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3:2 gegen Bochum : Werder gewinnt nach Rotation

  • -Aktualisiert am

Glückliche Grüne: Prödl freut sich mit dem Siegtorschützen Frings (r.) Bild: dpa

44 Stunden nach dem 4:4 gegen den FC Valencia gewann Werder Bremen gegen den VfL Bochum mit einer umformierten Mannschaft. Die Tore zum 3:2-Sieg erzielten aber die bewährten Kräfte Pizarro, Marin und Frings.

          Es war die Fortsetzung der Europa-League-Spiels vom Donnerstag mit einem besseren Ende für Werder - wie beim 4:4 gegen den FC Valencia zeigte Werder Bremen auch beim spektakulären 3:2-Sieg gegen den VfL Bochum in der Bundesliga am Samstagnachmittag seine beiden Gesichter: eine atemraubende Offensive und die tölpelhafte Defensive.

          „Wir haben uns neunzig Minuten lang durchgeschleppt. Ich bin froh, dass wir uns am Ende gerade noch so durchsetzen konnten“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Nach ganz schwacher erster Halbzeit und einem 0:1-Rückstand durch Sestaks Treffer in der 14. Minute wirbelte Werder die Bochumer in der zweiten Hälfte pausenlos durcheinander und kam durch Pizarro (58.) und Marin (65.) zu zwei Toren, ehe Frings in der 81. Minute der Siegtreffer gelang.

          Weil Dedic (63.) bei einem Konter die krasse Bremer Defensivschwäche ausnutzte, war der VfL zwischendurch ein zweites Mal in Führung gegangen. „Das Ergebnis ist für uns ärgerlich. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat gegen einen starken Gegner wie Werder Bremen wenig zugelassen“, sagt der Bochumer Trainer Heiko Herrlich.

          Bremer Dreierpack: Gegen Bochum trafen Claudio Pizarro, Marko Marin und Torsten Frings zum 3:2-Sieg. Für den VfL waren Stanislaw Sestak und Zlatko Dedic erfolgreich.

          Bochum macht das Beste aus der Bremer Schwäche

          Das nennt man Rotation: Fünf Stammspieler schonte Schaaf. Fritz, Frings, Pizarro, Özil und Mertesacker durften sich nach den Mühen von Valencia auf der Bank ausruhen. Eine bessere B-Elf mit Prödl, Boenisch, Jensen, Borowski und Rosenberg sollte gegen den VfL Bochum den zwölften Saisonsieg einfahren. Doch man konnte schon nach zehn Minuten sehen, dass diese Bremer Mannschaft Probleme in allen Mannschaftsteilen hatte und den gut stehenden VfL nie in Gefahr brachte.

          Bochum machte das Beste aus der Bremer Schwäche und hatte nach zwölf Minuten die erste gute Chance, als Wiese den Schuss von Dedic um den Pfosten drehte. Die zweite gute Offensivszene brachte Bochum schon die Führung: Werder stand schlecht gestaffelt im Mittelfeld und ließ einen Pass durch, hinten ließ sich Prödl von Sestak narren, der an Wiese vorbei das 1:0 für den VfL erzielte (14. Minute).

          Was danach von den Bremern kam, war enttäuschend. Jensen kam auf eine enorm hohe Fehlerquote im Passspiel, Borowski war ein Schatten früherer Tage, und Rosenberg trabte im Sparmodus übers Feld, als ginge ihn das Ganze nichts an. Prödl war wie in vielen seiner wenigen Einsätze für Werder als Innenverteidiger überfordert. Sestak machte es sichtlich Spaß, gegen den unbeweglichen Österreicher zu spielen. Nur Marin versuchte das eine oder andere Mal etwas in der Offensive, hatte es gegen acht defensive Bochumer aber schwer.

          Das Spiel in Bremen wird wieder zum Spektakel

          Sehnsüchtige Rufe nach Claudio Pizarro stimmten die Werder-Fans unter den 36.000 Zuschauern im Weserstadion in der 38. Minute an. Sie wurden erhört. Schaaf tat, was er tun musste, und wechselte nach dieser unterirdischen ersten Halbzeit Pizarro und Özil für Jensen und Rosenberg ein. Sofort sah es nach Fußball aus, was Werder machte. Özil war in Spiellaune, und dass Pizarro ein außergewöhnlicher Spieler ist, zeigte er bei seinem Ausgleichstreffer in der 58. Minute: das hohe Zuspiel Naldos verwertete er direkt aus 14 Metern.

          Doch die Unverbesserlichen von der Weser schienen Valencia schon wieder vergessen zu haben und fingen sich beim ersten Konter nach dem Ausgleich das 2:1 für Bochum durch Dedic ein (63.). Das Spiel wurde zum Spektakel - Marin gelang zwei Minuten später das 2:2. Werder gab nicht auf, und Frings gelang mit seinem abgefälschten Schuss der Siegtreffer.

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