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3:2 gegen Düsseldorf : Leverkusen siegt zu zehnt

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Leverkusener Urschrei: Schürrle trifft für Bayer und verhilft seiner Elf auf Platz vier Bild: dpa

Leverkusen entscheidet nach dem Coup bei den Bayern auch das rheinische Duell mit Düsseldorf für sich. Nach dem Platzverweis für Rolfes gewinnt Bayer zu zehnt mit 3.2 - und überholt Meister Dortmund.

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          Trotz des 2:1-Erfolges am vergangenen Sonntag in München: Die Pole Position des Tabellenführers der Fußball-Bundesliga, seit dem ersten Spieltag vom FC Bayern in Anspruch genommen, bleibt für Bayer 04 Leverkusen weit entfernt. Eine Woche später den Meister überholen zu können, kann aber auch ein beflügelnder Antrieb sein. Die Werkself hat am Sonntagnachmittag in der BayArena vor 27.000 Zuschauern die Gelegenheit genutzt, an Borussia Dortmund vorbeizuziehen.

          Nach dem 3:2-Erfolg im 27. rheinischen Bundesliga-Derby schob sich die seit elf Pflichtspielen unbesiegte Werkself am BVB vorbei auf Platz vier und besitzt nach zehn Bundesliga-Spieltagen Champions-League-Perspektiven, da Schalke 04 und Eintracht Frankfurt mit 20 Punkten Zweiter und Dritter der Tabelle, nur um zwei Punkte besser dastehen als die Mannschaft des Trainer-Duos aus Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä.

          Sam (16.Minute), Schürrle (41.) und Castro (66.) schossen bei Gegentreffern von Rafael (40.) und Bodzek (86.) die Tore zum Sieg, den auch der Platzverweis des kurz zuvor eingewechselten Rolfes (65.) nicht in Gefahr brachte. Während Bayer die neue Höhenluft genießt, ist der Erstliga-Rückkehrer nach einem beachtlichen Start am Rand der Abstiegsplätze gelandet. Als Fünfzehnter steht die Fortuna nun da, wo sie viele Kenner von vornherein eingestuft hatten.

          Schon vor dem Anpfiff waren die Leverkusener ihrem Gegner zuvorgekommen. Bayer befreite den seit Tagen bei der Fortuna mittrainierenden polnischen Nationalspieler Sebastian Boenisch von seiner temporären Arbeitslosigkeit und stattete den bis zum 30. Juni bei Werder Bremen beschäftigten Linksverteidiger mit einem leistungsbezogenen Vertrag bis zum Saisonende aus. Boenisch soll bei Bayer das Vakuum füllen helfen, das die Langzeitverletzungen der sonst als erste und zweite Wahl geltenden Linksverteidiger Kadlec (Innenbandriss im linken Knie) und Schwaab (Bänderriss im linken Sprunggelenk) verursacht haben.

          Von Idylle war nur in der Halbzeit etwas zu sehen - ansonsten ging es zur Sache Bilderstrecke
          Von Idylle war nur in der Halbzeit etwas zu sehen - ansonsten ging es zur Sache :

          Von Beginn an dominierte Bayer das Spiel mit seinen beweglichen Offensivkräften Sam, Kießling und Schürrle vorneweg. Sidney Sam, der Sprinter auf dem rechten Flügel, wurde vor dem 1:0 von Kießling mit einem Pass in die Gasse freigespielt, ehe er den Ball über den 1,96 Meter langen Torhüter Giefer, im Sommer von Bayer zur Fortuna gewechselt, lupfte.

          Schürrles Volleygewaltschuss lenkte der in Düsseldorf oft geprüfte Torsteher danach gegen die Latte (34.), ehe zu aller Überraschung Rafael für den Aufsteiger ausglich (40.). Dessen Kopfball leitete der Leverkusener Innenverteidiger Toprak per Kopf ins eigene Tornetz weiter. Ob daran die Maske schuld war, die er nach seinem Nasenbeinbruch,erlitten am Mittwoch beim Pokalsieg in Bielefeld, schuld war?

          Willensstarke Leverkusener setzen sich durch

          Egal, das 1:1 verunsicherte niemand beim Konzernklub. Schon eine Minute später drosch Schürrle den Ball nach Sams Flanke und Kießlings Weiterleitung zum 2:1 über die Linie. Die Halbzeitführung spiegelte den Verlauf dieser jederzeit bewegten Begegnung nur unzureichend. Bayer war deutlich besser, doch die Fortuna wirkte bei ihren Gegenattacken nie völlig harmlos.

          Die zuletzt auffällig willensstarken Leverkusener setzten sich schließlich sogar in Unterzahl durch. Kapitän Rolfes, nach 63 Minuten eingewechselt, wurde schon zwei Minuten später nach einer harten Attacke an Bodzek die Rote Karte vorgehalten. Eine zu harte Entscheidung von Schiedsrichter Brych, auf die das Bayer-Kollektiv prompt eine sportliche Antwort gab.

          Bodzeks Treffer ist nur noch Ergebniskorrektur

          Sie kam der Fortuna spanisch vor, denn der wieder einmal überragende Antreiber Carvajal war vorangeprescht, und Gonzalo Castro, sein mitgelaufener Landsmann mit deutschem Pass, hatte zum 3:1 vollendet (66.). Olé, dies war der fabelhafte Leverkusener Schlusspunkt unter eine Begegnung, die für die Zukunft der Werkself viel verhieß. Bodzeks Treffer zum 2:3 (86.) war in der turbulenten Schlussphase nur noch Ergebniskorrektur.

          Bayer Leverkusen - Fortuna Düsseldorf 3:2 (2:1)

          Bayer Leverkusen: Rensing - Carvajal, Friedrich, Toprak, Hosogai - Bender, Reinartz, Castro (89. Kohr) - Schürrle (69. Hegeler), Sam (63. Rolfes) - Kießling
          Fortuna Düsseldorf: Giefer - Levels, Langeneke, Juanan, van den Bergh (81. Wegkamp) - Bodzek, Lambertz (71. Ilsø) - Schahin, Kruse, Bellinghausen - Rafael (46. Cha )
          Schiedsrichter: Brych (München)
          Zuschauer: 27.153
          Tore: 1:0 Sam (16.), 1:1 Rafael (40.), 2:1 Schürrle (41.), 3:1 Castro (66.), 3:2 Bodzek (86.)
          Gelbe Karten: - / Kruse (3), Langeneke (2)
          Rote Karten: Rolfes (65./grobes Foulspiel) / -

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