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3:1 in Mainz : Dortmund braucht zwei Elfmeter

  • -Aktualisiert am

Duelle vom Punkt für sich entschieden: Robert Lewandowski gegen Loris Karius Bild: AP

Mit viel Mühe findet Borussia Dortmund zurück in die Spur und kommt bei Mainz 05 zu einem 3:1-Erfolg. Lewandowski verwandelt in der Schlussphase einen Hand- und einen Foulelfmeter.

          2 Min.

          Borussia Dortmund hat den Negativtrend in der Liga vorerst gestoppt. Mit einem 3:1-Sieg bei Mainz 05 hat das Team von Trainer Klopp im Kampf um Platz zwei zumindest keinen weiteren Boden verloren. Über eine Stunde lang hatte nichts auf einen BVB-Erfolg hingedeutet, Mainz war die bessere Mannschaft gewesen. Doch dann trafen in einer spannenden Schlussphase mit drei Elfmetern Aubameyang (direkt verwandelter Freistoß) und Lewandowski (zwei Strafstöße). Choupo-Moting hatte zwischendurch für die Mainzer zum 1:1 ausgeglichen, ebenfalls per Elfmeter. Der Mainzer Soto sah wegen Handspiel die Rote Karte. Am Ende verabschiedete das Mainzer Publikum sein Team mit großem Beifall.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Die Dortmunder leisteten sich in Mainz eine der schlechtesten Halbzeiten in dieser Saison. Nach den emotionalen Höhepunkten in der vergangenen Woche bei den Begegnungen mit Bayern München und in der Champions League mit dem SSC Neapel schien sich der BVB im Alltag in Mainz nicht wieder richtig aufraffen zu können. Die Profis in Gelb wirkten, als hätten sie auf Erholungsmodus geschaltet. Ohne richtigen Mumm gingen sie in die Zweikämpfe, das Umschaltspiel scheiterte oft schon am ersten Pass nach Ballgewinn, weil die Mainzer viel wacher reagierten.

          Schon in der 32. Minute reagierte Trainer Klopp auf die triste Vorstellung seines Teams. Er nahm Sven Bender vom Feld, der trotz eines Nasenbeinbruchs in der Startformation stand, und ersetzte ihn durch Nuri Sahin. Mit ihm kam ein Schuss mehr Ordnung und Konstruktivität ins Dortmunder Spiel. Sowohl in der Offensive, als auch in der Defensive. In der ersten halben Stunde hatten die Rheinhessen fünfmal aufs Dortmunder Tor schießen können. Die Herausforderungen, die sich Torwart Weidenfeller stellten, waren nicht riesig, aber es bedurfte schon einer konzentrierten Leistung des Neu-Nationalspielers, um seine Mannschaft vor einem Rückstand zu bewahren.

          Lewandowski lässt sich für den späten Doppelschlag von Aubameyang feiern
          Lewandowski lässt sich für den späten Doppelschlag von Aubameyang feiern : Bild: dpa

          Kurz vor der Pause bedrohte Mainz dann doch noch einmal bei einer Standardsituation das Dortmunder Tor. Nach einem Eckball von Geis köpfte Bell den Ball an die Oberkante der Latte. Kurz darauf schoss dann auch der Champions-League-Finalist das erste Mal gefährlich aufs Mainzer Tor. Aubameyangs Volleyschuss lenkte Torwart Karius an die Oberkante der Latte. Trainer Klopp riskierte es, schon in der Halbzeit sein Auswechselkontingent zu erschöpfen. Für Blaszczykowski und Reus schickte er Kehl und Mchitarjan aufs Feld. Auch sein Kollege Tuchel tauschte aus – Coupo-Moting für Nationalspieler Nicolai Müller.

          Mainzer Moral wurde nicht belohnt

          Dortmund versuchte sich nun etwas angestrengter, ins Spiel zu beißen. Die Mühe wurde reichlich belohnt. Aubameyang brachte Dortmund mit einem perfekten Freistoß in der 70. Minute in Führung. Bevor Mainz sich über die Ungerechtigkeit im Fußball aufregen konnte, schaffte es den Ausgleich. Choupo-Moting verwandelte den Foulelfmeter, den Piszczek in der 74. Minute an Malli verwirkt hatte.

          Hartes Stück Arbeit: Dortmund muss in Mainz kämpfen
          Hartes Stück Arbeit: Dortmund muss in Mainz kämpfen : Bild: AP

          Weitere vier Minuten später fiel die Entscheidung. Lewandowski hatte Aubameyang eingesetzt und dessen Schuss aus spitzem Winkel konnte der Mainzer Mittelfeldspieler Soto nur noch mit der Hand abwehren. An der Entscheidung von Schiedsrichter Aytekin gab es nicht den Hauch eines Zweifels – Rot gegen Soto, Elfmeter für Dortmund. Lewandowski ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen – 2:1.

          Die Mainzer zeigten auch zu zehnt Moral, hielten die Begegnung offen, aber mit dem Ausgleich wurden sie nicht belohnt. Im Gegenteil. Sie mussten noch den dritten Treffer hinnehmen. Ein bitteres Ergebnis: „Wir haben ein hervorragendes Spiel gemacht“, sagte Trainer Tuchel, „aber wir sind dafür nicht belohnt worden, sondern bestraft.“

          FSV Mainz 05 - Borussia Dortmund 1:3 (0:0)

          FSV Mainz 05: Karius - Pospech, Bell, Noveski, Park - Geis, Soto - Polter (89. Saller), Zimling (64. Malli), Nicolai Müller (46. Choupo-Moting) - Okazaki
          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Friedrich, Sokratis, Durm - Großkreutz, Bender (32. Sahin) - Blaszczykowski (46. Mchitarjan), Reus (46. Kehl), Aubameyang - Lewandowski
          Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
          Zuschauer: 32.000 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Aubameyang (70.), 1:1 Choupo-Moting (74./Foulelfmeter), 1:2 Lewandowski (78./Handelfmeter), 1:3 Lewandowski (90.+4/Foulelfmeter)
          Gelbe Karten: Bell (2) / -
          Rote Karten: Soto (78./Handspiel) / -

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