte Veh. „Es war alles drin, was ein Derby braucht“, fand 96-Trainer Mirko Slomka.

          Es war eine muntere Partie vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Maschsee. Verdient hatte der HSV diese Niederlage indes nicht. Auf einigen Positionen war es eine Hamburger Mannschaft mit Namen, die nur Eingeweihten etwas sagten. Veh war nicht zu beneiden in seiner Aufgabe, eine schlagkräftige Elf auf den Platz zu schicken. Die Liste der Verletzten beim HSV wird lang und länger; am Freitag verletzte sich auch noch Verteidiger Guy Demel.

          Plötzlich steht Stindl frei vor dem Tor - und trifft

          In Jansen, Aogo, Rost, Mathijsen, Demel, Kacar und Benjamin fehlten gleich sieben potentielle Stammkräfte. Elia und van Nistelrooy nahmen zunächst auf der Bank Platz. Das war die Chance für zwei Nachwuchskräfte: Muhamed Besic durfte sich als Innenverteidiger versuchen, Heung Min Son spielte im offensiven linken Mittelfeld. Rincon rückte auf die Rechtsverteidigerposition, Trochowski auf die Defensivposition vor der Abwehr. So ist der HSV noch nie aufgelaufen.

          Allerdings spielte er nicht schlecht gegen eine Mannschaft aus Hannover, die selbstbewusst und spritzig wirkte und überlegen begann. Man merkte dem Team von Trainer Mirko Slomka an, dass es bisher gut läuft in der Saison. Stindl vergab früh eine große Chance (12.), die „Roten“ schienen den Gegner zu beherrschen. Aber es steckt immer noch viel individuelle Klasse im HSV, etwa in Person des derzeitigen Linksverteidigers Zé Roberto.

          Gleich vier Hannoveraner tanzte er aus und legte den Ball auf Petric, doch dessen Schuss ging knapp am Tor vorbei (19.). Doch dann verlor der eben noch brillante Zé Roberto den Ball, Stindl war von vier Hamburgern nicht zu stoppen, und hatte Glück, dass Besic ihm den Ball in die Beine schoss. Plötzlich stand Stindl frei vor dem Hamburger Tor - und traf zur Führung (31.).

          Hannovers Schulz mit einem „Tor des Monats“

          Doch der HSV knickte nicht ein und versuchte weiter nach vorne zu spielen. Der beständigste HSV-Profi dieser Saison, Jonathan Pitroipa, spielte auf der linken Seite Chahed aus und passte nach innen, wo Son reaktionsschnell zum Ausgleich traf (41.). Gleich nach der Pause war es wieder die Kombination Pitroipa und Son, die den Erfolg bereitete. Pitroipa flankte, Son köpfte zur Führung für den HSV ein. (54.). Doch dem Treffer waren ein falscher Einwurf von Rincon und ein Handspiel von Paolo Guerrero vorausgegangen, weshalb der Peruaner kurz darauf mit Jan Schlaudraff aneinander geriet. Beide sahen die Gelbe Karte - und Veh wechselte lieber van Nistelrooy für den heißblütigen Guerrero ein. „Es war keine Tätlichkeit“, sagte Schlaudraff nach der Partie.

          Doch der Niederländer war kaum im Spiel, da stahl ihm Schulz die Show: Im Strafraum freistehend nahm Schulz den Ball mit dem Rücken zum Tor an und traf per Fallrückzieher zum 2:2 (59.). Ein Platz in der Auswahl zum „Tor des Monats“ dürfte ihm sicher sein. Son hätte die Entscheidung für den HSV bringen können, traf aber nur den Pfosten (81.). Dann kam Hanke und erzielte aus kurzer Distanz den Siegtreffer für Hannover (90. + 1). „Wir haben alles in die Waagschale geworfen und gefightet“, sagte HSV-Kapitän Heiko Westermann. „Wir waren die bessere Mannschaft.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          IAA : Draußen Protest, innen leuchtende Männeraugen

          Wo der SUV noch artgerecht gehalten wird: Unsere Autorin war auf der Automesse unterwegs. Die Autohersteller reagieren auf den zunehmenden Druck mit ihrer elektrischen Charmeoffensive – die Publikumsmagneten findet man jedoch an anderer Stelle.

          Klimawende : Für eine Transformation mit Herz

          Uns erwartet ein sozial-ökologischer Umbau der Gesellschaft. Doch das muss man den Bürgern, die zwar für Klimawandel, aber kaum für persönliche Einschnitte sind, auch sagen. Ein Gastbeitrag.

          NPD-Ortsvorsteher in Hessen : Ein netter Kerl

          In einem Dorf wird ein NPD-Mann zum Ortsvorsteher gewählt. Die Aufregung ist groß, im Ort selbst findet man das nur halb so wild. Eindrücke aus Altenstadt-Waldsiedlung.
          Die Vorsitzende des Ressemblement National (RN), Marine Le Pen, nach ihrer Rede in Fréjus an der Cote d’Azur

          Wahlkampf von Le Pen : Seriosität statt Häme

          Statt nach Rechts und Links Sticheleien zu verteilen, gibt sich Marine Le Pen bei ihrer Comeback-Rede staatstragend. Für ihr Ziel, den Einzug in den Elysée-Palast 2022, hat die Vorsitzende des Rassemblement National eine Strategie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.